Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Warum der Kanton Luzern einst die Spange Nord abgelehnt hat

Bereits 1992 kam es zu einer Abstimmung über die Spange Nord. Damals war der Kanton dagegen, heute treibt er die Umfahrung voran. Eine Rolle spielen dabei die Kosten.
Stefan Dähler

Sie würde «Mehrverkehr verursachen» und sich negativ auf die «Siedlungsentwicklung» auswirken. Mit diesen Argumenten lehnte der Luzerner Regierungsrat 1992 eine Initiative für die Nordtangente ab, wie der damaligen Abstimmungsbotschaft zu entnehmen ist. Diese forderte konkret, dass sich der Kanton Luzern dafür einsetzt, dass die Strecke ins Nationalstrassennetz aufgenommen wird. Dadurch hätte der Bund den grössten Teil der Kosten finanziert (wir berichteten).

Die Initiative wurde mit 62,7 Prozent klar abgelehnt, die Nordtangente ist aber auch noch heute im Gespräch - unter dem Namen Spange Nord. Dieses Projekt wird nun bekanntlich vom Kanton nicht nur unterstützt, sondern auch geplant; der Luzerner Stadtrat dagegen lehnt es ab. Da stellt sich die Frage, warum der Kanton seine Haltung geändert hat. Dies hat mehrere Gründe, wie Mirija Weber, Kommunikationsverantwortliche beim kantonalen Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement, ausführt.

Bypass macht den Unterschied

Der offensichtlichste: Heute wird die Spange Nord vom Projekt Bypass ergänzt. «Mit dem aktuellen Nationalstrassenprojekt wird der Transitverkehr auf den Bypass – einen neuen Autobahntunnel zwischen Ibach in Luzern Nord und dem Gebiet Grosshof in Kriens – verlagert», so Weber. Dadurch werde der Anschluss Luzern-Lochhof vom Durchgangsverkehr deutlich entlastet. Das war 1992 noch nicht der Fall: «Die Kapazitätsgrenze des Reussporttunnels wäre ohne Bypass in absehbarer Zeit erreicht worden, sodass der Einmündungsverkehr von der Nordumfahrung auf die A2 stark behindert und in Spitzenzeiten nahezu verunmöglicht worden wäre.»

Weiter wäre die alte Nordtangente deutlich teurer gewesen. Vorgesehen war, die Strecke zwischen Lochhof und Schlossberg auf 1,3 Kilometern zu untertunneln. Aktuell ist nur noch ein 370 Meter langer Tunnel vorgesehen. Das ist auch einer der grossen Streitpunkte mit der Stadt. Weiter sollte die alte Nordtangente bis ins Würzenbach weiterführen. Grob geschätzt hätte das Ganze damals 350 Millionen Franken gekostet. Heute sind es 200 Millionen, wobei die Planungen noch nicht abgeschlossen sind. Möglich, dass sich die Spange nochmals verteuert, falls etwa eine längere Untertunnelung hinzukommt.

Längere Untertunnelung hin oder her - die negativen Auswirkungen auf die «Siedlungsentwicklung» bleiben als Gegenargument zum Strassenprojekt bestehen. Hier gewichtet der Kanton nun die Gesamtinteressen der Region höher, dennoch sei auch eine gute städtebauliche Lösung zentral, wie der zuständige Regierungsrat Robert Küng (FDP) in einem Interview gegenüber unserer Zeitung sagte.

Das aktuelle Projekt bringe denn auch zusätzliche Nutzen für den ÖV, welche bei der Nordtangente noch nicht vorgesehen waren. «Es ist kein Kapazitätsausbau auf dem städtischen Netz vorgesehen, sondern eine Verlagerung des Verkehrs», so Weber. So würde der Verkehr im Zentrum um rund 30 Prozent reduziert, was Platz schaffe für durchgehende Busspuren (mehr dazu hier).

Von der Stadt zum Kanton

Das Projekt, über das 1992 abgestimmt wurde, basierte auf einer Studie von 1984. Bei der Planung der Nordtangente war damals die Stadt Luzern federführend, wobei sich Kanton und Bund an der Finanzierung beteiligten. Heute ist der Kanton für die Spange Nord zuständig. Grund ist eine Neuregelung der Zuständigkeiten im Rahmen des Nationalen Finanzausgleichs. Vor dessen Einführung 2008 war der Bund noch nicht alleine für die Nationalstrassen verantwortlich. Heute ist dies der Fall, während für die Verbindung zur nächsten Kantonsstrasse die Kantone zuständig sind. Die Spange Nord wird deshalb durch den Kanton geplant und realisiert, erklärt Mirija Weber, Kommunikationsverantwortliche beim Luzerner Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement. Der Bypass dagegen ist Sache des Bundes. (std)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.