WAHLEN: Hartmann gibt SVP einen Korb

Die SVP will in die Regierung. Mit wem allerdings ist unklar. Fest steht: Der wohl aussichtsreichste Kandidat erteilt der Partei eine Absage.

Christian Hodel
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Armin Hartmann: «Ich bin jetzt 36 Jahre alt und habe noch genügend Zeit für ein solches Amt.» (Bild: Archiv Neue LZ)

Armin Hartmann: «Ich bin jetzt 36 Jahre alt und habe noch genügend Zeit für ein solches Amt.» (Bild: Archiv Neue LZ)

Die SVP peilt den frei werdenden Sitz von SP-Regierungsrätin Yvonne Schärli an. «Als zweitstärkste Luzerner Partei gehören wir in die Regierung», sagte Parteipräsident Franz Grüter am Tag, als Schärli ihren Verzicht auf eine erneute Kandidatur bekannt gab.

Grundsätzlich reizt ihn das Amt

Mit wem die SVP allerdings in den Wahlkampf geht, ist unklar. Bis anhin im Gespräch war vor allem Armin Hartmann, Kantonsrat und Gemeindeammann von Schlierbach. Doch dieser steht für die Wahlen vom 29. März 2015 nicht zur Verfügung. Dies gab er gegenüber dem Onlineportal «zentral+» bekannt. «Ich bin jetzt 36 Jahre alt und habe noch genügend Zeit für ein solches Amt», begründet er seinen Entscheid auf Anfrage unserer Zeitung. Grundsätzlich würde ihn ein Regierungsratsmandat aber schon reizen. «Dass ich zu einem späteren Zeitpunkt kandidieren werde, schliesse ich nicht aus.» Derzeit gefalle ihm aber seine Arbeit als Gemeindeammann in Schlierbach und die Aufgaben, die er etwa im Verbundrat, dem Exekutivorgan des Verkehrsverbundes Luzern und anderen Verbänden wahrnehme.

Hartmann ist überzeugt, dass die SVP einen valablen Kandidaten für die Wahl stellen werde. Namen möglicher Anwärter will er keine nennen. «Aber es gibt einige geeignete Leute in unserer Partei.»

Grüter und Liechti scheiden

aus Hartmann hätte dem Profil sicherlich entsprochen, sagt Parteipräsident Grüter. Dass er derzeit aber nicht antreten wolle, könne er verstehen. «Er ist noch jung.» Irgendwann werde Hartmanns Zeit kommen. «Davon bin ich überzeugt.» Klar ist: Will die SVP bei den Wahlen für den Regierungsrat die SP beerben, muss sie einen mehrheitsfähigen Kandidaten aufstellen, der weit über die Parteigrenzen hinweg auf breite Akzeptanz stösst. Die Chancen, dass dies gelingt, hält Grüter für intakt. «Wir haben sehr gute Kandidaten, die breit abgestützt sind», sagt er. Namen könne er derzeit keine nennen.

Fest stehe aber, dass weder er noch Vizepräsident Urs Liechti aus Uffikon antreten werden. Derzeit würden weniger als fünf Personen in der engeren Auswahl stehen. «Es sind zum Teil Politiker, die bereits Erfahrungen in der Exekutive mitbringen, und alle sind gut ausgebildet.»

Emmer und Krienser im Gespräch

Über mögliche Kandidaten will Grüter nicht spekulieren. Genannt worden sind in den vergangenen Tagen aber unter anderem Urs Dickerhof, ehemaliger Kantonsratspräsident und Gemeinderat in Emmen. Er hat schon 2011 für die Regierung kandiert, allerdings ohne Erfolg. Dickerhof, der in diesem Jahr 61 Jahre alt wird, sagt auf Anfrage, dass er bereitstünde, wenn die Partei dies wünsche. Der Emmer sagt aber auch: «Es gibt genügend andere fähige Leute.»

Einer von ihnen ist Paul Winiker, SVP-Gemeindepräsident in Kriens und Kantonsrat. Er sagt auf Anfrage: «Ich bin grundsätzlich offen für eine Kandidatur. Es freut mich, dass meine Wahlkreispartei mich dafür angefragt hat.» Als zweitgrösste Partei des Kantons müsse die SVP «ohne Wenn und Aber» antreten und einen fähigen Kandidaten aufstellen. «Gerade in der aktuell schwierigen Situation ist es wichtig für den Kanton, dass alle wesentlichen Parteien eingebunden werden», so Winiker. Gespräche mit der Parteileitung hätten schon stattgefunden. Der definitive Entscheid darüber, ob er kandidiert, falle dann vor der Delegiertenversammlung im August.

Partei entscheidet im August

Die Nominationsversammlung der SVP für die Regierungsratswahlen findet am 28. August anlässlich der Delegiertenversammlung in Dagmersellen statt. «Eine Woche zuvor wird die Parteileitung den Delegierten eine Kandidatin oder einen Kandidaten zur Wahl vorschlagen», so Grüter. Dies, nachdem die Leitung die möglichen Anwärter geprüft hat und die Hearings abgeschlossen sind. «Ich bin zuversichtlich, dass wir einen sehr guten Kandidaten präsentieren können.»