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WAHLEN: Der GLP-Nationalratssitz wackelt heftig

CVP, BDP und EVP gehen für die Nationalrats- wahlen eine Listenverbindung ein. Sehr gut möglich ist, dass auch die FDP mitmacht. Damit wird die GLP isoliert.
Lukas Nussbaumer
Bei den Nationalratswahlen 2011 kam die GLP auf einen Wähleranteil von 6,1 Prozent. (Bild: Quelle: Kanton Luzern / Grafik: Oliver Marx)

Bei den Nationalratswahlen 2011 kam die GLP auf einen Wähleranteil von 6,1 Prozent. (Bild: Quelle: Kanton Luzern / Grafik: Oliver Marx)

Lukas Nussbaumer

Die Gespräche wurden geführt, die Vereinbarungen sind unterzeichnet: CVP, BDP und EVP machen bei den Nationalratswahlen vom 18. Oktober gemeinsame Sache, wie CVP-Präsident Pirmin Jung Recherchen unserer Zeitung bestätigt. Der Parteivorstand der CVP muss die Verbindung noch absegnen. Jung geht momentan davon aus, dass dieses Gremium am 17. August seinen Segen zur Kooperation mit BDP und EVP erteilt.

Diese Konstellation bedeutet gleichzeitig, dass die GLP dringend Partner braucht, wenn sie ihren 2011 gewonnenen Sitz in der Grossen Kammer verteidigen will. Die GLP schaffte den Sprung nach Bern vor vier Jahren nur deshalb, weil sie mit der BDP und der EVP eine Listenverbindung eingegangen war. Das verhalf diesem Paket zu einem Wähleranteil von 8,9 Prozent – was ganz knapp reichte, um der SVP den dritten Sitz abzujagen (siehe Grafik). Hätte die SVP 400 Stimmen mehr geholt, wären die GLP und ihr Kandidat Roland Fischer gescheitert – SVP-Mann Erwin Dahinden hätte obenaus geschwungen.

Drei Kleinparteien mit Verlusten

Jetzt, ohne BDP und EVP, wackelt der Sitz der GLP bedenklich stark. Parteipräsidentin Laura Kopp ist sich dessen bewusst: «Wir haben mit der BDP und der EVP geredet. Dass sie sich gegen uns und für die CVP entschieden haben, entspricht natürlich nicht meiner Wunschvorstellung.» Kopp sagt weiter, dass die Verteidigung des Mandats auch mit der gleichen Konstellation wie 2011 schwierig würde. Der Grund liegt auf der Hand: Die GLP verlor bei den Kantonsratswahlen vom 29. März satte 1,6 Prozent Wähleranteile, die BDP 0,9 Prozent. Die bei den kantonalen Wahlen zum ersten Mal angetretene EVP kam auf mickrige 0,2 Prozent. Addiert, erreichten die drei Kleinparteien einen Wähleranteil von 5,4 Prozent – was bei weitem nicht reichen würde für die Verteidigung von Fischers GLP-Sitz im Nationalrat.

GLP und Grüne zurückhaltend

Laut Laura Kopp ist ein Alleingang im Herbst «durchaus möglich». Die GLP stehe aber noch «im Gespräch mit anderen Parteien». Nicht darunter befinden sich CVP, FDP und SVP, wie die Präsidenten der drei grossen bürgerlichen Parteien auf Anfrage sagen. Damit bleiben «nur» noch Grüne und Sozialdemokraten als mögliche Partner.

Die Linken jedoch haben wenig Grund, mit der GLP ins gleiche Boot zu steigen. Sowohl SP als auch Grüne dürften ihre Sitze mit der traditionellen und bereits beschlossenen gegenseitigen Verbindung halten können. SP-Präsident David Roth sagt denn auch: «Wir stehen nicht unter Zugzwang, weil wir um unser Mandat kaum bangen müssen.» Die SP schlage aber niemandem die Türe zu und sei bereit, Gespräche zu führen.

Grüne-Co-Präsidentin Katharina Meile gibt sich «offen für Gespräche mit anderen Parteien». Es sei aber noch zu früh für konkrete Aussagen. Sicher ist, dass die Grünen und die GLP bei den Kantonsratswahlen im Wahlkreis Sursee eine Listenverbindung eingegangen waren. Ob es nun auf kantonaler Ebene auch so weit kommt? Meile sagt bloss, dass diese Verbindung «sehr viele Reaktionen ausgelöst hat, positive und negative». Auch GLP-Präsidentin Laura Kopp gibt sich zurückhaltend.

FDP: Mit der CVP – oder alleine

In konkreteren Bahnen verlaufen die Gespräche zwischen CVP und FDP, wie die Parteipräsidenten Pirmin Jung und Peter Schilliger sagen. Jung hofft denn auch, «dass es mit der FDP klappt». FDP-Präsident Peter Schilliger gibt sich ebenfalls zuversichtlich, dass es zum bürgerlichen Schulterschluss in der Mitte kommt. Kommt dieser nicht zu Stande, bestreiten die Freisinnigen die Herbstwahlen laut Schilliger im Alleingang. Ob alleine oder mit der CVP: Peter Schilliger rechnet fest damit, die beiden freisinnigen Sitze verteidigen zu können, ja er strebt sogar ein drittes Mandat an. Pirmin Jung dagegen will in erster Linie die drei aktuellen CVP-Mandate halten: «Käme auch noch die Verbindung mit der FDP zu Stande, hätten wir unsere Sitze wohl im Trockenen.»

Bereits erledigt ist eine mögliche «Elefantenhochzeit» zwischen CVP, SVP und FDP. Während sich die FDP eine solche Liste durchaus hätte vorstellen können, nahmen CVP und SVP davon Abstand.

Nur CVP-Lustenberger tritt ab

Die zehn Luzerner Sitze im Nationalrat verteilen sich aktuell wie folgt: CVP 3 Sitze, SVP und FDP je 2, SP, Grüne und GLP je 1. Von den bisherigen Nationalräten verzichtet nur CVP-Mann Ruedi Lustenberger auf eine erneute Kandidatur. Ida Glanzmann, Leo Müller (beide CVP), Felix Müri, Yvette Estermann (beide SVP), Peter Schilliger, Albert Vitali (beide FDP) sowie Prisca Birrer-Heimo (SP), Louis Schelbert (Grüne) und Roland Fischer (GLP) kandidieren erneut.

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