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Wahlen Luzern: Bürgerliches Komitee setzt auf Erfahrung statt aufs Geschlecht

FDP, SVP und Wirtschaftsverbände unterstützen am 19. Mai Paul Winiker und Marcel
Schwerzmann. Zentral für das Komitee ist deren Positionierung – nicht etwa das Geschlecht, das Alter oder die Konkordanz.
Niels Jost
Die Regierungsräte Marcel Schwerzmann (links) und Paul Winiker. (Bild: Jakob Ineichen, Luzern, 31. Mai 2016)

Die Regierungsräte Marcel Schwerzmann (links) und Paul Winiker. (Bild: Jakob Ineichen, Luzern, 31. Mai 2016)

Der Schock über die Resultate bei den Wahlen vor zweieinhalb Wochen sitzt bei den bürgerlichen Kräften im Kanton Luzern noch immer tief. Während bei den Regierungsratswahlen SVP-Kandidat Paul Winiker die Wiederwahl nur knapp verpasste, musste sich der parteilose, bürgerliche Finanzdirektor Marcel Schwerzmann gar der Grünen-Kandidatin Korintha Bärtsch klar geschlagen geben.

Eine erneutes Auftürmen dieser grünen Welle beim zweiten Wahlgang am 19. Mai möchte das Komitee «Für Verlässlichkeit und Kontinuität» um jeden Preis verhindern. Deren Vertreter haben am Dienstag vor den Medien erklärt, wieso sie auf die bisherigen Regierungsräte Winiker und Schwerzmann setzen.

Drei Frauen weibeln für die zwei Männer

Die Vorstellung war minutiös vorbereitet und inszeniert. Für die beiden wieder antretenden Männer weibelten drei Frauen: mit Elsbeth Lang als Vorstandsmitglied des kantonalen Gewerbeverbands eine Vertreterin der Wirtschaft, mit FDP-Kantonsrätin Sabine Wermelinger als Gemeindepräsidentin von Flühli eine Vertreterin der Landschaft und mit der 29-jährigen SVP-Kantonsrätin Jasmin Ursprung aus Udligenswil eine Vertreterin der jungen Generation und der urbanen Gebiete.

Stellvertretend für alle drei Frauen sagte Elsbeth Lang:

«Die Partei und das Geschlecht spielen eine untergeordnete Rolle bei den Wahlen.»

Vielmehr seien berufliche und politische Erfahrungen für einen Regierungsrat wichtig. Diese können sowohl Paul Winiker als auch Marcel Schwerzmann vorweisen – Korintha Bärtsch hingegen, die Projektleiterin in einem Planungs- und Beratungsbüro ist, mangle es an Führungserfahrung.

Zentral: wirtschaftsfreundliche Haltung

Dass sich die drei Frauen des bürgerlichen Komitees lieber zwei 63- und 54-jährige männliche als ein 34-jähriges weibliches Exekutiv-Mitglied wünschen, begründeten sie mit der wirtschaftsfreundlicheren Positionierung von Winiker und Schwerzmann. Zwar betonte Jasmin Ursprung, dass sie grundsätzlich für geschlechter- und altersgemischte Teams sei. Sie betonte aber:

«Ich will nicht gewählt werden, nur weil ich eine Frau bin.»

Die neue SVP-Kantonsrätin fügte an: «Korintha Bärtsch kann gar nicht die Anliegen aller Frauen und Jungen vertreten. Ich zum Beispiel wünsche mir eine wirtschaftsfreundliche Politik und keine höheren Steuern. Diese Anliegen vertritt Frau Bärtsch nicht.»

Keine Konkordanz mit Grünen-Kandidatin

Doch hat ein Parteiloser ein Anrecht auf einen Sitz in der Regierung, während die linken Parteien, welche ungefähr 20 Prozent der Bevölkerung repräsentieren, aussen vor bleiben müssen?

Die Forderung nach Konkordanz sei politisch unbestritten, gab Sabine Wermelinger zu. Doch den Anspruch auf einen Sitz haben der neu gewählten FDP-Kantonsrätin zufolge nicht die Grünen, sondern die SP. Sie ist im Kantonsrat mit 19 Sitzen die grösste linke Kraft. Die Grünen belegen neu 15 Sitze. «Eine echte Konkordanz könnte beim zweiten Wahlgang also ohnehin nicht zu Stande kommen», argumentierte Wermelinger.

Komitee finanziell breit abgestützt

Mit diesen Voten ist der Abstimmungskampf definitiv lanciert. Ein hartes Ringen um Stimmen wird es insbesondere in der Stadt und Agglo geben – dort konnte Korintha Bärtsch im ersten Wahlgang auftrumpfen. Das bürgerliche Komitee werde daher versuchen, besonders dort die eigenen Wähler zu mobilisieren. Dabei hat es einen grossen Vorteil gegenüber Bärtsch: Das Budget für den Wahlkampf dürfte dank der Unterstützung der Wirtschaft um einiges höher sein, als bei der Grünen-Kandidatin. Abgerechnet wird dann in viereinhalb Wochen.

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