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WAHLEN: Rudolf Schweizer: «Die Stadt Luzern hat stark gesündigt»

Der parteilose Stadtratskandidat Rudolf Schweizer (53) kritisiert die Luzerner Wirtschaftspolitik. Er will das Kleingewerbe stärken und Kaderstellen streichen – unter anderem im Stadtrat selbst.
Hugo Bischof
Rudolf Schweizer: «Die GLP steht mir am nächsten». (Bild: Pius Amrein)

Rudolf Schweizer: «Die GLP steht mir am nächsten». (Bild: Pius Amrein)

Am 27. November kommt es in der Stadt Luzern zur Ersatzwahl für den zurückgetretenen Stadtrat Stefan Roth. Der dritte Bewerber neben Franziska Bitzi (CVP) und Thomas Schärli (SVP) ist der parteilose Rudolf Schweizer. Wir fragten ihn nach seinen Zielen.

Rudolf Schweizer, wie heben Sie sich von den beiden anderen Kandidaten ab?

Ich bin ein Reformer, die beiden anderen nicht – denn ihnen fehlt das nötige Wissen dafür.

Was wollen Sie reformieren?

Ich fordere eine Rentenreform für abtretende Stadträte. Mit weniger Rente wird es attraktiver für sie, länger zu arbeiten.

Was sonst noch?

Es braucht eine Reform zur Erhaltung des Kleingewerbes. Die Stadt muss eine Bedarfsanalyse erstellen. Personen, die ein Geschäft eröffnen wollen, müssen beratend unterstützt werden. Es darf nicht sein, dass es zu viele Geschäfte der gleichen Branche gibt. Auch die Wohnraumspekulation gilt es in den Griff zu bekommen. Da entsteht eine Blase, die irgendwann platzt.

Wie kann die Stadt dem Kleingewerbe konkret helfen?

Nehmen wir die derzeitige Bauerei in der Neustadt. Da verlieren Gewerbebetriebe 60 Prozent Umsatz. Der Stadtrat müsste ­einen Fonds gründen, mit dem betroffenen Betrieben in solchen Situationen flankierend geholfen werden könnte.

Von welchen Parteien erhoffen Sie sich am ehesten Unterstützung?

Ich setze mich für ökologischen, ökonomischen Wandel ein. Von daher stehen mir die Grünliberalen am nächsten.

Welches Dossier würden Sie als Stadtrat zuerst anpacken?

Mein wichtigstes Anliegen ist die Erhaltung von Arbeitsplätzen. Wenn Arbeitsplätze abgebaut werden, bedeutet das, dass noch mehr Leute letztlich in der Gosse landen oder Alkoholiker werden.

Braucht es auch wieder mehr grosse Unternehmen?

Ja, natürlich. Da hat die Stadt Luzern stark gesündigt. Wir haben eine Hochschul- und Verwaltungsstadt aufgebaut. Zum Glück gibt es wenigstens noch Firmen wie zum Beispiel Schurter.

Eine Variante wäre, dass Sie bei einer Wahl das Finanz­department des zurückgetretenen Stefan Roth übernähmen. Was befähigt Sie dazu?

Martin Merki, der seit Roths Abwahl interimistisch das Finanzdepartment führt, macht das sehr gut. Es gäbe wohl eher eine Rochade; ich würde als Stadtrat das Ressort Soziales übernehmen.

Wo soll die Stadt sparen?

Ich würde mich dafür einsetzen, die Anzahl Stadträte von fünf auf vier zu reduzieren. Der Posten des EWL-CEO ist abzulösen und durch die Spartenchefs, die bis jetzt ihre Arbeit hervorragend geleitet haben, zu ersetzen. So spart die Stadt einen einzelnen Lohn von rund 372 000 Franken; der eingesparte Ertrag wird für Soziales und Arbeit zur Verfügung gestellt. Das Gleiche sieht unsere Partei der Parteilosen Schweizer (PS) mit den VBL vor.

Einige Stichworte: Sind Sie dafür, dass Velos am Nationalquai fahren dürfen?

(kurzes Zögern) Nein. Man soll dort weiterhin gemütlich spazieren dürfen.

Parkhaus Musegg, ja oder nein?

Nein.

Braucht es die Einsatztruppe SIP?

Ich bin dagegen, die SIP wegzusparen, wie es Thomas Schärli verlangt. Die SIP konnte schon manchen Konflikt verhindern. Es ist besser, die Kesb zu reformieren und dort Kosten zu sparen; das hilft der Stadt, dem Kanton und unserem Staat mehr. Es ist höchste Zeit für echte, landesweite Reformen statt Wischiwaschi-Politik von links bis rechts.

Wie hoch schätzen Sie Ihre Wahlchancen ein?

Meine Prognose lautet, dass Thomas Schärli 25 Prozent der Stimmen erhält, ich 35 Prozent und Franziska Bitzi 40 Prozent.

Sie rechnen also mit einem zweiten Wahlgang?

Man könnte dann auch sagen, es braucht nur vier Stadträte. Dann wäre eine meiner Sparmassnahmen umgesetzt.

Hinweis

Der 53-jährige Rudolf Schweizer ist Inhaber einer Carrosserie-Spenglerei in Obernau/Kriens. Er lebt in Luzern und hat zwei Kinder (16- und 19-jährig).

Hugo Bischof

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