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WAUWIL/EGOLZWIL: Fusion: Time-out statt Abbruch

Der Abbruch der Fusionsverhandlungen wirft weiter hohe Wellen. Jetzt wehrt sich der Wauwiler Gemeindepräsident.
Blick auf Wauwil (rechts) und Egolzwil – zwei Gemeinden am Fusse des Santenbergs. Die Pfarrkirche Herz Jesu steht in der Mitte der beiden Dörfer. (Bild Nadia Schärli)

Blick auf Wauwil (rechts) und Egolzwil – zwei Gemeinden am Fusse des Santenbergs. Die Pfarrkirche Herz Jesu steht in der Mitte der beiden Dörfer. (Bild Nadia Schärli)

Ernesto Piazza

In den letzten Tagen hatte sich der Wauwiler Gemeinderat mit Informationen zu seinem Entscheid, die Fusionsverhandlungen mit Egolzwil einseitig abzubrechen, stets zurückgehalten. Mit der gestrigen Medienmitteilung bricht er sein Schweigen. Anlass dazu gibt ihm die Situation, dass gewisse Kreise den mit einem 4:1 Stimmen gefällten Abbruchentscheid nicht respektieren. Jene zweifeln gar an, dass der Gemeinderat Wauwil überhaupt dazu legitimiert war. Das Verdikt bewirkte, dass Gemeindepräsident Jakob Lütolf die Verantwortung über das Fusionsdossier entzogen wurde. Ebenfalls zum jetzigen Vorgehen des Wauwiler Rates beigetragen hat die Einreichung einer Aufsichtsbeschwerde (Ausgabe vom Samstag).

Streitpunkt Kollegialitätsprinzip

Der Gemeinderat Wauwil spricht von einer mehrmaligen Verletzung des Kollegialitätsprinzips. Seine Beschlüsse seien in der Projektsteuerung und in Teilprojektgruppen nicht vertreten sowie mit gegenteiligen Aussagen Ratskolleginnen und -kollegen nicht unterstützt worden. Auch seien die im Gemeinderat Wauwil definierten Spielregeln mehrfach nicht eingehalten worden. Dies habe zu grossen Irritationen geführt.

Dagegen sagt der mit happigen Vorwürfen konfrontierte Wauwiler Gemeindepräsident Jakob Lütolf: «Ich habe mich an das Kollegialitätsprinzip gehalten.» Wenn überhaupt, müsse er sich einzig den Vorwurf gefallen lassen, dass er nach dem Wauwiler Gemeinderatsbeschluss für einen Abbruch den weiteren Projektverlauf habe retten wollen. «Ich sprach mich dafür aus, die vorhandenen Ergebnisse dem Volk zu präsentieren.»

In seiner Medienmitteilung nimmt der Gemeinderat Wauwil ebenfalls Stellung zur Zusammenarbeit mit Egolzwil. Dabei nennt er nicht gegebene Voraussetzungen für die erfolgreiche Führung der fusionierten Gemeinde. Als Beispiele erwähnt er monatelanges Hinausschieben der Stellungnahme zu den Rahmenbedingungen und Forderungen aus dem Echoraum. Oder er erwähnt die Blockaden betreffend strategischer Ausrichtung nach Sursee, welche nur durch die Kompromissformulierung «Achse Zofingen–Sursee» hätten gelöst werden können. Zudem moniert der Gemeinderat Wauwil die kompromisslose Haltung des Gemeinderates von Egolzwil, dass man nicht bereit sei, das Schulmodell zu wechseln. Und er weist auch auf unterschiedliche Kulturen und ein tief greifend anderes Verständnis bezüglich Entschädigungskultur und Finanzen hin. Konkret habe der Gemeinderat Egolzwil die Absicht verfolgt im Jahr 2015, das heisst während des laufenden Fusionsprozesses, ihren Steuerpflichtigen einen Steuerrabatt zu gewähren.

Auf die Differenzen angesprochen, sagt Projektleiter Peter Mendler von der Innova Management AG, Wollerau: «Für alle strittigen Punkte hat man Lösungen gefunden.» Von sachlicher Seite gebe es kein Argument, das gegen eine Fusion spreche. Im Gegenteil: Der Zusammenschluss sei fällig. «Zudem kann ich Herrn Lütolf ein gutes Zeugnis ausstellen.»

Egolzwil hofft auf Weiterführung

Der Gemeinderat Egolzwil hat gestern ebenfalls eine Medienmitteilung verfasst. Man habe über die Medien Kenntnis von der Information «Time-out bei der Fusionsprüfung ist notwendig» des Gemeinderates Wauwil erhalten, schreibt er. Auf Egolzwiler Seite zeigt man sich in einer ersten Reaktion erfreut darüber, dass der Gemeinderat Wauwil in seiner Stellungnahme nicht mehr von einem Abbruch des Fusionsprozesses, sondern (nur) von einem «Time-out» spreche. Dahin gehend könnte man auch das Zeichen werten, dass Mendler vom Wauwiler Gemeinderat für kommenden Donnerstag zu einer nächsten Sitzung eingeladen wurde.

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