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WAHLEN: SP-Präsidentin wirft Handtuch vorzeitig

Felicitas Zopfi will Regierungsrätin werden und ist gleichzeitig Parteipräsidentin. Nun kommt Zopfi überraschend zum Schluss, dass die Doppelrolle «schwierig» ist. Derweil stehen zwei Männer als Nachfolger im Vordergrund.
Lukas Nussbaumer
Die Luzerner SP-Parteipräsidentin und Kantonsrätin Felicitas Zopfi. (Bild: pd)

Die Luzerner SP-Parteipräsidentin und Kantonsrätin Felicitas Zopfi. (Bild: pd)

Lukas Nussbaumer

Die 56-jährige Stadtluzerner Kantonsrätin Felicitas Zopfi stellt ihr Amt als Parteipräsidentin der SP am 28. Februar zur Verfügung. Das überrascht. Bis jetzt sagte die Regierungsratskandidatin stets, sie trete am Parteitag vom 13. Juni zurück. Warum ist die Lehrerin zum Schluss gekommen, ausgerechnet jetzt das Handtuch zu werfen?

Zopfi, welche die SP seit März 2009 führt, begründet ihren Schritt mit der «schwierigen Doppelrolle» als Parteipräsidentin und Anwärterin auf einen Sitz in der Regierung. «Es ist nicht optimal, wenn ich als Kandidatin Auskunft geben muss über die Wahlen, an denen ich selber teilnehme. Es ist sauberer, wenn ich jetzt zurücktrete.»

Doch warum hat Zopfi bis jetzt immer kommuniziert, sie bleibe bis Mitte Juni an der Spitze der Sozialdemokraten, auch noch Mitte Juli 2014, als sie ihre Kandidatur offiziell anmeldete? «Damals war ich erst eine mögliche parteiinterne Kandidatin. Es gab bis jetzt keinen Grund, meinen vorzeitigen Rücktritt als Parteipräsidentin anzukündigen.» Sie habe ausserdem Wert darauf legen wollen, an einem ordentlichen Parteitag zurückzutreten.

Vizepräsident übernimmt

Bereits entschieden hat die Geschäftsleitung der Genossen, dass Vizepräsident Daniel Gähwiler (31) die Partei bis Mitte Juni interimistisch führen wird. Möglich ist allerdings, dass Gähwiler im Juni als Nachfolger für Zopfi ins parteiinterne Rennen steigt. «Das schliesse ich nicht aus. Die Arbeit an der Parteispitze macht mir Spass», sagt Gähwiler, der seit 2009 Vizepräsident der SP ist und aktuell für den Kantonsrat kandidiert. Entschieden sei «aber noch nichts».

Gähwiler gefällt sein Job als Vize gut so gut, dass er sich vorstellen könnte, die SP längerfristig zu führen. Es gebe Herausforderungen, die er gerne anpacken möchte. Etwa den Aufbau einer zeitgemässen Parteiorganisation auf der Landschaft. «Hier haben wir Potenzial, unseren Wähleranteil auszubauen. Doch die Strukturen auf der Landschaft halten nicht Schritt mit unseren Erfolgen», sagt Gähwiler – und denkt an den Gewinn eines zweiten Gemeinderatssitzes in Wikon und den Einzug in den Gemeinderat von Ruswil bei den Wahlen 2012.

Roth: «Ich überlege es mir»

Ebenfalls als möglicher Kandidat gehandelt wird der Stadtluzerner Kantonsrat David Roth. Auch der frühere Präsident der Juso Schweiz will sich noch nicht konkret äussern, ob er am 13. Juni zur Verfügung steht. Roth: «Es ist noch zu früh für eine konkrete Aussage. Ich überlege mir eine Kandidatur aber schon.» Abhängig machen will Roth sein Antreten auch davon, wie sich die Partei nach den Wahlen konstituiert.

So wenig sich mögliche Nachfolger von Felicitas Zopfi in die Karten blicken lassen, so klar ist das Vorgehen der SP-Geschäftsleitung: Am 28. Februar wird eine Findungskommission eingesetzt, die sich auf die Suche nach Kandidaten begibt. Sicher ist auch, dass Parteisekretär Sebastian Dissler keinen Rollentausch anstrebt: «Ich kandidiere sicher nicht als Parteipräsident.»

Zopfi: «Ein Mann? Kein Problem»

Gemäss aktuellem Stand interessiert sich keine Frau für die Nachfolge von Felicitas Zopfi. Die Noch-Parteipräsidentin hätte «aber kein Problem, wenn ein Mann in meine Fussstapfen treten würde». Mit Yvonne Schärli in der Regierung, Priska Lorenz als Fraktionschefin und ihr als Parteipräsidentin seien derzeit in der Partei ja alle Schlüsselpositionen von Frauen besetzt. Ausserdem sei die SP schon vor ihrem Amtsantritt im März 2009 von einer Frau mitgeleitet worden. Die abtretende Kantonsrätin Trix Dettling (Buchrain) stand der Partei zusammen mit Jörg Häfliger als Co-Präsidentin vor.

Für das Präsidium der SP ist ein Pensum von mindestens 20 Prozent nötig. Die Spesenentschädigung pro Jahr beträgt 5000 Franken.

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