WAHLEN: Emmer CVP greift im Gemeinderat SP- oder SVP-Sitz an

Die Emmer CVP will mit Patrick Schnellmann bei den Gemeinderats-Ersatzwahlen vom 10. Juni einen zweiten Sitz erobern. Damit könnten entweder die SVP oder die Linken ihren Sitz verlieren.

Drucken
Teilen
Der 48-jährige Einwohnerrat Patrick Schnellmann soll in die Emmer Exekutive. (Bild: PD)

Der 48-jährige Einwohnerrat Patrick Schnellmann soll in die Emmer Exekutive. (Bild: PD)

Es wird spannend bei den Ersatzwahlen in den Emmer Gemeinderat am 10. Juni: Gleich zwei von fünf Sitzen sind neu zu besetzen - jener der SP sowie jener der SVP – und jetzt ist klar: Die CVP will einen dieser Sitze holen. Ihre Findungskommission schlägt Einwohnerrat Patrick Schnellmann als Kandidaten vor. Über die Nomination entscheidet die CVP am 19. April, wie die Partei in einer Mitteilung vom Freitag schreibt.

«Die Budgetdebatte im Einwohnerrat hat gezeigt, dass Emmen lösungsorientierte Personen in der Politik benötigt. Weder links noch rechts waren damals bereit, sich zu bewegen. In dieser schwierigen Finanzsituation braucht es aber neuen Ideen und konstruktive Diskussionen mit Kompromissbereitschaft – insbesondere im Gemeinderat», lässt sich Parteipräsidentin Marta Eschmann in der Mitteilung zitieren.

Der 48-jährige Patrick Schnellmann ist Geschäftsführer der Zimmermann Technik AG und laut Mitteilung «ein klassischer KMU-Vertreter». Dank seiner langjährigen Erfahrungen in Betriebswirtschaft und Unternehmensführung verfüge er über die Qualitäten, die ein Gemeinderat in der aktuellen Finanzlage mitbringen müsse. Zudem sei er in Emmen aufgewachsen und im Ort bestens vernetzt – über die Parteigrenzen hinweg. Schnellmann ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

«Ich fände es spannend, Gemeinderat zu sein, zumal wir vor allem die finanziellen Probleme in Emmen dringend angehen müssen», sagt Patrick Schnellmann. Wobei er sich ebenfalls vorstellen könnte, Bildungsdirektor zu werden. «Ich habe langjährige Erfahrung in der Lehrlingsausbildung – auch auf nationaler Ebene. Politisch ist der 2016 in den Einwohnerrat gewählte Sohn des ehemaligen Emmer Gemeindepräsidenten Peter Schnellmann bislang kaum aufgefallen. «Das ist so», sagt er. «Ich bin nicht der Typ, der drein schiesst, sondern höre zuerst mal zu und lerne die Mechanismen zu verstehen.»

Bei einer erfolgreichen Wahl würde Schnellmann seiner Firma nur noch beratend zur Seite stehen, «anders wäre dies mit Blick auf das 80-Prozent-Pensum als Gemeinderat gar nicht möglich.» Dass er als Exekutivmitglied womöglich als erstes eine Lohnreduktion in Kauf nehmen müsste, wie es seine eigene Partei mit Blick auf die schwierige Finanzlage fordert, nimmt Schnellmann sportlich: «Hinter dieser Forderung stehe ich voll und ganz.»

Die Ersatzwahl am 10. Juni wird nötig, weil die langjährigen Gemeinderäte, Bildungsdirektorin Susanne Truttmann (SP, Artikel vom 12. Januar) und Finanzdirektor Urs Dickerhof (SVP, Artikel vom 12. März), während der Legislatur zurücktreten. Die SP will ihren Sitz mit dem Einwohnerrat Brahim Aakti verteidigen (Artikel vom 8. März), die SVP ihren Sitz mit dem Nationalrat Felix Müri (Artikel vom 27. März). Bereits bekannt ist überdies, dass die Grünen ihre Kantonsrätin Monique Frey ins Rennen schicken (Artikel vom

hor