WAHLEN 2015: Damian Müller: Vom Elternhaus ins Stöckli

Der Freisinnige Damian Müller ist mit 31 Jahren der jüngste Ständerat. Der einstige KV-Lehrling aus einer KMU-Familie aus dem Luzerner Seetal legte ein politische Blitzkarriere hin.

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Der neu gewählte Ständerat Damian Müller.

Der neu gewählte Ständerat Damian Müller.

Bereits mit 16 hatte der in Ermensee aufgewachsene Jugendliche Parteiversammlungen besucht. 2004 wurde er mit 20 Jahren in den Vorstand der Ortspartei gewählt. 2008 übernahm der von Kollegen als hartnäckig beschriebene Jungpolitiker das Präsidium der FDP Hitzkirch. Drei Jahre darauf wurde er ins Kantonsparlament gewählt. Die Wiederwahl in diesem Frühling schaffte er problemlos.

Müller übernahm rasch mehrere Posten innerhalb der Luzerner FDP. Für seine "besonders wirksame Parteiarbeit an der Basis" landete der Schweizer Jungspund 2012 bei einem Wettbewerb unter Liberalen in ganz Europa auf dem zweiten Platz.

Parteipräsident ausgebootet

Bei der parteiinternen Ausmarchung für die Ständeratswahlen gelang Müller im vergangenen Oktober der Coup. Er bootete Parteipräsident und Nationalrat Peter Schilliger aus. Die Partei setzte in einem umstrittenen Entscheid Senkrechtstarter Müller aufs Wahlticket.

Nachdem Müller nominiert worden war, stieg er sogleich in den Wahlkampf. Seine Kampagne zählte zu den aufwändigsten im Kanton Luzern in diesem Jahr. Privat legte er nach eigenen Angaben 80'000 Franken für den Wahlkampf beiseite. Auf Plakaten und Inseraten war er omnipräsent. Zudem tourte er mit einem selbstgebauten Dreiradwahlmobil durch die Gemeinden.

Daneben sammelte Müller fleissig Ämter. Unter anderem übernahm er 2014 ein Stiftungsratsmandat bei Pro Senectute Luzern. 2015 wurde er Präsident der Dampfer-Freunde Vierwaldstättersee.

Wohnt noch im Elternhaus

Müller tourte mit dem Slogan "Anpacken und umsetzen." durch den Kanton Luzern. Zu seinen Kernanliegen zählen nach eigenen Aussagen eine starke Wirtschaft, die Sicherung der Sozialwerke, einen Ausbau der Verkehrsverbindungen sowie die Förderung erneuerbarer Energien.

Beruflich ist Müller gelernten Kaufmann und PR-Fachmann. Er arbeitet als Verkaufsleiter von Kellog's- und Pringles-Produkten für die Valora-Gruppe. Der begeisterte Fussballspieler ist ledig und wohnte bis zu den Wahlen im Elternhaus.

Müller löst im Ständerat seinen Parteikollegen Georges Theiler ab. Theiler hatte 2011 als altgedienter Nationalrat noch eine Legislatur im Ständerat angehängt und zieht sich nun als 66-Jähriger aus der nationalen Politik zurück. (sda)

Damian Müller (rechts) nimmt von seinem Vorgänger Georges Theiler Glückwünsche zur Wahl entgegen. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)

Damian Müller (rechts) nimmt von seinem Vorgänger Georges Theiler Glückwünsche zur Wahl entgegen. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)