Glosse
Wahlflyer sorgt in der Stadt Luzern für Wirbel – man sollte immer auch die Rückseite lesen!

Kann man gleichzeitig Stadtluzerner Bürger und linksgrün sein? Nein, findet ein Komitee...

Robert Knobel
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In die Stadtluzerner Briefkästen flatterte kürzlich ein Wahl-Flyer. Absender ist das Komitee «Für Kontinuität und Konkordanz» um den Luzerner Unternehmer und Anwalt Jost Schumacher. Das Komitee wirbt für eine Wiederwahl der beiden Stadträtinnen Franziska Bitzi (CVP) und Manuela Jost (GLP). Die Argumente («stabile Stadtfinanzen», «intelligente Verkehrskonzepte» etc.) mögen plausibel sein. Der Hammer versteckt sich auf der Rückseite des Flyers. Wörtlich heisst es dort: «Mit Ihrer Wahl tragen Sie die Entscheidung mit, wer in Luzern in den kommenden vier Jahren im Stadtrat die Leitplanken setzt: Sie, die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, … oder Links-Grün.»

Jetzt wissen wir’s: Man ist entweder Bürger – oder man wählt links-grün. Kein Wunder erreichten uns Reaktionen von besorgten Wählern, die im Falle einer Wahl des Duos Bitzi-Jost eine Ausbürgerung befürchten. Dass die für gewöhnlich ausgewogenen Stadträtinnen wie auch diverse Politiker von CVP, FDP und SVP mit ihrem Namen hinstehen, lässt vermuten, dass sie vielleicht nicht so genau hingeschaut haben, was sie da unterschrieben. Doch mit Flyern, liebe Politiker, ist es wie mit Packungsbeilagen: Man sollte immer auch die Rückseite lesen.