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WAHLEN: Für den Rekord sorgen die «Kleinen»

Noch nie gab es so viele Kandidaten für den Kantonsrat. Für die Rekordzahl sorgen BDP, SP, Grüne und EVP. Die «Grossen» verfolgen unterschiedliche Strategien.
Cyril Aregger
Symbolbild Neue LZ

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Cyril Aregger

629 Personen liessen sich für die Kantonsratswahl am 29. März aufstellen – 54 mehr als noch vor vier Jahren (Ausgabe von gestern) und so viele wie noch nie. Für das Wachstum sind in erster Linie die BDP (37 Kandidaten, plus 27, siehe Tabelle), die SP und die Grünen (85 und 81 Kandidaten, je plus 10) sowie die EVP verantwortlich. Letztere tritt mit 10 Kandidaten in den Wahlkreisen Luzern-Stadt (6) und Luzern-Land (4) erstmals zu den Luzerner Kantonsratswahlen an.

BDP vervierfacht Kandidatenzahl

Den grössten Sprung von 10 auf 37 Kandidaten machte die BDP. Dies sei ein wichtiger Schritt, damit die Partei im Kanton Luzern wahrgenommen wird, sagt Co-Präsident Denis Kläfiger. Er hat im November zusammen mit Lea Fuchs die Führung der BDP übernommen. Die junge Doppelspitze – Kläfiger ist 23, Fuchs 21 – will «neuen Wind in die Partei bringen», erklärt Kläfiger. «Es war in letzter Zeit etwas zu ruhig um uns.» Anders als in anderen Kantonen entstand die Partei nicht aus einer Abspaltung von der SVP, man konnte nicht auf einem bestehenden Stamm aufbauen. Nebst «viel Charme und Überzeugungskraft» habe auch die Positionierung der BDP geholfen, glaubt Kläfiger. «Unsere Petition gegen die kantonalen Sparmassnahmen auf Kosten von Menschen mit Behinderungen im Dezember hat uns sicher auch geholfen bei unserer Positionierung als bürgerliche Partei, die auch andere Themen bearbeitet.»

SP: Mehr Kandidaten, mehr Wähler

Die SP hat laut Präsidentin Felicitas Zopfi «grosse Anstrengungen unternommen», um die Zahl der Kandidierenden zu erhöhen. Dabei habe man auch darauf geachtet, dass man bezüglich Berufen und Altersstruktur ein breites Spektrum abdecke. «Wir wollen unseren Wähleranteil erhöhen. Dafür brauchen wir viele Kandidaten. Alle haben ein privates und berufliches Umfeld, das sie für die Wahl mobilisieren können.» Die Kandidatensuche sei «zumindest am Anfang nicht einfacher als in früheren Jahren» gewesen, sagt Zopfi.

Die Grünen wollen mit ihrer grossen Kandidatenschar auch ein Zeichen setzen, sagt Co-Präsidentin Katharina Meile. «Wahllisten mit kompetenten und vielfältigen Kandidaten in allen Wahlkreisen zeigen: ‹Wir sind da und haben gute Leute›. Wähler, die mit uns sympathisieren, sehen, dass sie nicht allein sind.» Auch bei den Grünen sei die Kandidatensuche kein Selbstläufer gewesen, sagt Meile: «Es waren viele intensive Gespräche nötig. Aber es wollen doch viele Leute die grünen Anliegen aktiv unterstützen.»

Bei den drei wählerstärksten Luzerner Parteien CVP, SVP und FDP bleibt die Zahl der Kandidaten mehr oder weniger konstant. Die CVP schickt 100 Personen ins Rennen (–2 im Vergleich zu 2011), die SVP 64 (gleich viel wie 2011) und die FDP 65 (–4). Allerdings haben die Liberalen, anders als vor vier Jahren, diesmal wieder eine eigene Liste für die Jungfreisinnigen. Im Wahlkreis Stadt Luzern treten 8 Kandidaten an.

CVP: Volle Listen waren kein Ziel

Von Stagnation will CVP-Präsident Pirmin Jung nicht reden: «Vor vier Jahren hatten wir in den Wahlkreisen Entlebuch und Hochdorf noch zwei Listen. Diesmal haben wir uns bewusst auf eine Liste pro Wahlkreis beschränkt, dafür haben wir aber überall starke Kandidaten.» In allen Wahlkreisen mit vollen Listen anzutreten – also mit insgesamt 120 Kandidaten – sei nie das Ziel gewesen, sagt Jung. «Wir wollen zwei bis drei Linien offen lassen, damit die Wähler Kandidaten zweimal aufführen können.»

Die SVP verfolgt eine andere Strategie als die CVP. «Wir versuchen, alle Kandidaten doppelt auf die Liste zu setzen», erklärt Präsident Franz Grüter. «Dies erhöht die Wahlchancen für jeden Kandidaten.» Ausserdem brauche es so auch keine «Lückenfüller» auf den Listen. «Wir haben bei der Auswahl darauf geachtet, dass wir in allen Regionen Kandidaten haben und auch ein breites Spektrum an Berufen, vom Mediziner über Landwirte, Angestellte bis zum Unternehmer, aufstellen können», sagt Grüter.

FDP: Qualität geht vor

Bei der FDP steht bei den Kandidaten «Qualität vor Quantität», sagt Wahlkampfleiter Rolf Born. «Listenfüller gibt es bei uns nicht.» Anders als die SVP wird die FDP ihre Kandidaten nicht doppelt aufführen. «Das würde je nach Wahlkreis zahlenmässig auch gar nicht gehen», sagt Born. «Unsere liberalen Wähler sollen bei unseren Kandidaten eigene Prioritäten setzen können.»

Möglichst viele Kandidaten oder möglichst alle Kandidaten doppelt aufführen. Welche Strategie ist vielversprechender? Das komme gar nicht so darauf an, sagt Politologe Olivier Dolder von Interface Politikstudien in Luzern. «Entscheidend ist, dass die Liste möglichst wenig leere Linien aufweist. Diese Linien zählen zwar als Stimmen für die Partei, werden aber gerne mit Kandidaten anderer Parteien aufgefüllt. Passiert dies, fallen die Stimmen der Partei des panaschierten Kandidaten zu.» Keinen Einfluss auf die Wahlchancen des einzelnen Kandidaten habe es, wenn eine Partei alle Namen doppelt aufführt. «Ausschlaggebend für den Wahlerfolg des einzelnen Kandidaten ist das persönliche Resultat im Verhältnis zu den Resultaten der anderen Kandidaten der gleichen Liste. Wenn nun alle Kandidaten einer Partei doppelt auf der Liste stehen, kann sich keiner der Kandidaten einen relativen Vorteil verschaffen.»

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