WAHLEN: Wer setzt sich bei der FDP durch?

Die FDP Luzern will ihren frei werdenden Ständeratssitz verteidigen. Zwei Kandidaten treten zur Partei-internen Vorwahl an.

Matthias Stalder
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Hier wollen die beiden FDP-Kandidaten hin. Der Ständeratssaal im Bundeshaus in Bern. (Bild: Keystone)

Hier wollen die beiden FDP-Kandidaten hin. Der Ständeratssaal im Bundeshaus in Bern. (Bild: Keystone)

Die FDP des Kantons Luzern bringt sich in Stellung für die eidgenössischen Wahlen von 2015. Georges Theiler, Ständerat der Luzerner FDP, wird nächstes Jahr zurücktreten, somit wird einer der beiden Luzerner Ständeratssitze frei. Der Stadtluzerner tritt nach einer Legislatur zurück. Nun will die FDP einen geeigneten Kandidaten aufstellen, damit der Sitz nicht verloren geht.

John F. Kennedy vom Seetal

Die Luzerner Freisinnigen entscheiden am kommenden Montag an ihrer Delegiertenversammlung, wen sie ins Rennen um die Nachfolge von Theiler schicken. Die Delegierten haben die Wahl zwischen dem aufstrebenden Kantonsrat Damian Müller (29) und dem Parteipräsidenten und Nationalrat Peter Schilliger (55). Die Kandidatur Schilligers ist seit Längerem bekannt. Ob der Parteipräsident von den Delegierten nominiert wird, ist allerdings ungewiss.

Damian Müller entschloss sich ebenfalls, für den Ständerat zu kandidieren. Müller wird von vielen FDP-Delegierten als energiegeladen empfunden. Mit seiner umgänglichen und kommunikativen Art komme er an, schreibt Politikberater Mark Balsiger in seinem neuen, in diesen Tagen erscheinenden Buch «Wahlkampf statt Blindflug», das sich mit erfolgreichen Polit-Kampagnen auseinandersetzt. Müller wurde wegen seines Äusseren auch schon als «John F. Kennedy aus dem Seetal» bezeichnet. Zudem hatte er als Kantonsratskandidat den Sprung ins Luzerner Parlament 2011 gleich beim ersten Versuch geschafft. Mit seinem Resultat überflügelte er zwei bisherige FDP-Kantonsräte, einer von ihnen wurde deswegen abgewählt.

Erfahrung gegen Jugend

Müller geht als Aussenseiter ins Rennen. Er ist seit 2011 Luzerner Kantonsrat, hat aber national noch keine Erfahrungen sammeln können. Trotzdem zeigt er sich auf Anfrage optimistisch zu seinen Wahlchancen: «Mein Rucksack ist gut gefüllt. Ich bin zuversichtlich», sagt er. Trotz seines jungen Alters könne er den Kanton Luzern gut im Ständerat vertreten. Er sei seit zwölf Jahren in der Politik aktiv. Zudem brauche es im Ständerat Vertreter aus jeder Generation, die sich mit Engagement und Herzblut für die Schweiz einsetzen.

Um den Ständeratssitz zu verteidigen, braucht die FDP einen mehrheitsfähigen Kandidaten. Müller sieht mit seiner Kandidatur keine Gefahr, die Partei zu spalten. «Wir fördern in unserer Partei den Wettbewerb, das gilt auch für Kandidaturen. Es soll dementsprechend ein demokratischer Entscheid gefällt werden.»

Schilliger tritt Kritikern entgegen

Müllers Kontrahent ist der Parteipräsident Peter Schilliger. Dieser rutschte vor zwei Jahren nach dem Tod von Otto Ineichen in den Nationalrat. Nach dem Rücktritt von Georges Theiler zieht es Schilliger bereits weiter in den Ständerat. Hinter vorgehaltener Hand wird kritisiert, dass er dank seiner Ämter einfach weiterrutsche, quasi etwas erbe. Schilliger wehrt sich vehement dagegen: «Das hat nichts mit erben zu tun. Im Gegenteil, ich bin bereit, für die Partei Verantwortung zu übernehmen», sagt Schilliger. Er begründet die Motivation für den Ständerat mit seiner Erfahrung als KMU-Chef. Im Ständerat sei es einfacher, Anliegen vom Gewerbe einzubringen. Zudem sei er als ehemaliger Gemeindepräsident von Udligenswil eine konsensorientierte Politik, wie sie im «Stöckli» gepflegt werde, gewohnt.

Einen Grabenkampf in der Partei befürchtet Schilliger nicht. Wie sein Kontrahent Damian Müller bekräftigt er den Wettbewerb. Zudem habe der Sitzerhalt der FDP höchste Priorität, deswegen müsse die Partei geeint bleiben. Schilliger betont, dass die Verteidigung des Ständeratssitzes für die FDP kein Selbstläufer werde. Die SVP werde einen Kandidaten stellen, auch die SP werde angreifen. «Bei einem Majorzverfahren wie bei der Ständeratswahl war die FDP aber immer fähig, wählbare Leute aufzustellen», sagt Schilliger.