WAHLEN: CVP-Fraktionschef irritiert Partei

Bruno Schmid wird Fraktionschef – und kandidiert dafür nicht als Regierungsrat: Das war in der CVP-Spitze vor Jahresfrist klar. Jetzt kandidiert Schmid trotzdem.

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Das Amt des Regierungsrats lockt. (Karikatur Jals/Neue LZ)

Das Amt des Regierungsrats lockt. (Karikatur Jals/Neue LZ)

Verschiedene CVP-Kantonsräte verstehen seit Dienstag die Welt nicht mehr. Grund ist eine E-Mail ihres Fraktionspräsidenten. Bruno Schmid teilt darin mit, dass er Regierungsrat werden will. Die erste Hürde, nämlich die Nomination durch die Amtspartei Entlebuch am 10. November, ist reine Formsache. So jedenfalls sieht es Hans Lipp, Präsident der Ortspartei Flühli-Sörenberg, die Schmid auf den Schild hebt. Damit ist klar: Der 50-jährige Bruno Schmid wird sich am 11. Januar 2011 um einen Platz auf der CVP-Regierungsratsliste bewerben.

Verwunderung und Unverständnis
Sauer sind Schmids Parteikollegen deshalb, weil sich der Fraktionschef nicht an eine angebliche Abmachung hält, die vor Jahresfrist zwischen CVP-Spitze und den Kandidaten für das Fraktionspräsidium getroffen wurde: Der neue Fraktionschef muss sein Amt während mindestens einer Legislatur ausüben, besser länger. Die logische Folge dieser Vereinbarung: Wer Fraktionschef wird, kandidiert nicht für den Regierungsrat. Diese Übereinkunft, sagen mehrere CVP-Kantonsräte, sei nicht etwa eine Erfindung von Schmids Gegnern, sondern in der Fraktion bestens bekannt. Dass Schmid jetzt doch antritt sorgt in der Partei deshalb für Irritationen.

«Ich habe immer gesagt, dass ich kandidiere, wenn die Konstellation günstig ist», sagt Bruno Schmid. Jetzt, mit dem Rücktritt des Entlebuchers Anton Schwingruber, sei seine Chance gekommen. Nachvollziehen kann er, dass sich Parteikollegen über seine Kandidatur aufregen. «Man kann jedoch niemandem verbieten, sich zur Verfügung zu stellen.

Lukas Nussbaumer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.