Wanderer müssen sich gedulden: Neue Hängebrücke in Flühli verzögert sich

Der Bau der neuen Hängebrücke im Gebiet Chessiloch in Flühli dürfte erst im Sommer erfolgen. Grund dafür ist eine hängige Einsprache.

Evelyne Fischer
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Im Gebiet Chessiloch gibt es heute bereits eine Hängebrücke, die Wanderern einen Blick auf den dortigen Wasserfall ermöglicht. (Bild: Guido Küng, Flühli)

Im Gebiet Chessiloch gibt es heute bereits eine Hängebrücke, die Wanderern einen Blick auf den dortigen Wasserfall ermöglicht. (Bild: Guido Küng, Flühli)

«Der Plan, im Spätherbst 2018 zum Spatenstich anzusetzen, war zu ehrgeizig.» Hans Lipp, Gemeindeammann von Flühli, macht keinen Hehl daraus: Wanderer müssen noch eine Weile auf die neue, 62 Meter lange Hängebrücke im Chessiloch warten. «Wir rechnen mit einer Eröffnung im Herbst.» Rund zwei Monate dauert die Bauzeit. Viel Material muss vor Ort geflogen werden.

Zur Erinnerung: Oberhalb des Seebenbachs, in 40 Metern Höhe, soll die sieben Tonnen schwere Brücke installiert werden. 365'000 Franken haben die Stimmbürger im Mai dafür gesprochen. Der Bach kann heute über einen Holzsteg überquert werden. Das betroffene Wegstück und der Steg wurden in der Vergangenheit aber wegen Hochwasser immer wieder beschädigt.

Erschliessung ist noch nicht restlos geklärt

«Die Hängebrücke stand letztes Jahr nicht zuoberst auf der Prioritätenliste», sagt Hans Lipp.

«Flühli wurde als Rückzonungsgemeinde definiert. Dem Gemeinderat war es wichtiger, in jenem Bereich die Kurve zu kriegen.»

Zum Stillstand kam das Projekt Hängebrücke trotzdem nicht: Aktuell werden Offerten eingeholt. Das Baugesuch lag Ende 2018 öffentlich auf. «Ein Grundstückbesitzer hat vorsorglich eine Einsprache eingereicht», so Lipp. Zwischen dessen Haus und Schopf führe eine Zufahrtstrasse vorbei. Gemeindeammann Lipp sagt:

«Der Einsprecher befürchtet, dass der Verkehr mit der neuen Brücke zunimmt und wild parkiert wird.»

Denn vor Ort könnten nur 20 Autos abgestellt werden. «Daher prüfen wir, ob ab der Kantonsstrasse ein Fahrverbot Sinn macht.» Im Dorf gebe es Gratis-Parkplätze, ein Marsch von einer halben Stunde sei zumutbar.

Interessant ist: Keine Einwände gab es von Naturschutz-Organisationen. Lipp: «Dies liegt wohl auch an der Unterstützung des Vereins Luzerner Wanderwege. Ohne Brücke würden wir 14 attraktive Wanderrouten verlieren.»