Wassernotstand: Kanton Luzern entzieht Bauern bereits erteilte Bewilligungen

Wegen der anhaltenden Trockenheit ist der Wasserstand der Gewässer sehr tief. Der Kanton Luzern schränkt deshalb die Möglichkeiten der Wasserentnahme für die Bewässerung landwirtschaftlicher Kulturen weiter ein. Ansonsten droht ein Fischsterben.

Marc Benedetti
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Der tiefe Wasserstand und die Temperaturen bedrohen das Leben der Fische. Bild einer Rettungsaktion im Entlebuch. (Bild: Philipp Schmidli, Schüpfheim, 23. Juli 2018)

Der tiefe Wasserstand und die Temperaturen bedrohen das Leben der Fische. Bild einer Rettungsaktion im Entlebuch. (Bild: Philipp Schmidli, Schüpfheim, 23. Juli 2018)

Wasserentnahmen aus Gewässern, zum Beispiel für die landwirtschaftliche Bewässerung, sind bewilligungspflichtig.  Seit letzter Woche hat sich die Lage weiter zugespitzt, schreibt die Dienststelle Umwelt und Energie (uwe) in einer Mitteilung.

Seitdem bewilligt der Kanton temporäre Wasserentnahmen nur noch am Vierwaldstätter-, Sempacher-, Baldegger- und Hallwilersee und an der Reuss. Dort seien die Wasserstände tief, aber noch ausreichend.

Die Bewilligungen für andere Gewässer hat der  Kanton jetzt widerrufen und die Betroffenen schriftlich informiert. «Bereits erteilte Bewilligungen müssen bis auf Weiteres widerrufen werden», schreibt die Dienststelle.

Der tiefe Wasserstand in vielen Gewässern und das warme Wasser sei eine ernsthafte Bedrohung für die Fische. Lokale Gewitter vermögen die Situation nicht zu entschärfen.

«Es ist meines Wissens nach das erste Mal, dass wir bereits erteilte Bewilligungen zurück ziehen müssen», sagt Werner Göggel, Abteilungsleiter Gewässer und Böden bei der Dienststelle uwe auf Anfrage. Laut Göggel geht es um rund ein Dutzend Bewilligungen im ganzen Kantonsgebiet.

Eine Alternative für die Bauern ist, dass sie das für die Bewässerung nötige Wasser über die Wasserversorgung ihrer Gemeinde zu beziehen. Das sei aber mit den Wasserversorgungen unbedingt vorgängig abzusprechen, schreibt die Dienststelle weiter.

Fisch-Rettungen im ganzen Kanton

Spezialisten der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa) haben in den letzten vier Wochen bereits mehrfach Notabfischungen in vielen Gebieten des Kantons Luzern durchgeführt. Etwa im Entlebuch, im Napfgebiet und in der Agglomeration Luzern.

Der Kanton bittet die Fischpächter, ihre Bäche weiter zu beobachten und bei unmittelbarer Gefahr die bedrohten Fische mit Feumer und Kessel zu retten oder sich bei der zuständigen Dienststelle Landwirtschaft und Wald zu melden.

Rettungsaktionen für mehrere tausend Luzerner Bachforellen

In den Luzerner Fliessgewässern fehlt für die Fische zunehmend das Wasser. Allein am Mittwoch mussten 700 bis 800 Bachforellen aus austrocknenden Bächen gefischt und umgesiedelt werden, so am Zollbach in Schenkon und im Ballenbach in Escholzmatt.

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David von Moos