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Waldschäden in der Region Luzern
sind schlimmer als nach Burglind

Besonders der Bireggwald in Luzern und der Grämliswald in Horw wurden vom Sturm am Samstag stark getroffen. Als Folge wird sich der Borkenkäfer wohl weiter ausbreiten können.
Gina Bachmann
Im Bireggwald in der Nähe des Vita Parcours sind mehrere Bäume entwurzelt worden. (Bilder: Pius Amrein, Horw, 8. Juli 2019)

Im Bireggwald in der Nähe des Vita Parcours sind mehrere Bäume entwurzelt worden. (Bilder: Pius Amrein, Horw, 8. Juli 2019)

Umgekippte Baumstämme versperren den Weg zum Vita Parcours im Bireggwald. Ohne sich zu bücken oder zu klettern, gibt es dort momentan kein Durchkommen. Der Sturm vom Samstag hat den Luzerner Wald zwar nur punktuell getroffen, dort dafür umso heftiger. Auch im südlichen Teil des Waldes, Richtung Allmend, gibt es viele kahle Stellen, Bäume wurden mitsamt Wurzelkopf ausgerissen und einige Stämme sind spektakulär zersplittert.

Die Schäden, die sich in diesen Tagen offenbaren, sind laut Stadtoberförster Raphael Müller stellenweise schlimmer als nach dem Sturm Burglind vom Januar 2018. Er schätzt, dass im Bireggwald insgesamt 800 bis 1000 Kubikmeter Wald zerstört wurden. Zum Vergleich: Bei Burglind wurden dort zirka 200 bis 300 Kubikmeter Wald beschädigt. Besonders die im Sommer belaubten Buchen boten den Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde eine grosse Angriffsfläche und fielen ihnen reihenweise zum Opfer.

Tote Bäume bieten Nahrung für Schädling

Für die Natur sind solch schwere Sturmschäden grundsätzlich nicht weiter schlimm, da sie sich von selbst regenerieren kann. Zum Problem werden könnte allerdings der Borkenkäfer, so Müller. Aufgrund der hohen Trockenheit im Wald und der Schäden des Sturms Burglind vom vergangenen Jahr konnte sich der Schädling in der Region Luzern vermehrt ausbreiten. Dass nun noch mehr umgeworfene Bäume und abgebrochene Stämme auf dem Waldboden liegen, wird diese Situation verschärfen.

Stadtoberförster Raphael Müller im Bireggwald.

Stadtoberförster Raphael Müller im Bireggwald.

Doch das Fallholz rigoros wegzuräumen, ist laut Müller ebenfalls nicht die beste Lösung. Denn auf dem internationalen Holzmarkt herrscht momentan ein Überangebot. Die Förster müssten das Holz erstmals im Wald zwischenlagern und dort mit Chemikalien besprühen, um es vor weiterem Käferbefall zu schützen. «Die Lagerung des Holzes führt zu ausserdem zu einem Wertverlust», sagt Müller. Abgesehen vom zerstörten Waldbild sei der Schaden deshalb vor allem wirtschaftlicher Art.

Aufenthalt in Wäldern ist weiter gefährlich

Auch der kleinere Grämliswald südlich des Bireggwalds wurde schwer getroffen. Trotz Warnung der Luzerner Polizei hat der von der Korporationsgemeinde Horw zuständige Förster Roger Wüest dort am Montagmorgen Jogger angetroffen. Sich im Wald aufzuhalten, ist zurzeit jedoch nicht zu empfehlen, da lose Äste auch bei Windstille unerwartet auf den Boden fallen können. Solange die Wälder nicht vollständig aufgeräumt werden, sei die Situation in den betroffenen Wäldern gefährlich, so der Mediensprecher der Luzerner Polizei, Urs Wigger.

Der Sturm hat mehrere Bäume geknickt.

Der Sturm hat mehrere Bäume geknickt.

Wie lange die Aufräumarbeiten genau dauern werden, ist noch unklar. Raphael Müller hofft auf das Verständnis der Bevölkerung, dass dies mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann. «Vor allem die kleineren Wege im Wald werden nicht sofort geräumt werden können», sagt er.

Badis gehen wieder auf

Im Vergleich dazu müssen sich Luzerner Badigäste weniger lang gedulden. Das Lido Luzern wird nach zwei Tagen Aufräumarbeiten am Dienstag wieder öffnen und auch beim Strandbad Tribschen rechnete man am Montag auf Anfrage damit, gegen Dienstagnachmittag wieder öffnen zu können.

Übrigens: An den Gebäuden im Kanton Luzern hinterliess der Sturm kaum Schäden, wie die Gebäudeversicherung am Montagabend mitteilte. Die geschätzte Schadenssumme beläuft sich auf 2 Millionen Franken. Burglind hatte Schäden in Höhe von 22 Millionen Franken verursacht.

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