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Zum Festivalabschluss: Was Eminem mit dem Blue Balls zu tun hat

Das Blue Balls 2018 ist Geschichte. Wir haben viele gute Konzerte gehört und uns die Nächte um die Ohren geschlagen. Das Festival ist dabei – einmal mehr – seiner Linie treu geblieben.
Michael Graber
Hurts an beim Blue Balls Festival im Luzernersaal des KKL Luzern. (Bild: Philipp Schmidli, 28. Juli 2018)

Hurts an beim Blue Balls Festival im Luzernersaal des KKL Luzern. (Bild: Philipp Schmidli, 28. Juli 2018)

Das war’s. Mit dem Konzert von Hurts im Luzerner Saal ging am Samstag das Blue Balls 2018 zu Ende. Ums Seebecken und im Hotel Schweizerhof dauerte die Nacht noch etwas länger. Was bleibt von dieser Ausgabe? Viele gute Konzerte (etwa Züri West, Alanis Morissette und Black Rebel Motorcycle Club), einige wenige Enttäuschungen (etwa Tom Odell) und natürlich die Hitze.

Bestes Wetter lockte zahlreiche Leute an das Festival – in der grossen Mehrheit vor dem Pavillon, dem «Schweizerhof» und den Bühnen beim KKL. Auch da bot das Blue Balls ein reichhaltiges Programm, gerade auf den kleinen Bühnen sind da durchaus noch Entdeckungen möglich – uns bleibt etwa Xam Volo in bester Erinnerung.

Sänger Theo Hutchcraft von der britischen Band Hurts. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 29. Juli 2018)
(Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 29. Juli 2018)
Die Band machte sich einen Namen mit Sogs wie «Wonderful life» und «Stay». (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 29. Juli 2018)
(Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 29. Juli 2018)
Alanis Morissette. Bild: Manuela-Jans-Koch (Luzern, 26. Juli 2018)
Count Gabba & Friends auf dem Schweizerhof Plaza. Bild: Manuela-Jans-Koch (Luzern, 26. Juli 2018)
Trailhead auf dem KKL Plaza. Bild: Manuela-Jans-Koch (Luzern, 26. Juli 2018)
Essensstände laden zum Verweilen ein. Bild: Manuela-Jans-Koch (Luzern, 26. Juli 2018)
Besucher am Blue Balls 2018. Bild: Pius Amrein (Luzern, 25. Juli 2018)
Melody Gardot. Bild: Pius Amrein (Luzern, 25. Juli 2018)
Jodie Abacus. Bild: Alexandra Wey / Keystone (Luzern, 25. Juli 2018)
Tom Odell. Bild: Alexandra Wey / Keystone (Luzern, 25. Juli 2018)
Sie geht am Blue Balls ab. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2018)
Sie tanzen am Blue Balls. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2018)
Am Konzert am Schweizerhof geht die Post ab. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2018)
Zahlreiche Essensstände rund um den See laden ein. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2018)
Das Publikum ist vom gebotenen begeistert- Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2018)
Darf noch ein Drink sein? Das Blue Balls zu später Stunde. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2018)
Zur Vorabendzeit sind die Stände vor dem Pavillon gut besucht. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2018)
Sie nimmt einen kühlen Schluck. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2018)
Jessie J. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2018)

Jessie J. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2018)

Wolfmother Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 23. Juli 2018)
Black Pistol Fire mit Sänger Kevin McKeown. Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 23. Juli 2018)
The British soul singer Beverley Knight at the Blue Balls Festival in Lucerne, Switzerland, Monday July 23, 2018. The music event runs from 20 to 28 July. (KEYSTONE/Urs Flueeler)
Gary Clark Jr. Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 22. Juli 2018)
Züri West. Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 21. Juli 2018)
Unter dem KKL versammeln sich die Konzertbesucher. Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 22. Juli 2018)
Milow. Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 22. Juli 2018)
Künstler am Blue Balls Festival 2018. Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 22. Juli 2018)
Marius Bear Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 22. Juli 2018)
Sari Schorr Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 22. Juli 2018)
Ein Paar tanzt am Blue Balls Festival 2018. Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 22. Juli 2018)
Zwei Kinder tanzen am Blue Balls Festival 2018. Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 22. Juli 2018)
Miss T & The Mad Tubes am Blue Balls Festival 2018. Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 22. Juli 2018)
Kunst entsteht live: Das Brüderpaar One Truth bei der Arbeit im Pavillon am Luzerner Seebecken. Bild: Manuela Jans-Koch (20. Juli 2018)
Seven (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 20. Juli 2018))
Rose Ann (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 20. Juli 2018))
Kail Baxley (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 20. Juli 2018))
Keir. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 20. Juli 2018))
Festival-Direktor Urs Leierer (links) mit Fotografin Leonn Ward und Musiker Keir beim Auftakt zum Blue Balls Festival (Bild: Urs Flüeler (Keystone, 20. Juli 2018))
Zuschauer versammeln sich unter dem KKL-Dach. (Bild: Urs Flüeler (Keystone, 20. Juli 2018))
Keir (Bild: Urs Flüeler (Keystone, 20. Juli 2018))
43 Bilder

Blue Balls Festival 2018

Grosse Spannbreite beim Zuschaueraufmarsch

Laut dem offiziellen Abschlusscommuniqué haben 100'000 «Fans» das Festival 2018 besucht. Wobei auch diese Zahlen meist nur bedingt aussagekräftig sind. Über ­Auslastungszahlen für die KKL-Konzerte schweigt man sich beim Blue Balls erfahrungsgemäss aus. «Die Auslastung war gegenüber dem letzten Jahr um 10 Prozent höher», schreibt das Festival immerhin – ohne konkreter zu werden.

Eigene Beobachtungen zeigen, dass es erneut eine sehr grosse Spannbreite von mässig besuchten Gigs (etwa Anna Ternheim und Black Rebel Motorcycle Club) bis zu ausverkauften Shows gegeben hat (Alanis Morissette und Jessie J.).

Vielleicht ist darum auch eine andere Zahl interessant, die diesen Festival-Sommer zu reden gab: 1,3 Millionen Franken. Das soll die Gage von Eminem am Open Air Frauenfeld gewesen sein. Diese Zahl zeigt recht eindrücklich auf, wohin die Eskalationsspirale im Festivalmarkt bereits gedreht hat. Jene 1,3 Millionen Franken dürften – das ist einfach mal frech geschätzt – dem Gagenbudget des gesamten Blue Balls entsprechen. Das Open Air Frauenfeld, mittlerweile der grösste Player im Schweizer Markt, bezahlt für 90 Minuten Musik auf einer Bühne gleich viel wie das Blue Balls für neun Tage auf mehreren Bühnen.

Natürlich: Eminem wäre etwa fünf Schuhnummern zu gross für Luzern (damit man ein KKL-Konzert von ihm rentabel machen könnte, müsste ein Ticket um die 800 Franken kosten), aber die Tendenz erlebt man im über­hitzten Schweizer Festival-Markt schon länger. Immer mehr Festivals jagen die mittelgrossen Stars (die Grossen sind schon gar nicht finanzierbar) und überbieten sich dabei gegenseitig.

In diesem Jahr scheint der Festivalmotor erstmals ins Stocken geraten zu sein: Viele Open Airs, darunter auch die grossen, Gurten und St. Gallen, waren nicht ausverkauft. Das Publikum scheint genug zu haben von ständigen Preiserhöhungen und sich sehr ähnelnden Line-ups.

Nicht gefüllt, sondern gezielt programmiert

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es in nächster Zeit eine Marktbereinigung geben wird. Schwierig werden dürfte es vor allem für all jene Allerweltsfestivals, die keine eigene Linie und Identität haben. Das ist aus Luzerner Sicht beruhigend: Das Blue Balls hat seine Linie und Identität. Schon seit mehreren Jahren setzt das Festival (sicherlich auch aus monetären Gründen) nicht mehr auf die grossen Namen, sondern auf Newcomer (ergänzt durch bekanntere Künstler). Auch zählt der musikalische Anspruch tatsächlich noch etwas – das erlebt man gerade auf den kleinen Bühnen, die nicht einfach gefüllt, sondern auch gezielt programmiert werden.

Trotzdem: Ausruhen darauf dürfen sich weder Festivaldirektor Urs Leierer noch die Luzerner. Wir waren etwas schockiert, als wir bei einem Spaziergang am Quai verkaufte Festival-Pins gezählt haben: Es waren wenige. Man muss schon etwas aufpassen, selbstverständlich ist auch das Blue Balls nicht.

Das Blue Balls 2019 findet vom 19. bis 27. Juli statt.

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