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Warum sich der Horwer Einwohnerrat mit gefällten Friedhofs-Bäumen beschäftigt

Auf dem Horwer Friedhof sind vier Platanen verschwunden - kurz nachdem sie noch gepflegt worden waren. «Die Gemeinde hat definitiv ein Luxusproblem», frotzelte die FDP im Einwohnerrat. Ein Fall für den Horwer Finanzvorsteher.
Roman Hodel
Blick auf den Friedhof Horw. (Archivbild: LZ)

Blick auf den Friedhof Horw. (Archivbild: LZ)

Eigentlich ging es am Donnerstagnachmittag im Horwer Einwohnerrat um die Rechnung 2018 der Gemeinde – eine notabene, die mit einem hübschen Plus glänzt: Fast 19 Millionen Franken (wir berichteten). Alle Parteien von links bis rechts genehmigten den Abschluss einstimmig und stellten beim Eintreten zuvor fest, dass es der Gemeinde finanziell gut geht. So gut, dass Horw bei gewissen Dingen «ein Luxusproblem» hat, wie Jürg Biese (FDP) im Namen der Bau- und Verkehrskommission sagte. Als Beispiel nannte er vier Platanen, die auf dem Friedhofareal gefällt wurden:

«Dabei hat man sie kurz vorher noch geschnitten und ‹ghätschelet› – offenbar funktioniert die Kommunikation auf der Verwaltung manchmal nur bedingt.»

Laut Biese basierte die Fällung auf einem Entscheid des Gemeinderats. Weitere Abklärungen hätten ergeben, dass davor zudem ein Rundgang mit Fachleuten stattgefunden habe. «Diese befanden, dass die Platanen den Sichtbezug zur Kirche stören – deshalb mussten sie weg», sagte Biese – und man hörte seiner Betonung an, dass er die Begründung ziemlich merkwürdig findet.

Die Replik des zuständigen Finanzvorstehers Hans-Ruedi Jung (CVP) folgte umgehend: «Man kann das Thema schon lächerlich machen – aber es handelt sich um eine geschützte Anlage, man kann nicht einfach mit der Motorsäge drüber.» Jedenfalls: Dass die Bäume zuerst geschnitten wurden, sei Pech. «Zumal man ja erst dabei festgestellt hat, dass sie krank sind», sagte Jung und ergänzte: «Es geht übrigens auch nicht nur um den Sichtbezug zur Kirche, sondern wir wollen den Friedhof generell aufwerten.» Geplant sei ein Konzept zur Neugestaltung, denn die Bedürfnisse auf einem Friedhof hätten sich geändert – Stichwort Baumfriedhof. «Dem wollen wir künftig Rechnung tragen.»

Als «Tolggen im Reinheft» bezeichnete Jung die Zustände in der Informatik und gab damit Einwohnerrat Urs Rölli (FDP) Recht. Dieser hatte moniert, dass die Gemeinde Horw gemäss Revision nicht gut aufgestellt ist und gegenüber anderen Gemeinden Nachholbedarf hat. Jung sagte dazu:

«Da gibt’s nicht zu beschönigen. Bei der IT müssen wir nachrüsten.»

Dies werde bis zur nächsten Revision im Herbst erledigt. Jung erinnerte die Parlamentarier schliesslich noch daran, dass insgesamt drei gute Rechnungsabschlüsse zu erwarten sind, also auch 2019 und 2020 – hauptsächlich dank bekannten Sondereffekten. Aber: Danach rechnet er mit ein paar weniger guten Abschlüssen, weil die Gemeinde aufgrund der guten Rechnungsabschlüsse davor nun mehr in den Finanzausgleich einzahlen werden muss. Er sagte es so: «Damit werden wir künftig vermehrt leben müssen – auf ein paar Jahre mit schwarzen Zahlen folgen eben welche mit roten.»

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