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WAHLKAMPF: SP attackiert Daniel Bühlmann

Die SP schiesst scharf gegen die SVP und wärmt die Ära Bühlmann wieder auf. Damit hat sogar die eigene SP-Kandidatin Felicitas Zopfi ihre Mühe.
Flurina Valsecchi
Die SP des Kantons Luzern nimmt alt SVP-Regierungsrat Daniel Bühlmann ins Visier. (Bild: Screenshot Facebook)

Die SP des Kantons Luzern nimmt alt SVP-Regierungsrat Daniel Bühlmann ins Visier. (Bild: Screenshot Facebook)

Flurina Valsecchi

Bislang war es erstaunlich ruhig, obwohl die Luzernerinnen und Luzerner bereits in gut fünf Wochen Regierung und Parlament wählen werden. Jetzt aber geht die SP des Kantons Luzern, die den Sitz der abtretenden Yvonne Schärli verteidigen will, in den Angriff über. Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht die Partei ein Plakat mit dem Titel: «SP-Regierungstradition versus SVP-­Katastrophe, wir ziehen Bilanz» (siehe Bild nebenan). Pikant: Die SP rückt den ehemaligen SVP-Regierungsrat Daniel Bühlmann ins Rampenlicht.

Auf Anfrage erklärt Sebastian Dissler, Parteisekretär und Mitglied des SP-Wahlkampfteams: «Das Bild ist Teil unserer Kampagne, wir wollen dem Stimmvolk aufzeigen, dass es eine linke Kraft und vor allem auch eine Frau in der Luzerner Regierung braucht. Jene, die bei Bühlmanns frauenfeindlichen Sprüchen applaudierten, wollen nun mit Paul Winiker die Vertretung der Frauen und der SP aus der Regierung drängen.» Die SP habe immer konstruktiv in der Regierung mitgearbeitet. Den Vergleich mit der bisherigen SVP-Regierungsarbeit brauche man nicht zu scheuen. Deshalb sei der bislang einzige SVP-Vertreter in der Regierung, also Bühlmann, abgebildet, sagt Dissler. Bis jetzt habe man positive Reaktionen erhalten. Ob das Plakat noch auf anderen Kanälen veröffentlicht werde, sei noch offen.

Und was sagt Felicitas Zopfi, die noch kurze Zeit die SP präsidiert und selber für den Regierungsrat kandidiert? «Es ist nicht mein persönlicher Stil, den politischen Gegner zu kommentieren», erklärt Zopfi gegenüber unserer Zeitung. Sie konzentriere sich lieber darauf, über die eigenen Stärken zu reden. Zopfi betont aber gleichzeitig auch: «Hinter den Aussagen, die in diesem Eintrag gemacht werden, kann ich stehen. Sie sind inhaltlich richtig.»

Kurze Rückblende: Bühlmann amtete von 2005 bis 2007 als Luzerner Regierungsrat. Er geriet unter anderem wegen unbezahlter privater Rechnungen in Kritik und wurde im ersten Wahlgang mit einem schlechten Resultat abgestraft. Die SVP wechselte darauf den Kandidaten aus, blieb aber chancenlos. Das Stimmvolk entschied sich für den parteilosen Marcel Schwerzmann. Dieser war zuvor als kantonaler Steuerverwalter tätig, hatte aber noch unter dem schliesslich abgewählten Finanzdirektor Bühlmann abtreten müssen.

Bühlmann will nicht klagen

Daniel Bühlmann selber erfuhr gestern durch unsere Zeitung, dass nicht etwa die eigene Kandidatin Zopfi, sondern er selber auf einem Facebook-Plakat der SP abgebildet ist. «Das bringt mich zum Lachen», sagt er auf Anfrage. «Hat die SP keine kreativeren Ideen? Etwas mehr Sachlichkeit hätte der SP einmal mehr nicht geschadet.» Rechtliche Schritte wegen einer allfälligen Verletzung des Persönlichkeitsschutzes werde er aber keine einleiten.

Bühlmann fügt an: «Ich verstehe gar nicht, warum sich die SP ausgerechnet mich als Feind ausgesucht hat.» Er stelle den SP-Sitz in der Regierung gar nicht in Frage. «Die Linken haben einen Anspruch.» Die SVP müsse den Sitz des parteilosen Schwerzmann angreifen. Bühlmann betont, dass er nichts gegen Schwerzmann als Person habe, sondern dass es ihm um die Kräfteverteilung gemäss des freiwilligen Proporzes gehe.

Verwundert über die Attacke ist Bühlmann auch, weil er mit SP-Frau Yvonne Schärli in seiner Regierungszeit sehr gut zusammengearbeitet habe. Ihr ging es offenbar ähnlich. Im vergangenen Sommer zumindest sagte die abtretende SP-Regierungsrätin in einem Interview mit unserer Zeitung: «Beim Projekt ‹Starke Stadtregion›, der angestrebten Grossfusion rund um Luzern, hiess mein engster Verbündeter Daniel Bühlmann.»

Bühlmann gehört noch immer der SVP an, seit 2007 ist er aber nicht mehr öffentlich politisch aktiv. Er ist heute beim Bauunternehmen Losinger-Marazzi als Leiter für die Projektentwicklung in der Zentralschweiz tätig.

SVP: «Billige Wahlpropaganda»

Gelassen gibt man sich derweil auch bei der SVP. «Das ist schlicht billige Wahlpropaganda», sagt SVP-Kantonalpräsident Franz Grüter auf Anfrage. Das Kapitel Bühlmann sei parteiintern und in der Öffentlichkeit längst abgeschlossen. «Wenn diese alte Geschichte tatsächlich das einzige Argument ist, welches die SP gegen die SVP auszurichten hat, dann ist das sehr schwach», sagt Grüter. Das würden auch die Wähler merken. Nach Bühlmanns Abgang vor bald acht Jahren habe sich in der SVP viel getan, die meisten Mitglieder der Parteispitze seien neue Köpfe.

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