Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Wasser und Gestein machen den Tunnelbauern in Küssnacht zu schaffen

Der Bau des ersten Abschnittes der Südumfahrung läuft auf Hochtouren. Beim Tunnel kommt man allerdings nicht wunschgemäss voran. Dort wird mit den schwierigen Bedingungen gekämpft – Meter für Meter.
Niels Jost
Oberbauleiter Kurt Waber im vorderen und bereits fertig verkleideten Teil des Tunnels der Südumfahrung Küssnacht. (Bild: Pius Amrein, 31. Juli 2018)

Oberbauleiter Kurt Waber im vorderen und bereits fertig verkleideten Teil des Tunnels der Südumfahrung Küssnacht. (Bild: Pius Amrein, 31. Juli 2018)

Es ist staubig im Tunneleingang. Weil Frischluft über gelbe Röhren ins Innere gepumpt wird, zieht es die Abluft nach draussen. Die Staubwolke ist allerdings rasch überwunden. Schnellen Schrittes führt uns Oberbauleiter Kurt Waber in den Tunnel Burg. Dieser ist Teil des ersten Abschnittes der Südumfahrung von Küssnacht. Auf 500 Metern führt er dereinst vom neu erstellten Kreisel beim Werkhof zur Räbmatt.

Die 1. Etappe befindet sich derzeit im Bau, die 2. Etappe steht erst noch bevor.

Die 1. Etappe befindet sich derzeit im Bau, die 2. Etappe steht erst noch bevor.

Gebaut wird am Tunnel seit zwei Jahren. «Wäre alles nach Plan gelaufen, könnten wir jetzt schon ganz hindurchlaufen», sagt Waber. Doch der ursprünglich im vergangenen März geplante Durchstich wird man erst etwa im Frühjahr 2019 erreichen. «Das Wasser und die Geologie machen uns hier zu schaffen.»

Eine Aussage, die in den ersten Metern kaum zu glauben ist. Schliesslich wirkt der Bau hier fertiggestellt. Dieser Eindruck täuscht laut Waber auch nicht. Weil man nach Verzögerungen durch Wasserzutritte und der speziellen Beschaffenheit des Gesteins nicht noch mehr Zeit verlieren wollte, hat man gewisse Arbeiten vorgezogen. So etwa die Fertigstellung des nördlichen Tunnelstücks, welches über Tage gebaut wurde, sowie der Betonverkleidung der ersten 90 Tunnelmeter unter Tage.

Der Tunnelvortrieb kommt allerdings nicht wunschgemäss voran. Grund sind die erwähnten Bedingungen vor Ort. Die Mineure müssen sich durch verschiedenste Steinschichten bohren: Bachschutt, Seeablagerungen und Ton. In diesen befindet sich teils Wasser und sandige Schichten. Diese im Voraus exakt auszumachen, war und ist für die Planer eine schiere Unmöglichkeit. So könnte hinter jedem weiteren Meter, der ausgebrochen wird, eine Überraschung lauern. So geschehen im vergangenen September, als sich eine Sandlinse senkte und an der Oberfläche ein fünf Meter breites und acht Meter tiefes Loch klaffte. Bereits zwei Monate zuvor war es zu einem plötzlichen Wasserzutritt im Tunnel gekommen. Beide Male mussten die Arbeiten unterbrochen und nähere geologische Untersuchungen getätigt werden.

Das Gestein muss aufwendig gesichert werden

Diese Bedingungen sind es, welche die Arbeiter noch heute vor Probleme stellen. «Wir müssen nach jedem abgetragenen Meter das Gestein mit Spritzbeton sichern und die Lage neu beurteilen», so Waber. Um Sicherheit zu garantieren, bohrt die extra hinzugezogene Firma Züblin aus Österreich mit einem Spezialgerät tiefe Löcher ins Lockergestein und injiziert Zement in die Bohrlöcher. Durch diese sogenannten Jetting-Säulen wird der Baugrund verfestigt. Auch der Geologe muss sich regelmässig vor Ort ein Bild vom Ausbruchmaterial machen, um Sicherungsmassnahmen an das vorgefundene Gebirge anzupassen.

Die aufwendigen Ausbrucharbeiten, zirka 125 Meter vor dem Durchstich. (Bild: Pius Amrein, Küssnacht 31. Juli 2018)

Die aufwendigen Ausbrucharbeiten, zirka 125 Meter vor dem Durchstich. (Bild: Pius Amrein, Küssnacht 31. Juli 2018)

All das verlangsamt die Arbeiten. «Pro Woche kommen wir statt durchschnittlich sechs nur etwa zwei Meter vorwärts», bilanziert Waber. Der Oberbauleiter rechnet mit der Fertigstellung des ersten Abschnitts der Südumfahrung im Frühjahr 2020. Ob der bewilligte Kredit von 125 Millionen bei diesem langsamen Baufortschritt reicht, wird davon abhängen, ob die Arbeiten dank besserer Bedingungen wieder beschleunigt werden können.

Unter Tage: Weder Hitze noch Sprengstoff vorzufinden

Noch müssen sich die Mineure aber durch 125 Meter Gestein kämpfen. Sprengstoff kommt dabei nicht zum Einsatz. Dafür Bagger, Radlader und die erwähnten Bohrgeräte. Heiss ist es auf der Baustelle, zwölf Meter unter Tage, nicht. Im Gegenteil: Anders als bei den 30 Grad draussen ist es hier angenehm kühl. Die Platzverhältnisse sind allerdings eng – unten wie oben. Dass man mitten in einem Wohnquartier arbeiten muss, sei herausfordernd, sagt Waber. Er sei sich bewusst, dass die Baustelle Lärm und Staub produziert, hofft aber gleichzeitig auf Verständnis der Bevölkerung.

Für sie wird bald die nächste Teiletappe der Südumfahrung sichtbar. Ende August wird der Verkehr wieder auf die Artherstrasse geleitet, welche derzeit saniert wird. Dies, um die Verkehrsführung rund um das neue Retentionsbecken Chli-Ebnet an der Zugerstrasse bis im November abschliessen zu können. Ebenso Ende August oder im September werden die Projekte des Bezirks der «Neuen Zentrumsgestaltung» öffentlich aufgelegt, heisst es beim Bauamt auf Anfrage. So nimmt die Südumfahrung langsam Form an. Schritt für Schritt, Meter für Meter.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.