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Präsidenten von SP und GLP: Korintha Bärtsch fehlen die Stimmen der CVP

Für die Präsidenten von CVP, FDP, SP und GLP hat der Bisherigen-Bonus den zweiten Wahlgang der Luzerner Regierungsratswahlen entschieden. Leise Vorwürfe von links gehen an die Adresse der CVP.
Lukas Nussbaumer
Hätte die Grüne Korintha Bärtsch die Wahl in die Regierung mit grösserem Support der CVP geschafft? (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 19. Mai 2019)

Hätte die Grüne Korintha Bärtsch die Wahl in die Regierung mit grösserem Support der CVP geschafft? (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 19. Mai 2019)

«Hätte» war ein oft gehörtes Wort im Vorfeld des zweiten Wahlgangs der Luzerner Regierungsratswahlen: Es stand für die CVP, die statt Stimmfreigabe zu beschliessen besser Position bezogen hätte für die Grüne Korintha Bärtsch. So wie 2015, als sich die Christdemokraten für SP-Kandidatin Felicitas Zopfi ausgesprochen hatten. Allerdings erfolglos: Gewählt wurden mit Paul Winiker (SVP) und Marcel Schwerzmann (parteilos) die zwei gleichen bürgerlichen Männer wie gestern.

«Wäre» wurde am Sonntagnachmittag auffällig oft verwendet – auch wieder im Zusammenhang mit der CVP, der grössten Luzerner Partei, die ihre beiden Kandidaten Guido Graf und Reto Wyss schon im ersten Wahlgang problemlos wieder in die Regierung brachte. Mit der CVP im Boot, tuschelten im Lichthof des Regierungsgebäudes Politinteressierte, wäre Korintha Bärtsch vielleicht gewählt worden.

Nicht erfüllter Wunsch: Klare Stellungnahme der CVP

«Hätte» und «wäre» zählen an Wahltagen jedoch nicht. Entscheidend sind die Zahlen. Und die zeigen ohne Wenn und Aber: Korintha Bärtsch fehlten auf Marcel Schwerzmann exakt 8106 Stimmen. Alle von der CVP?

Kaum, glauben selbst David Roth und Roland Fischer. Die Präsidenten von SP und GLP hätten eine klare Stellung der CVP für die Grüne Frau besonders stark begrüsst. So eben, wie es ihre beiden Parteien getan haben. Roth sagt denn auch, die CVP-Wähler hätten «offensichtlich nicht so stark für Korintha Bärtsch gestimmt». Und Fischer mutmasst, dass die explizite Unterstützung der CVP der Grünen Kandidatin «vielleicht den Sprung in die Regierung ermöglicht hätte».

Lieber Bisherige bestätigen als Linken und Frauen eine Stimme geben

Einig sind sich beide: Die Luzernerinnen und Luzerner haben die Gewohnheit, Bisherige in der Regel wiederzuwählen, höher gewichtet als den Wunsch, eine linke und eine Stimme der Frauen gehöre in die Regierung. «Das gab den Ausschlag», glaubt Roth. Er zeigt sich denn auch enttäuscht vom Scheitern von Bärtsch: «Das ist kein erfreulicher Tag für uns.» Keinen Vorwurf machen könne er der eigenen Partei. Sie habe sich klar hinter die Grüne Frau gestellt, wie deren Spitzenplätze in der Stadt Luzern und auch in Sursee zeigen würden. Also dort, wo die SP bei den Kantonsratswahlen besonders gut abgeschnitten hat.

Fischer sagt, er habe «bis zuletzt gehofft, dass es für Bärtsch reicht». Die Steigerung von knapp 9000 Stimmen gegenüber dem ersten Wahlgang sei «mehr als ein Achtungserfolg», findet der Grünliberale, der im ersten Wahlgang selber Kandidat war.

Präsidenten von CVP und FDP von Klarheit des Resultats überrascht

Auch CVP-Präsident Christian Ineichen spricht von einem «namhaften Stimmenzuwachs» für Korintha Bärtsch. Dennoch habe ihn die Deutlichkeit des Vorsprungs von Paul Winiker und Marcel Schwerzmann «etwas überrascht». Zeigte sich Ineichen im Vorfeld des Wahlsonntags noch davon überzeugt, dass die SP wohl kaum geschlossen für die Grüne Kandidatin votieren würde, kam der CVP-Präsident gestern nach der Analyse der Ergebnisse zum Schluss: «Die SP hat ihren Beitrag für die Grünen geleistet.»

Wie Ineichen von einem knapperen Resultat ging FDP-Präsident Markus Zenklusen aus. Er habe jedoch stets mit der Wiederwahl der beiden Bisherigen gerechnet. Die Freisinnigen beschlossen im Gegensatz zur CVP keine Stimmfreigabe, sondern empfahlen Paul Winiker und Marcel Schwerzmann – wie 2015.

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