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WAHLEN: Ein stiller Schaffer, der dazugelernt hat

Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdirektor Robert Küng (FDP) ortet in der Lösung von Verkehrsproblemen die grösste Herausforderung. Er rechnet mit seiner Wiederwahl aber erst im zweiten Wahlgang.
Roseline Troxler
Robert Küng Amtierender Regierungsratskandidat Fotografiert bei seinem Coiffeur im Coiffeursalon Birrer Fotografiert am 20. Februar 2015 in Willisau Regierungsrat (Bild: NeueLZ / Nadia Schärli)

Robert Küng Amtierender Regierungsratskandidat Fotografiert bei seinem Coiffeur im Coiffeursalon Birrer Fotografiert am 20. Februar 2015 in Willisau Regierungsrat (Bild: NeueLZ / Nadia Schärli)

Roseline Troxler

Robert Küng führt mit dem ­Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement seit vier Jahren quasi einen Gemischtwarenladen. Der Haustechnikunternehmer und ehemalige Stadtpräsident von Willisau hat vor vier Jahren bei den Wahlen im zweiten Wahlgang das beste Resultat erzielt. Der 58-Jährige, der gerne Velotouren unternimmt, umschreibt seine Legislatur als Tour mit einer steilen Bergetappe zu Beginn, bei der er den Verlauf nicht genau gekannt hat. Danach folgte eine Abfahrt. «Da konnte ich mich erstmals erholen und stolz sein», erzählt Küng. Seither sei er im Mittelland unterwegs Flachland und Hügel wechseln sich ab.

«Arbeit ist noch nicht zu Ende»

Nun will der FDP-Regierungsrat, der in Willisau lebt, eine weitere Legislatur anhängen. «Meine Arbeit ist noch nicht zu Ende. Ich will weiterarbeiten, weil die Projekte in meinem Departement einen langen Zeithorizont haben.» Besonders am Herzen liegen ihm drei Projekte: der Hochwasserschutz, der Tiefbahnhof sowie der Bypass. Am anspruchsvollsten in seinem Departement sei die Verkehrsplanung. «Alle Gemeinden, diverse Verbände, die Anbieter von öffentlichem Verkehr, jeder Bürger ist davon stark betroffen», erklärt Küng, der jeweils kurz nachdenkt, bevor er bestimmt antwortet.

Küng rechnet mit seiner Wiederwahl allerdings nicht im ersten Wahlgang. «Im Kanton Luzern ist es schwierig, das absolute Mehr zu erreichen.» Bei einer Wahl am 29. März sei ein Freudensprung aber gewiss.

Offen durch Handwerkerlehre?

Der Baudirektor bezeichnet sich als einer, der fordert, aber seinen Mitarbeitenden auch Kompetenzen mitgibt. Zudem sei er offen, nehme sein Gegenüber ernst. Diese Eigenschaften führt Küng darauf zurück, dass er gelernter Handwerker und Gewerbler ist. «Als Handwerker war ich immer auf koordinierende Gespräche angewiesen. Da war Teamarbeit gefragt, man sass nicht allein in einem Büro, umschlossen von vier Wänden.»

Politiker von links bis rechts bestätigen: Robert Küng ist einer, der zuhört. Markus Odermatt, Kantonsrat der CVP und Präsident der Kommission für Verkehr und Bau (VBK), sagt: «Er hat immer ein offenes Ohr, ist freundlich, zuvorkommend, ein positiv denkender Mensch.» Zudem sei er bemüht, mit der Kommission und dem Parlament den Konsens zu finden, und kenne seine Dossiers. SVP-Kantonsrat Pius Müller (Ruswil), ebenfalls VBK-Mitglied, bezeichnet Robert Küng als «sehr umgänglichen und fairen Regierungsrat».

Ruhige, sachliche Art wird geschätzt

Eine grosse Wertschätzung gegenüber dem Parlament attestiert ihm der grüne Kantonsrat Andreas Hofer aus Sursee. «Robert Küng nimmt das Parlament sehr ernst und nimmt die Fragen und Argumente von unserer Seite auf.» Hofer schätzt die ruhige und sachliche Art des FDP-Politikers, insbesondere, wenn er Geschäfte im Parlament vertritt.

Für Küng selber bedeutet Politik, Mehrheiten zu schaffen. Er räumt aber auch ein, wie schwierig die Rolle als Regierungsrat ist. «Zum einen setze ich als Regierungsrat den Willen des Parlaments um, zum anderen wird von mir eine klare Führung in eine Richtung erwartet.»

«Robert Küng hat dazugelernt»

Laut Pius Müller hat Küng dazugelernt. «Am Anfang hat es etwas gestockt, etwa mit dem Energiegesetz.» Dieses hat das Parlament 2013 von links bis rechts verworfen. Auch Odermatt sagt, dass sich der Baudirektor anfänglich mit Informationen gegenüber der Kommission eher zurückhaltend geäussert hat. «Dies hat einige Diskussionen ausgelöst.» Küng habe sich in diesem Punkt verbessert.

Für das Strassenbauprogramm, welches Küng letztes Jahr präsentiert hat, erhielt er Lob. Pius Müller sagt: «Ich habe nicht erwartet, dass der Baudirektor ein solch ausgeglichenes Bauprogramm präsentieren kann.» Küng habe sich für die Stadt, die Agglomeration, aber auch für Randregionen eingesetzt. Odermatt stellt fest, wie gut Küng politisch vernetzt ist. «Seine Bauvorlagen hat er im Parlament stets mit grossem Mehr durchgebracht.» Robert Küng bezeichnet das Strassenbauprogramm als «Highlight in der Legislatur».

Er lehrt das Grosskind Ski fahren

Trotz diesem Lob: Nicht überall konnte Küng punkten. Nebst dem Energiegesetz wurden auch die Vernehmlassung des Richtplans und das Wasserbaugesetz bemängelt. «Die Kritik zum Richtplan und beim Wasserbaugesetz ist berechtigt», so Hofer. Küng betont, wie wichtig der Prozess sei: «Es allen recht machen zu wollen, ist aber eine Illusion.»

Wird es Küng mal zu viel, schaltet er gerne in einer geselligen Runde ab. Und er sagt, wie froh er sei, in seinem Umfeld nicht dauernd auf seine Rolle als Regierungsrat angesprochen zu werden. Gerne verbringt er auch Zeit mit seiner Familie. «Diesen Winter habe ich die Aufgabe gefasst, meinem Grosskind den Stemmbogen beizubringen.» Bereits in Planung ist auch eine Velotour im Sommer rund 600 Kilometer von der Quelle der Mosel bis zum Rhein. Wie die nächste Etappe auf seiner politischen Tour aussieht, wird sich frühestens am 29. März zeigen.

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