Wauwil: Auf dem ehemaligen Glasi-Areal entstehen 330 Wohnungen

Auf dem Areal einer ehemaligen Glasproduzentin sollen 330 Wohnungen entstehen. André Hunkeler (50) schmiedet dafür Pläne, deren Umsetzung ihn vielleicht bis zur Pension beschäftigen könnte.

Ernesto Piazza
Drucken
Teilen
André Hunkeler von der Chance Glasi AG beim Areal, das überbaut werden soll. (Bild: Nadia Schärli, Wauwil, 16. November 2016)

André Hunkeler von der Chance Glasi AG beim Areal, das überbaut werden soll. (Bild: Nadia Schärli, Wauwil, 16. November 2016)

In den nächsten 10 bis 15 Jahren soll sich Wauwil als Wohnstandort weiter positionieren. Geplant ist, das rund 36'000 Quadratmeter grosse, seit längerer Zeit brachliegende ehemalige Glasi- Areal zu überbauen. Darin inbegriffen sind auch rund 8000 Quadratmeter, die der Gemeinde gehören. Momentan hat Wauwil rund 2000 Einwohner. Durch die geplanten zirka 330 Wohnungen dürften ungefähr 700 neue Bewohner dazukommen. Die Gemeinde steht an der Schwelle zu einem Quantensprung.

War bisher vor allem die Stadtbauentwicklung AG, Uster, als Eigentümerin von rund 30'000 Quadratmetern ins geplante Bauvorhaben involviert, ist mittlerweile ein weiterer Player aktiv. Vier Investoren gründeten die Chance Glasi AG mit Sitz in Schenkon. Bereits haben sie die rund 9000 Quadratmeter umfassende erste Etappe des Glasi-Areals gekauft. Weiter sicherte sich die Firma auch das Kaufrecht für die zweite Realisierungstranche des Gestaltungsplans «Glasi 1». Diese umfasst zirka 6200 Quadratmeter.

Als Einmannbetrieb im Keller begonnen

Verwaltungsratspräsident der Chance Glasi AG ist André Hunkeler. Seit mittlerweile 20 Jahren führt er in Sursee das Büro Hunkeler Partner Architekten AG. An der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg-Windisch absolvierte er das Architekturstudium HTL und machte anschliessend während dreier Jahre in Los Angeles den Master of Architecture. André Hunkeler ist verheiratet mit Claudia und hat einen Sohn (15) und eine Tochter (17). Zurück aus den USA, habe ihm sein Vater gesagt, er müsse jetzt «etwas arbeiten», erinnert sich der 50-Jährige. Und so begann er als Einmannbetrieb im Keller des Elternhauses. In der Anfangszeit erhielt er vor allem Aufträge von anderen Architekten. Seine erste eigene Arbeit war das sogenannte «Solitaire-Projekt» in Schenkon. Dieses beinhaltete für eine im Cateringsegment tätige Firma die Planung eigener Räume sowie einen Eventpavillon.

Heute hat er rund 25 Mitarbeiter, und die Platzverhält­nisse in Sursee sind an ihre Ka­pazitätsgrenzen gestossen. Deshalb zieht Hunkeler mit seinem Büro auf Neujahr nach Schenkon. Im sogenannten Punkthaus, das Teil des neuen Dorfkerns ist, habe er zwar mehr Raum, trotzdem seien nicht unbedingt mehr Arbeitsplätze vorgesehen, sagt der Unternehmer. Er habe keine Ambi­tionen zu expandieren. Wenn die Bautätigkeit in diesem Tempo weitergehe, sei er zufrieden, das jetzige Niveau halten zu können.

«Ein langfristiges Engagement»

Hunkeler sieht in der Weiterentwicklung des Glasi-Areals im Dorfkern von Wauwil «eine spannende Aufgabe» und bezeichnet diese als «ein langfristiges Engagement». Er spricht von einer «städtebaulich guten Mischnutzung» mit Wohnen, Dienstleistungs-, Gewerbe- und Verkaufsflächen. Zudem soll die Überbauung mit dem öffentlichen Zugang noch zusätzliches Leben bekommen.

Ob sich die Chance Glasi AG neben der ersten und zweiten Etappe beim Glasi-Areal noch weiter engagieren wird, lässt Hunkeler im Moment offen. Er sagt aber: «Bei der architektonischen Entwicklung muss man immer vorausschauend denken.»

Vor kurzem sind die beiden Gestaltungspläne bewilligt worden. Anfang 2017 soll mit dem Rückbau der alten Glasi-Hallen begonnen werden. Ein entsprechendes Entsorgungskonzept steht. Zudem wollen die Investoren mit einem gesamtheitlichen Energiekonzept – das heisst nicht nur für die erste Etappe – überzeugen. Eine weitere Herausforderung ist die Mobilität. Diesbezüglich sei der Standort der geplanten Überbauung jedoch ideal, so Hunkeler. «Denn in nur wenigen Minuten ist man beispielsweise mit dem ÖV am Bahnhof Sursee.»