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WAHLEN: BDP und SVP liegen im Clinch

Mehrere BDP- Kantonsratskandidaten arbeiten für die CSS-Versicherung. Laut BDP-Co-Präsident Denis Kläfiger wären es noch mehr, hätte nicht die SVP eingegriffen.
Roseline Troxler
Edi Buck, der erste und inzwischen nicht mehr aktive Präsident der BDP des Kantons Luzern (links), begrüsst im April 2010 in Emmenbrücke BDP-Nationalrat Hans Grunder. Dazwischen strahlt BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. (Bild Corinne Glanzmann)

Edi Buck, der erste und inzwischen nicht mehr aktive Präsident der BDP des Kantons Luzern (links), begrüsst im April 2010 in Emmenbrücke BDP-Nationalrat Hans Grunder. Dazwischen strahlt BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. (Bild Corinne Glanzmann)

Die BDP des Kantons Luzern hat letzte Woche für die Kantonsratswahlen eine Wahlliste mit 37 Kandidaten eingereicht. Damit wollen deutlich mehr Kandidaten einen Sitz im Parlament ergattern als 2011, als 10 Kandidaten für die Partei antraten (Ausgabe vom 4. Februar).

Wie Recherchen unserer Zeitung zeigen, arbeiten auffallend viele der BDP-Kandidaten bei der CSS-Versicherung in Luzern. Mindestens sieben Kandidaten sind beim Versicherungskonzern beschäftigt. Und es hatten noch mehr CSS-Mitarbeiter Interesse angemeldet.

BDP-Co-Präsident Denis Kläfiger arbeitet ebenfalls für den Versicherungskonzern. Er will die Namen der Kandidaten, welche für die CSS arbeiten, allerdings nicht bestätigen. «Auf Wunsch der Betroffenen verzichte ich darauf, den Arbeitgeber zu nennen», sagt er – und betont, dass er es respektiere, wenn sich die Kandidaten eine gewisse Privatsphäre erhalten wollen. Dies sei vor allem bei Kandidaten nachvollziehbar, welche sich geringe Wahlchancen ausrechnen und auch auf der Liste stehen würden, um diese zu füllen. Die Nennung des Arbeitgebers sei der persönliche Entscheid jedes Kandidaten. Dadurch sollen mögliche Kandidaten nicht abgeschreckt werden. «Ich habe mich dafür entschieden, meinen Arbeitgeber zu nennen. Arbeit und Politik kann ich stets gut trennen.»

Auf Arbeitskollegen zugegangen

Zur Frage, weshalb so viele der BDP-Kandidaten bei der CSS arbeiten, sagt Kläfiger: «Von der Grösse unserer Partei her muss jeder möglichst viele Bekannte anfragen, um sie für eine Kandidatur zu motivieren.» Da die Partei nicht gross sei, komme es daher eher zu Häufungen. «Ich bin ein sehr offener Mensch und bin daher auch auf meine Arbeitskollegen zugegangen.» Er habe den Arbeitskollegen zugesichert, dass diese auf den hinteren Plätzen der BDP-Liste stehen würden. Kläfiger betont: «Ich habe niemanden zu einer Kandidatur überredet. Jeder hat selber entschieden, ob er sich zur Verfügung stellen will.»

Kläfiger räumt allerdings ein, dass sich einige Interessenten zunächst nicht bewusst waren, was die Kandidatur für sie bedeute.

«Fehlentscheide sind möglich»

Denis Kläfiger ist mit 23 Jahren der jüngste Co-Parteipräsident im Kanton Luzern. «Ich befinde mich noch immer in einem Lernprozess, bei dem auch Fehlentscheide möglich sind.» Im Gegensatz zu den anderen Parteien habe er keine Profi-Kampagne hinter sich.

Die Tatsache, dass viele BDP-Kandidaten in den Reihen der CSS zu finden sind, hat für Aufregung gesorgt. Wie Denis Kläfiger erzählt, haben Mitglieder der SVP bei Interessenten der BDP im Hinblick auf den Arbeitgeber Angst geschürt. Die SVP habe auf diese Weise einige BDP-Kandidaten vergrault. «Wir mussten sie vergangene Woche kurzfristig noch von der Wahlliste streichen», so der Co-Präsident der BDP. Wer von der SVP mit den Interessenten der BDP Kontakt aufgenommen hat, nennt Kläfiger nicht. «Die Aktion ist schade für unsere Demokratie und erinnert mich an die Einschüchterungsversuche seitens der SVP zur Zeit der Gründung unserer Partei.»

Ganz anders klingt es bei der SVP. Parteipräsident Franz Grüter sagt auf Anfrage: «Von den SVP-Mitgliedern hat niemand vor der offiziellen Bekanntgabe der BDP-Kandidaten das Gespräch mit ihnen gesucht. Wir haben nichts unternommen, um Leute von einer Kandidatur abzuhalten.» Den Vorwurf der BDP könne er nicht nachvollziehen.

Die Tatsache, dass gleich mehrere Kandidaten der BDP aus den Reihen der CSS-Versicherung stammen, bezeichnet Franz Grüter gegenüber den Wählern als unseriös. «Es ist fragwürdig, wenn den Stimmbürgern eine solch einseitige Liste vorgelegt wird. Mich persönlich stört es aber nicht, wenn mehrere Kandidaten für dasselbe Unternehmen arbeiten.»

Kandidaten informierten CSS

Carole Sunier, Mediensprecherin der CSS-Versicherung in Luzern, sagt zu den Kandidaturen aus dem Unternehmen: «Die CSS hat nichts mit den Kandidaturen zu tun. Eine strikte Trennung von Arbeit und Politik ist uns wichtig. Die CSS schätzt aber Mitarbeiter durchaus, die sich engagieren, ob dies gesellschaftlich, sozial oder politisch ist.»

Das Amt eines Kantonsrats entspricht einem Pensum von rund 20 Prozent. Haben die Kandidaten den Arbeitgeber daher vorgängig über ihre Kandidatur informiert? Carole Sunier sagt: «Ja, weil die Kandidatenliste eine öffentliche Wirkung erzielt.» Grundsätzlich jedoch respektiere die CSS das politische Engagement der Mitarbeiter als deren Privatsache. «Das Engagement spielt sich demnach auch ausschliesslich in ihrem Privatleben ab.»

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