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WAHLEN: Ruswiler Gemeinderats-Präsidium: SVP unterstützt SP-Kandidatin

Spannende Ausgangslage im Kampf um die Nachfolge von Leo Müller (CVP) im Gemeinderat: Während die Parole der SVP aufhorchen lässt, entscheidet sich die FDP für Stimmfreigabe.
Ernesto Piazza
Lotti Stadelmann. (Bild: Pius Amrein (17. Juni 2012))

Lotti Stadelmann. (Bild: Pius Amrein (17. Juni 2012))

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Im Dorf wirbt die CVP mit grossen Plakaten für ihren Kandidaten Franzsepp Erni. Am letzten Freitag veranstaltete die Gruppierung Los! Ruswil mit ihm und seiner Gegenspielerin Lotti Stadelmann (SP) ein öffentliches Podium. Mit der Parolenfassung von SVP und FDP biegt der Abstimmungskampf um das Gemeindepräsidium auf die Zielgerade ein. Und vor allem erstaunt dabei: Die SVP unterstützt die SP-Frau Lotti Stadelmann. Die FDP ihrerseits will sich mit der Parole «Stimmfreigabe» auf keine bestimmte Meinung festlegen und «das Volk entscheiden lassen», wie Parteileitungsmitglied Peter Amrhyn auf Anfrage erklärt. Am 29. April entscheidet Ruswil an der Urne über die Nachfolge von Leo Müller (CVP).

Aktuell setzt sich der Gemeinderat aus drei CVP- und je einem FDP- und SP-Vertreter zusammen. Sollten die Linken in der knapp 6900 Einwohner zählenden Gemeinde im Rottal das Präsidium künftig für sich beanspruchen, wäre das für die langjährige CVP-Hochburg ein historischer Moment. Lotti Stadelmann ist seit sechs Jahren im Gemeinderat und hat dort das Ressort Finanzen inne. Vorher vertrat sie die SP schon 12 Jahre im Kantonsrat. Ortsparteipräsident Franzsepp Erni will das in Ruswil traditionelle CVP-Mandat verteidigen.

«Massen uns nicht an, fürs Präsidium zu kandidieren»

Dabei dürfte der SVP eine Schlüsselrolle zukommen. Dessen ist sich auch die CVP bewusst. «Deren Parteivorstandsmitglieder wollten mit uns an den Tisch sitzen, um die Situation zu besprechen», sagt SVP-Präsident Fabian Stadelmann. Und mit welchem Ergebnis? «Eigentlich mit keinem Resultat», erklärt er. «Wir erwarteten von der CVP, dass sie sich konkret dazu äussert, wie sie unsere Rolle beurteilt, in die Exekutive mit eingebunden zu werden.» Des Weiteren wäre für die SVP auch eine Option gewesen, «dass die CVP einen ihrer beiden aktuellen Gemeinderäte Eugen Amstutz oder Rolf Marti als Gemeindepräsident nominiert hätte. Doch mit ihrem Entscheid wollen sie ihre drei Sitze im Rat offensichtlich unbedingt behalten».

An der kürzlich stattgefundenen Parteiversammlung hat die SVP über die Ausgangslage beraten und die Parole gefasst. «Wir unterstützen Lotti Stadelmann bei der Wahl zum Gemeindepräsidium», so Fabian Stadelmann. «Und dies ohne jegliches politische Kalkül», fügt er noch an. Kalkül deshalb, weil bei einer Wahl der SP-Frau ein Sitz in der Ruswiler Exekutive frei würde und der SVP wiederum die Möglichkeit gäbe, bei der Ersatzwahl für ein Mandat zu kandidieren. Zuletzt blieb die Volkspartei bei den Gesamterneuerungswahlen 2016 im Kampf um einen Gemeinderatssitz erfolglos. Damals unterlag Fabian Stadelmann im zweiten Wahlgang dem FDP-Mann Thomas Glanzmann.

Stellt sich die Frage, warum die Volkspartei nicht selber einen Kandidaten für die Nachfolge von Leo Müller stellt. «Das war und ist für uns kein Thema», sagt der SVP-Ortsparteipräsident. «Wir massen uns nicht an, direkt auf das Präsidium zu aspirieren.» Sie seien in Ruswil schliesslich noch nie in der Exekutive vertreten gewesen. Dass die SVP mit dieser Parole einen politischen Spagat mache, verneint Fabian Stadelmann. Er sagt: «Exekutivwahlen sollen Personenwahlen sein. Die SP-Kandidatin ist volksnah, politerfahren und für uns nicht soweit links anzusiedeln, um nicht wählbar zu sein.» Zudem mache Lotti Stadelmann als Finanzvorsteherin einen guten Job. Und weitere Herausforderungen warten auf Ruswil. Kürzlich ist zwar die neue Dreifachturnhalle offiziell eingeweiht worden. Doch in der nächsten Zeit wird beispielsweise auch das «Wie weiter?» beim Chrämerhus und den neuen Räumlichkeiten für die Gemeindeverwaltung die Bevölkerung stark beschäftigen.

FDP ist mit beiden Kandidaten zufrieden

Die SVP unterstützt also SP-Frau Lotti Stadelmann. Doch wie beurteilt die FDP die beiden Kandidaten? Am Montagabend waren diese von der Partei zum Hearing geladen. «Beide Personen haben sich souverän präsentiert», sagt Peter Amrhyn.

Im Anschluss an das Gespräch habe man die Ausgangslage diskutiert, wobei sich letztlich eine FDP-Mehrheit für Stimmfreigabe entschied.

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