WAHLEN: Kriens: Zellweger sagt «Ja, aber»

Die SVP braucht einen neuen Kandidaten, wenn sie ihren Sitz im Gemeinderat verteidigen will. Jetzt will die Volkspartei den Quereinsteiger Martin Zellweger reaktivieren.

Dominik Weingartner
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Martin Zellweger soll für die SVP ihren Sitz im Krienser Gemeinderat verteidigen. (Archivbild Manuela Jans)

Martin Zellweger soll für die SVP ihren Sitz im Krienser Gemeinderat verteidigen. (Archivbild Manuela Jans)

Dominik Weingartner

Am Tag nach dem 1. Wahlgang bei den Gemeinderatswahlen liefen die Telefondrähte bei der SVP heiss. Parteipräsident Peter Portmann musste eine Alternative zu Patrick Koch finden, der sich am Sonntag direkt nach dem Bekanntwerden der Wahlresultate und dem enttäuschenden dritten Platz selbst aus dem Rennen genommen hatte.

Schon am Sonntag war für Portmann klar, dass nur ein Kandidat für den 2. Wahlgang in Frage kommt, nämlich Martin Zellweger (52). Dieser war bereits bei der ersten SVP-Nomination vom Parteivorstand favorisiert worden. Patrick Koch setzte sich dann aber an der Nominationsversammlung gegen den Quereinsteiger durch.

Zellweger stellt Bedingungen

SVP-Präsident Peter Portmann sagte gestern Vormittag, dass der erweiterte Parteivorstand am Abend mit Zellweger zusammensitzen werde und eine Nominationsempfehlung zuhanden der Mitgliederversammlung von morgen Mittwoch abgeben werde. Er habe am Morgen mit Zellweger gesprochen. Dieser sei einer Kandidatur nicht abgeneigt, so Portmann weiter. Doch er stelle Bedingungen. So wolle Zellweger nicht Teil eines polemischen Wahlkampfs werden, wie es Patrick Koch widerfahren ist.

«Es sollte auch um Inhalte gehen»

Martin Zellweger selber sagte gestern: «Mir ist klar, dass eine Gemeinderatswahl auch eine Persönlichkeitswahl ist. Doch es sollte im Wahlkampf auch um die Inhalte gehen, für die diese Person steht.» Zu seiner möglichen Kandidatur sagte Zellweger: «Meine Kandidatur wäre eine bürgerliche Kandidatur, welche die Konkordanz stützen würde. Das hat Kriens auch verdient.» Als Mann der Wirtschaft erachte er es als sinnvoll, wenn er das Finanzdepartement übernehmen würde. Dabei würde er eine klare Linie verfolgen: «Es braucht mehr Disziplin», so Zellweger. Jeder Franken müsse bewusst ausgegeben werden, und Investitionen müssten wirklich sinnvoll sein.

Was der Vorstand der SVP gestern Abend schliesslich beschlossen hat, bleibt unklar. Peter Portmann liess am späteren Abend verlauten, dass man bis Mittwochabend nichts mehr sagen werde.

FDP bleibt in der Ungewissheit

Das bringt die FDP in die Bredouille, die im 1. Wahlgang mit Simon Konrad angetreten war. Er landete abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Parteipräsident Robert Marty sagt: «Es macht keinen Sinn, zwei bürgerliche Kandidaten aufzustellen. Wie man am Sonntag gesehen hat, nehmen sich FDP und SVP gegenseitig die Stimmen weg.» Marty hat zudem schon vor Wochen klargemacht, dass Martin Zellweger für die Freisinnigen «absolut wählbar» sei. Folgt die FDP dieser Logik, würde dies bedeuten, dass sie bei einer Nomination Zellwegers ihren Kandidaten Simon Konrad zurückziehen müsste. Doch Marty ist bis gestern Abend nicht über den Entscheid des SVP-Vorstands informiert worden.

Gut möglich, dass dies heute geschehen wird. Denn eine weitere Bedingung Zellwegers für eine Kandidatur könnte sein, dass er der einzige Kandidat ist, der gegen Franco Faé (CVP) in den 2. Wahlgang geht. Nur so hätte er auch eine reelle Wahlchance. Das wiederum bedingt den Rückzug von Simon Konrad. Dieser war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Klar ist: Die Zeit wird knapp. Die Parteien müssen bis Donnerstag ihre Vorschläge einreichen.

Wiget tritt Amt am 3. September an

dlw. Der frischgebackene Krienser Gemeindepräsident Cyrill Wiget (Grüne) hat am Wahlsonntag seinen Sieg in seinem Café Ambrosia gefeiert. Eine weitere Wahlfeier sei nicht geplant, meinte er am Tag nach der Wahl. «Ich habe nicht die Absicht, mich selber nochmals zu feiern», so Wiget. Cyrill Wiget war als Vizepräsident des Gemeinderats schon seit dem 1. Juli, dem Amtsantritt von Paul Winiker im Regierungsrat, interimistisch Gemeindepräsident.

Beschwerdefrist läuft

Die offizielle Amtsübernahme findet am 3. September statt. Denn bis am 2. September besteht die Möglichkeit, eine Simmrechtsbeschwerde gegen das Wahlergebnis einzureichen, wie die Krienser Gemeindeverwaltung auf Anfrage mitteilt.

Wiget wird neben seinem Umwelt- und Sicherheitsdepartement nun auch das Präsidialdepartement führen. Erst nach Inkrafttreten der Departementsreform per September 2016 wird das Gemeindepräsidium zu einem eigenen Departement aufgewertet.