WAHLEN: Frauen weibeln für Bürgerliche

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Inserat, das am 25. April in unserer Zeitung erschienen ist.

Inserat, das am 25. April in unserer Zeitung erschienen ist.

jem/rk. «Nicht ohne uns!» Gegen 250 Frauen machten sich letzte Woche in einer überparteilichen Veranstaltung im Luzerner Kantonsratssaal für eine Frauenvertretung in der Luzerner Regierung stark. Damit sollte ein öffentlich-markantes Zeichen für die Regierungsratskandidatur von Felicitas Zopfi (SP) gesetzt werden Männer waren nur auf der Tribüne erwünscht (Ausgabe vom 22. April). Bürgerliche Frauen gehen jetzt einen anderen Weg: In Inseraten des Komitees «Für Luzern mit Zukunft» machen sich zehn Luzerner Unternehmerinnen und Politikerinnen für das bürgerliche Ticket mit Marcel Schwerzmann (parteilos, bisher) und Paul Winiker (SVP, neu) stark – und damit für eine reine Männerregierung.

Gegen Frauenquote

Eine der zehn Frauen, die für das bürgerliche Duo werben, ist Elsbeth Lang aus Nebikon. Sie ist Mitglied der FDP und sitzt im Vorstand des kantonalen Gewerbeverbands. «Ich bin grundsätzlich gegen Quoten. Ich kann das Wort schon gar nicht mehr hören.» Sie habe selbstverständlich nichts gegen Frauen in der Regierung. «Aber sie müssen wählbar sein.» Das sei bei der jetzigen SP-Kandidatin nicht der Fall dies, obwohl die SP durchaus geeignete Frauen für eine Kandidatur gehabt hätte.

«Nicht um jeden Preis»

Die meisten Frauen, die für das Komitee «Für Luzern mit Zukunft» werben, haben selber ein politisches Amt. Darunter die Krienser SVP-Nationalrätin Yvette Estermann und die letztjährige Kantonsratspräsidentin Irene Keller (FDP). Keller sagt zu ihrem Engagement für eine bürgerliche, rein männliche Regierung: «Die Konstellation für eine Regierung mit einer Frauenvertretung ist derzeit nicht gegeben.» Die Konkordanz habe auch in den letzten acht Jahren nicht bestanden. Zudem habe es die CVP 2011 verpasst, eine Frau in die Regierung zu bringen, so Irene Keller. Und: «Solidarität der Frauen ist tatsächlich angezeigt, aber nicht um jeden politischen Preis.»