Wasser für Luzern und den Aargau

Roseline Troxler
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Wikon Die Gemeinde im Wiggertal hat eine neue Wasserversorgungsanlage. Sie soll auch die Versorgung im Nachbarkanton sicherstellen.

In der Gemeinde Wikon ist kürzlich eine neue Wasserversorgungsanlage in Betrieb genommen worden. Die Anlage versorgt rund 1400 Einwohner der Wiggertaler Gemeinde Wikon. Die Neu- und Umbauten der Wasserversorgung Wikon dauerten rund 18 Monate. Die Kosten wurden mit 2,8 Millionen Franken budgetiert. «Diese Zahl wird voraussichtlich unterschritten», sagt Guido Hodel. Er ist Verwalter des Korporationsrates Wikon und zuständig für die Wasserversorgung. Finanziert wird die Anlage durch die Korporationsgemeinde Wikon.

Verbunden bis nach Zofingen

Guido Hodel erklärt: «Mit dem Projekt konnten sehr viele verschiedene Nachteile der bisherigen Versorgung behoben werden.» Er nennt dabei die technischen und baulichen Mängel der bisherigen Anlage, eine rudimentäre, veraltete Steuerung sowie wenig Flexibilität in der Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden Reiden, Brittnau und Zo­fingen aufgrund fehlender Leistungsverbindungen. «Das Projekt umfasst die Anbindung an die Netze der ganzen Region», sagt Guido Hodel. Ein neuer Verbundschacht nach Reiden wurde bereits erstellt. Der Verbundschacht nach Brittnau wurde erneuert. Ein weiterer Verbundschacht sei in den nächsten zwei bis drei Jahren nach Zofingen geplant. Damit wird die Wasserversorgung der Luzerner und der Aargauer Gemeinden verbunden. «Die Zusammenarbeit ist insbesondere für die Notversorgung, die Spitzenabdeckung, die Druckstützung und das Optimieren der Löschreserven vorgesehen.» Er rechnet dabei mit rund 10 000 bis 15 000 Kubikmeter Wasser pro Jahr, was knapp 10 Prozent der gesamten Wasserproduktion entsprechen würde.

Bereit für Notfälle

Trotz der Zusammenarbeit bei der Wasserversorgung sagt Hodel: «Ein Wassertransfer im grossen Stil und in weit entfernte Versorgungsgebiete wäre zwar technisch möglich, ist aber nicht sinnvoll.» Wasser solle, wenn immer möglich, dort konsumiert werden, wo es auch produziert werde. Jede Versorgung bleibe daher grundsätzlich autonom und voll funktionsfähig. Das Ziel der engeren Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden ist laut Hodel die Versorgungssicherheit. «In Notfällen aber könne bei der Wasserversorgung auf alle Nachbargemeinden abgestützt werden. Hodel nennt als mögliche Notfälle einen Grossbrand, einen technischen Ausfall oder eine Verschmutzung des Trinkwassers in einer der Gemeinden.

«Wasser kennt keine Grenzen»

Hodel verneint, dass das Projekt in Wikon und den umliegenden Gemeinden in einem Zusammenhang mit Überlegungen steht, welche überregional gemacht werden etwa mit der Idee, die Region Sursee-Mittelland mittels Grundwasser aus Alberswil zu versorgen. Hodel sagt: «Aus ökologischen Gründen ist es kaum sinnvoll, Wasser in grossen Mengen über weite Strecken talaufwärts zu pumpen oder Grundwasser in andere Abflussgebiete abzuleiten. Dies wäre ökologisch und ökonomisch sehr fragwürdig. Die Folgen solcher Eingriffe in den natürlichen Wasserhaushalt sind kaum abschätzbar.» Beim aktuellen Projekt von Wikon sei die Zusammenarbeit der direkten Nachbargemeinden eine logische Konsequenz. «Wikon grenzt an drei Seiten an Aargauer Gemeinden. Wasser kennt keine Grenzen und fliesst von oben nach unten.»

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch