WAUWIL: Ihre Liebe heisst «Döschwo»

Der Bauernhof Sandmatt wird für vier Tage zur Döschwo-Hochburg: Mehr als 100 Liebhaber zeigen ihre «Enten». Beim Treffen geht es aber nicht nur um Autos.

Yasmin Kunz
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Irene und Bruno Aregger (links) sowie Mägi und Pius Aregger in ihren «Döschwos» in Wauwil, wo am kommenden Wochenende das 43. nationale «Enten»-Treffen stattfindet. (Bild Pius Amrein)

Irene und Bruno Aregger (links) sowie Mägi und Pius Aregger in ihren «Döschwos» in Wauwil, wo am kommenden Wochenende das 43. nationale «Enten»-Treffen stattfindet. (Bild Pius Amrein)

Bruno Aregger (54) kommt ins Schwärmen, wenn er an das letzte Treffen der 2-CV-Besitzer denkt. Dieses hatte sein Club, die Döschwo-Trämper Sursee, vor zehn Jahren organisiert. Am kommenden Pfingstwochenende vom 6. bis 9. Juni wird sein Club das 43. nationale Treffen erneut auf die Beine stellen – wiederum auf dem Bauernhof Sandmatt in Wauwil. Einmal jährlich kommen die «Enten»-Liebhaber zusammen. Obwohl es bei den Areggers zehn Jahre her ist, sind die Erinnerungen an das von ihnen arrangierte Treffen noch sehr präsent.

Döschwo-Stempel auf WC-Papier

So weiss Aregger noch genau von den dekorativen Details, die extra hergestellt wurden: «Wir haben sogar den Dö­schwo-Stempel auf jedes einzelne Toilettenpapierstück gedrückt», lacht er.

Dass der Club, bestehend aus den Brüdern Pius und Bruno Aregger mit ihren Familien und fünf weiteren Mitgliedern, viel Herzblut für die motorisierten, stilsicheren Gefährte investiert, wird schnell klar. Stunden verbringen die «Enten»-Angefressenen damit, das Auto zu pflegen, umzubauen, zu reparieren und auszufahren. Die Familien besitzen sechs dieser Kultautos.

Areggers sind Ende der 70er-Jahre in diese Szene «reingerutscht» und kauften damals ihre ersten Döschwos. Seither hat Bruno Aregger auch an internationalen Welttreffen teilgenommen. Nebst den Kultautos sind auch die langjährigen Freundschaften wichtig.

Das Land stellt, wie vor zehn Jahren, der Landwirt Klaus Müller zur Verfügung. Auf dem rund 3 Hektar grossen Feld werden die Gäste ihre Zelte aufschlagen und ihre Kultautos parkieren. Reicht denn der 15-köpfige Club für die umfangreichen Vorbereitungen? «Wir können auf tatkräftige Hilfe der ‹Döschwo-Fründe Bärn›, ein Club aus dem Kanton Bern, zählen. Im Gegenzug helfen wir ihnen beim nächstjährigen Anlass», sagt Aregger.

Eine wichtige Rolle nehmen die Frauen vom Döschwo-Trämper-Club ein. «Sie kümmern sich um die Finessen und kreieren unglaubliche Dekos», sagt Aregger stolz. Zusätzlich sind weitere Wauwiler eingebunden, teils in einer Doppelfunktion. «Der Führer der Festwirtschaft ist zugleich Mitglied der Musikband, die am Abend spielt.» Klar ist, dass mit den Ausgaben und einem Eintrittspreis von 30 Franken keine grossen Sprünge gemacht werden können. 30 Franken zahlt ein Besucher nämlich, egal, ob er eine, zwei oder drei Nächte campiert – und dies inklusive Frühstück, Livebands und DJ. Erwartet werden zwischen 100 und 120 Kultfahrzeuge.

Interesse an «Enten» steigt wieder

Viele dieser Kultautos trifft man auf den Schweizer Strassen nicht mehr an, denn oft entsprechen die «Enten» nicht mehr den Standards der Motorfahr­zeugkontrolle. Mit viel Geschick hält Bruno Aregger seine zwei Exemplare in Schwung und kann deshalb noch immer mit ihnen ausfahren. Schweizweit existieren 24 Vereinsgesellschaften, welche die Döschwo-Nostalgie aufrechterhalten. Alles rund um den 2 CV ist mit extrem hohem Aufwand verbunden. Warum tut man sich das an? «Man kann sich verwirklichen», berichtet Aregger, «die einfache Bauweise des Döschwo ist die ideale Voraussetzung, um etwas anders daraus zu gestalten.» Früher sei dies noch ohne administrative Verfahren gegangen, heute müsse für jede Veränderung ein Papier ausgefüllt werden.

Ob bei einem schwindenden Bestand der Fahrzeuge die Vereine weiter bestehen bleiben? «Klar. Das Interesse an Döschwos steigt. Akademiker, die als Studenten einen besessen haben, sind wieder auf den Geschmack gekommen», sagt Bruno Aregger.

Hinweis

Weitere Infos: www.2cv-pfingsttreffen-2014.ch