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Wasserstand des Lauerzersees ist so tief wie noch nie

Der Lauerzersee weist eine hohe Temperatur und einen rekordtiefen Wasserstand aus. Dem Badespass tut dies keinen Abbruch. Bis eine Abkühlung erfolgt, dauert es noch länger, wie der Abteilungsleiter des Gewässerschutzes beim Kanton Schwyz erklärt.
Sandra Peter
Aus Sicherheitsgründen ist im Seebad von Seewen der Kopfsprung in den See verboten, am Dienstag, 31. Juli 2018. (Bild: Keystone/Urs Flüeler (Seewen, 31. Juli 2018))

Aus Sicherheitsgründen ist im Seebad von Seewen der Kopfsprung in den See verboten, am Dienstag, 31. Juli 2018. (Bild: Keystone/Urs Flüeler (Seewen, 31. Juli 2018))

Der Pegel des Lauerzersees liegt mit 446.63 Meter über Meer (Stand Donnerstag) gar tiefer als im August des Hitzesommers 2003. Die Leitung des Seebades in Seewen am Lauerzersee verbietet wegen des tiefen Wasserstandes denn auch Kopfsprünge vom Steg in den See. «Wir haben derzeit Rekord-Tiefstand am Lauerzersee», sagt die Betriebsleiterin des Seebades Seewen Claudia Simmen. «Beim Steg ist das Wasser noch 2.20 Meter tief.»

Beim Sprungturm betrage die Wassertiefe noch 4.40 Meter, dies bereite keine Probleme, erklärt sie weiter. Und: «Falls der Pegel noch weiter sinkt, verschieben wir den Sprungturm weiter in den See hinaus ins tiefere Wasser». Den Nichtschwimmer-Bereich habe hätten sie bereits weiter in den See hinaus ausgeweitet und markiert, so Simmen. «Wo üblicherweise der Nichtschwimmer-Bereich ist, steht man aktuell nur bis zu den Knien im Wasser».

«Ich habe noch nie einen solchen Sommer erlebt.»

Claudia Simmen, Betriebsleiterin Seebad Seewen

Mit der aktuellen und ihrer sechsten Saison ist die die Betriebsleiterin der Seebadi bisher sehr zufrieden. «Ich habe noch nie einen solchen Sommer erlebt, es ist ein Traum», schwärmt sie. Der Badebetrieb verlaufe ruhig und entspannt, weil das schöne Wetter lange anhalte. «Wenn der Sommer spät anfängt oder es nur wenige sonnige Tage gibt, wird es jeweils hektisch. Dann wollen alle am selben Tag in die Badi», erklärt Simmen. Dies sei in diesem Jahr nicht so.

Der Lauerzersee ist derzeit um die 26 Grad warm. «In den Fliessgewässern und Seen im Kanton Schwyz sind die aktuellen Temperaturen schon überdurchschnittlich hoch», sagt Philip Baruffa, Abteilungsleiter des Gewässerschutzes im Kanton Schwyz dazu. Doch: «Die momentanen rund 26 Grad im Lauerzersee sind nicht extrem ungewöhnlich, da haben wir jeden Sommer ähnliche Temperaturen». Grund dafür sei, dass der Lauerzersee ein flaches Gewässer mit wenig Zuflüssen sei.

Pflanzen spriessen und gedeihen

Höhere Wassertemperaturen beeinflussen das Leben in einem See. «Sie fördern bis zu einem bestimmten Grad allgemein die Lebensbedingungen von Flora und Fauna», erklärt Baruffa. Ausgenommen davon seien Fische wie etwa die Äschen, die auf kühlere Temperaturen angewiesen sind. Sie könnten durch die momentanen Wassertemperaturen bereits negativ beeinträchtigt werden. «Andere Tierarten wie etwa Quallen oder Entenflöhe entwickeln sich, zum Leidwesen mancher Badenden, besser oder überhaupt erst ab einer bestimmten Wassertemperatur», führt Baruffa weiter aus. Von Problemen, die eine höhere Wassertemperatur mit sich bringt, ist die Seebadi Seewen gemäss Betriebsleiterin Claudia Simmen nicht betroffen: «Da wir keine Enten haben, haben wir auch keine Entenflöhe.»

«Bei wärmeren Wassertemperaturen kann mehr Pflanzenwachstum festgestellt werden. Dies gilt insbesondere für Algen wie auch für weitere Wasserpflanzen». Mehr Pflanzen sind nicht nur unangenehm für Badegäste, sie können auch im Herbst zu Problemen führen. Wenn die Wachstumsperiode der Wasserpflanzen abgeschlossen sei, würden die Pflanzen absterben und auf den Boden sinken, so Baruffa. «Der Abbau des Pflanzenmaterials benötigt Sauerstoff, was zu sauerstoffarmen Zuständen des Wassers, besonders in Bodennähe, führen kann. Sauerstoffarme Seebereiche können von Fischen nicht mehr genutzt werden». Deswegen würden beispielsweise der Sempacher‑ und der Hallwilerseee belüftet.

Bis im Herbst bleiben Temperaturen hoch

Bis sich die Zentralschweizer Seen wieder abkühlen, dürfte es eine Weile dauern. «Eine merkliche Abkühlung der Seen erwarten wir erst im Spätherbst», sagt Baruffa. Dafür ist ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren massgebend. «Eine geringere Lufttemperatur führt zu einer langsamen Abkühlung der Wassertemperatur. Eine geringere Sonneneinstrahlung, etwa wenn es bewölkt ist, führt auch zu tieferen Wassertemperaturen. Mit Niederschlägen gelangt kühleres Wasser in den See. Sobald die Lufttemperatur sinkt, werden auch die Fliessgewässer kühler und bringen so kühleres Wasser in die Seen», erklärt Baruffa.

Hierbei sei entscheidend, wie viele und wie grosse Zuflüsse ein See habe. Schliesslich hätten auch Wasservolumen und Tiefe eines Sees sowie die Aufenthaltszeit des zufliessenden Wassers in einen See Einfluss auf die Entwicklung der Wassertemperatur. «Bei kleinen Zuflüssen gelangt dann auch nur warmes Wasser in den See. Grosse Zuflüsse aus alpinen Gebieten führen zu einer schnelleren Wasserabkühlung als kleine Zuflüsse aus tiefen Lagen. Im Lauerzer‑ und Rotsee dürfte es beispielsweise lange dauern, bis die Temperaturen sinken», führt Baruffa aus.

Im Herbst finde zudem jeweils eine Umwälzung der Wassermassen statt, die zu einer ausgeglichenen Temperatur auf allen Ebenen führe. Im Sommer wäre dies kaum möglich. «Ab dem Frühling schichtet sich jeder See. Warmes Wasser befindet sich oben und wird immer weiter aufgewärmt, kühleres Wasser bleibt unten. Ein kurzes Gewitter sorgt da nur für geringe Durchmischung».

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