WAHLEN: Damian Müller: «Ich bin kein Schreibtischtäter»

Überraschend deutlich wurde Damian Müller (29) als Ständeratskandidat nominiert. Nun erzählt der junge Seetaler, wie er den Sitz im Stöckli verteidigen will.

Interview Roseline Troxler
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Soll frischen Wind in die FDP und den Ständerat bringen: Damian Müller gestern in Luzern. (Bild Dominik Wunderli)

Soll frischen Wind in die FDP und den Ständerat bringen: Damian Müller gestern in Luzern. (Bild Dominik Wunderli)

Damian Müller hat die FDP-Delegierten überzeugt. Mit 222 Stimmen haben sie ihn als Ständeratskandidaten nominiert (Ausgabe von gestern). Peter Schilliger musste sich mit 127 Stimmen deutlich geschlagen geben. Falls Müller im Herbst 2015 ins Stöckli gewählt wird, ist er wohl der jüngste Ständerat. Müller wohnt in Hitzkirch und arbeitet als Leiter Verkauf Aussendienst. Seit 2011 ist er im Kantonsrat vertreten.

Damian Müller, wie haben Sie Ihre Nomination noch gefeiert?

Damian Müller: Wegen des deutlichen Resultats war der Abend für mich sehr emotional. Mit einigen Delegierten habe ich in Menznau in einem Restaurant noch auf die Nomination angestossen.

Hat Sie die Deutlichkeit des Resultats überrascht?

Müller: Ich habe nicht mit einem solch eindeutigen Resultat gerechnet. Ich habe hart dafür gearbeitet und bin daher sehr glücklich, dass sich dieser Einsatz nun ausbezahlt hat. Die Nomination ist ein grosser Vertrauensbeweis und ein erster Schritt zum Ziel, Ständerat zu werden.

Seit wann liebäugeln Sie mit dem Ständeratssitz?

Müller: Der Entschluss zur Kandidatur hat sich in den letzten Monaten entwickelt. Nach Bekanntgabe des Rücktritts von Georges Theiler habe ich mich mit Parteikollegen ausgetauscht und intensiv analysiert, ob ich dafür geeignet bin.

Weshalb haben die Delegierten sich für Sie entschieden?

Müller: Eine schwierige Frage. Ich habe von vielen Delegierten die Rückmeldung erhalten, dass es nun Zeit ist, einen Wechsel zu vollziehen. Weiter war sicherlich der Bezug zur Basis wichtig.

Gefährdet Ihre Kandidatur nicht den Zusammenhalt innerhalb der Partei?

Müller: Nein, überhaupt nicht. Ich habe am Montag keinerlei Anzeichen dafür gespürt. Wir gehen im Gegenteil gestärkt aus der Versammlung. Mit der Kandidatur habe ich den Delegierten eine Wahl ermöglicht. Dies ist der FDP wichtig, die auch sonst stets für Wettbewerb ist.

Mehrere Votanten betonten Ihre starke Verankerung in der Basis: Was haben Sie dort bisher erreicht?

Müller: Ich gehe gerne auf Leute zu. So habe ich fast alle Ortsparteien besucht und geschaut, wo der Schuh drückt. Im Kantonsrat habe ich sechzehn Vorstösse eingereicht. Dabei bin ich kein Schreibtischtäter, sondern habe Inputs aus den Ortsparteien aufgenommen.

Der Besuch aller Ortsparteien: Inwiefern war dies politisches Kalkül?

Müller: Dies war kein Kalkül, sondern ich habe es aus Überzeugung getan. Als Verantwortlicher für das Ressort Wahlkreis- und Ortsparteien in der Kantonalpartei ist die Pflege der Beziehungen zur Basis eine Kernaufgabe, die mir sehr am Herzen liegt. 2011 haben wir Sitze verloren. Wir mussten feststellen, dass wir zu wenig nah an den Ortsparteien politisiert haben.

Wie gestalten Sie Ihren Wahlkampf?

Müller: Der Wahlkampf ist seit Montagabend lanciert. Ich werde aktiv auf Leute zugehen, anstatt nur auf Plakaten sichtbar zu sein. Volksnähe ist mir sehr wichtig.

Sind Sie auch über die Parteigrenze hinaus genügend bekannt?

Müller: Ich bin überzeugt, bei den Wahlen gute Chancen zu haben. Ich werde alles geben, den FDP-Sitz im Ständerat zu verteidigen. Ich habe in der Vergangenheit bewiesen, dass ich über die Parteigrenzen hinaus Unterstützung erhalte.

Werden Sie 2015 gewählt, sind Sie der jüngste Ständerat. Zudem haben Sie noch keine Politerfahrung auf nationaler Ebene: Kommt da Angst auf?

Müller: Ich habe vor jedem neuen Amt oder neuen Job grossen Respekt. Dies ist auch notwendig. Angst aber habe ich keine. Es ist wichtig, dass Vertreter jüngerer Generationen im Stöckli sitzen. Denn es kommen Themen auf den Tisch, die für jüngere Generationen entscheidend sind. Für nationale wie auch internationale Politik interessiere ich mich seit langem. Ich habe Ehrgeiz und kann mich schnell einarbeiten. Nicht zuletzt durch mein einwandfreies Französisch werde ich schnell Allianzen schmieden.