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WAHLEN: Das Hoffen der Ersatzleute auf neue Ämter

Zieht Damian Müller für die FDP in den Ständerat ein, freut das Parteikollege Franz Räber ungemein. Auch andere Politiker blicken dem Sonntag besonders gespannt entgegen.
Lukas Nussbaumer
Ständeräte debattieren am Montag, dem 1. Dezember 2014, während der Wintersession der eidgenössischen Räte in Bern. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Ständeräte debattieren am Montag, dem 1. Dezember 2014, während der Wintersession der eidgenössischen Räte in Bern. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Lukas Nussbaumer

316 Stimmen fehlten FDP-Politiker Franz Räber am 29. März zum Einzug in den Luzerner Kantonsrat. Am kommenden Sonntag könnte sich die Kandidatur des Geschäftsführers einer Informatikfirma in Schwyz für den Kantonsrat dennoch gelohnt haben: dann nämlich, wenn sein 31-jähriger Parteikollege Damian Müller in den Ständerat gewählt wird. In diesem – wahrscheinlichen – Fall rückt das 53-jährige Mitglied des Emmer Einwohnerrats ins Kantonsparlament nach. Die Mühen des strengen Wahlkampfs wären also nicht für die Katz gewesen.

Räber fiebert am Sonntag denn auch fest mit, wie er versichert. «Klar hoffe ich, dass es Damian Müller schafft. Ich drücke ihm die Daumen, denn ich würde gerne im Luzerner Kantonsrat politisieren.» Sein Mandat im Emmer Einwohnerrat will der Ehrenpräsident der Musikgesellschaft Emmen behalten. Die beiden politischen Ämter seien mit seiner beruflichen Tätigkeit als Geschäftsführer zu vereinbaren, sagt Räber, der schon in mehreren Organisationskomitees von Grossanlässen mitgearbeitet hat.

Drei Szenarien

Franz Räber ist nicht der einzige gescheiterte Kantonsrats- oder Nationalratskandidat, der den zweiten Wahlgang der Ständeratswahlen mit besonders grosser Aufmerksamkeit verfolgen wird. Folgende Szenarien sind möglich:

1: Wahl von Birrer-Heimo

Würde SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo aus Rothenburg überraschenderweise Ständerätin, hätte das bei den Sozialdemokraten gleich zwei Folgen: Für Birrer-Heimo könnte die Krienser Neo-Kantonsrätin Helene Meyer-Jenni in die Grosse Kammer nachrücken. Die frühere Gemeindepräsidentin von Kriens landete am 18. Oktober nämlich auf dem zweiten Platz der SP-Liste, 266 Stimmen vor Kantonalparteipräsident David Roth. Den Kantonsratssitz von Meyer-Jenni wiederum dürfte Marianne Wimmer-Lötscher aus Ebikon einnehmen – sofern sie will.

2: Wahl von Estermann

Genauso überraschend wie die Wahl von Birrer-Heimo wäre es, wenn die Krienser SVP-Nationalrätin Yvette Estermann den Sprung ins Stöckli schaffen würde. Auch ihre Wahl würde parteiintern zu einem Sesselrücken führen. So könnte sich Kantonsrätin Vroni Thalmann-Bieri aus Flühli doch noch Nationalrätin nennen – ihr fehlten am 18. Oktober lediglich 697 Stimmen auf Kantonalparteipräsident Franz Grüter, um den dritten Sitz der SVP zu ergattern. Damit ist das Entlebuch erstmals seit 36 Jahren nicht mehr in Bundesbern vertreten. Thalmann-Bieris Kantonsratsmandat fiele im Falle ihres Nachrückens in die Grosse Kammer Stefan Dahinden aus Wolhusen zu, dem Sohn des vor vier Jahren ganz knapp gescheiterten SVP-Nationalratskandidaten Erwin Dahinden aus Schüpfheim.

3: Wahl von Schweizer

Keine weiteren Folgen hätte die unwahrscheinliche Wahl des parteilosen Rudolf Schweizer aus Malters. Er kandidierte zwar wie Birrer-Heimo und Estermann für den Nationalrat, verpasste die Wahl jedoch haushoch.

Ebenfalls keine Auswirkungen auf andere Politiker hat die höchstwahrscheinliche Bestätigung des bisherigen CVP-Ständerats Konrad Graber aus Kriens.

Zwei Grüne hoffen weiter

Doch selbst wenn die Wahlverantwortlichen am kommenden Sonntag um zirka 14 Uhr das wahrscheinlichste Resultat – «Konrad Graber (CVP) und Damian Müller (FDP) vertreten Luzern für die nächsten vier Jahre im Ständerat» – vermelden, geht das Hoffen auf ein im ersten Anlauf verpasstes Amt für verschiedene Politiker weiter. Beispielsweise für den grünen Kantonsrat Michael Töngi. Der Krienser belegte bei den Nationalratswahlen auf der Grünen Liste den zweiten Platz hinter dem bisherigen Louis Schelbert. Angenommen wird, dass der eben 63 Jahre alt gewordene Schelbert während der kommenden Legislatur sein Pult räumen wird – für Töngi.

Über dieses Szenario dürfte sich mit Nino Froelicher ein weiterer Krienser freuen. Der vormalige Fraktionschef der Grünen im Kantonsrat wurde am 29. März aufgrund eines Sitzverlusts seiner Partei an die SVP im Wahlkreis Luzern-Land abgewählt – und könnte in diesem Fall für Töngi nachrücken.

Doch noch Entlebucher Sitz in Bern?

Auch für SVP-Kantonsrätin Vroni Thalmann-Bieri aus Flühli bleiben die Chancen auf ein höheres Amt nach dem kommenden Sonntag intakt. Dem amtsältesten Luzerner Nationalrat, SVP-Vertreter Felix Müri, werden Ambitionen auf einen Sitz im Gemeinderat von Emmen nachgesagt. Der 57-jährige Unternehmer, der seit 2003 in Bern politisiert, weist ein Schielen auf ein Exekutivamt in seiner Wohngemeinde jedoch genauso entschieden zurück wie Louis Schelbert einen Rücktritt während der Legislatur. Das gilt für ein weiteres Mitglied der zehnköpfigen Luzerner Nationalratsdelegation: Ida Glanzmann-Hunkeler (CVP, 57) aus Altishofen. Ihren Platz einnehmen könnte im Falle eines vorzeitigen Abtretens Kantonsrätin und Parteikollegin Priska Wismer-Felder aus Rickenbach.

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