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WAHLEN: Der Frauen-Rekord bleibt unangetastet

34,6 Prozent der Luzerner Nationalratskandidaten sind weiblich. Dieser Wert wurde in den letzten zwanzig Jahren nur einmal übertroffen. Dies wegen eines Wahl-Eklats.
Frauenanteil bei den Luzerner Nationalratskandidaturen in Prozent. (Bild: Grafik: web; Quelle: BFS)

Frauenanteil bei den Luzerner Nationalratskandidaturen in Prozent. (Bild: Grafik: web; Quelle: BFS)

Matthias Stadler

Zumindest einen Rekord haben die Luzerner Nationalratskandidatinnen dieses Jahr auf sicher: Noch nie haben so viele Frauen im Kanton für einen Sitz in der Grossen Kammer des Bundeshauses kandidiert. 55 Frauen wollen im Herbst nach Bern. 159 Kandidatinnen und Kandidaten kämpfen insgesamt um die zehn Luzerner Nationalratssitze. Das entspricht einer Frauenquote von 34,6 Prozent und somit mehr als in den vorangegangenen Wahlen zwischen den Jahren 1999 und 2011.

Spitzenwert 1995

Dass die Quote von 34,6 Prozent in diesem Jahr aber nicht der Höchstwert ist, zeigen ältere Zahlen des Bundesamtes für Statistik. 1995 war für die Luzerner Frauen ein absolutes Spitzenjahr: Von 68 Kandidaten waren 26 Frauen – ein Anteil von 38,2 Prozent. Somit waren knapp zwei von fünf Kandidaten weiblich.

Grund für den grossen Frauenanteil im Jahr 1995 war der sogenannte Brunner-Effekt, wie Politologe Mark Balsiger erklärt: 1993 war Christiane Brunner, die offizielle Bundesratskandidatin der SP, der Einzug in die Regierung vom Parlament verwehrt worden – ein Eklat. Gewählt wurde stattdessen der inoffizielle Kandidat Francis Matthey, welcher nach einer Bedenkzeit das Amt jedoch ablehnte. Die Nichtwahl von Brunner wurde von einem grossen Teil der Bevölkerung und vor allem von vielen Frauen nicht goutiert. Schliesslich wurde Ruth Dreifuss als neue Kandidatin aus dem Hut gezaubert und gewählt. «In etlichen Kantonen gab es darauf überdurchschnittlich viele Frauen, die in die Politik einstiegen und von den Parteien aufgestellt wurden», sagt Balsiger. 1999 sei dieser Effekt aber verpufft, worauf der Frauenanteil im Kanton Luzern auf 25,6 Prozent zurückging.

Linke will Gleichstellung umsetzen

Der Blick in die Historie der Luzerner Nationalratskandidatinnen und -kandidaten zeigt noch mehr: Die im politischen Spektrum links angesiedelten Parteien wie die Sozialdemokraten und die Grünen achten schon seit den 80er- respektive Anfang 90er-Jahren auf ausgeglichene Geschlechterzahlen bei den Kandidaturen. Die Luzerner SP schickte bei den Nationalratswahlen 1987 mit fünf Frauen und vier Männern zum ersten Mal mehr Frauen ins Rennen. Die Luzerner Grünen traten 1991 erstmals zu den eidgenössischen Wahlen an, dies mit einer Mischung von vier Frauen und fünf Männern. «Seit langer Zeit ist es für die SP und die Grünen klar, dass sie die von ihnen gefor­derte Gleichstellung eins zu eins umsetzen», sagt Mark Balsiger. Das zeige sich auch bei den Nationalratskandidaturen.

Je rechter, desto weniger Frauen

Anders das Bild bei den bürgerlichen Parteien. Es zeigt: Je weiter rechts die Partei, desto weniger Frauen kandidieren: Die CVP trat 1995 mit drei Frauen und sieben Männern an, 2003 steigerte sich der Anteil der Frauen, sechs Frauen und zehn Männer kandidierten. Heuer sind sieben von 21 Kandidaten Frauen. Die Zahlen schliessen jeweils die Jung-Parteien mit ein.

Der Freisinn listete 1995 drei Frauen und sieben Männer auf. 2007 traten fünf Frauen und 24 Männer für die FDP an. Dieses Jahr kandidieren sechs Frauen und 13 Männer. Balsiger sagt dazu, dass die FDP lange als Finanz- und Wirtschaftspartei galt. Das seien vorwiegend Männerdomänen gewesen.

Die Luzerner SVP trat 1995 mit einer Frau und neun Männern an. Bei den Wahlen 1999 und 2003 nominierte die Volkspartei keine Frau für eine Kandidatur. 2007 und 2011 standen zwei respektive drei Frauen auf der SVP-Liste. Heuer sind es vier Frauen bei 21 Kandidaturen.

Wahlhilfe: Smartvote finden Sie unter www.luzernerzeitung.ch/wahlhilfe

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