Wegen Corona rechnet Adligenswil mit einem Minus im Gemeindebudget 2021

Der Adligenswiler Gemeinderat geht im kommenden Jahr von einem kleineren Steuerertrag, dafür Mehrkosten bei der Sozialhilfe aus. Deshalb budgetiert er ein Defizit von 387'000 Franken.

Hugo Bischof
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Blick auf Adligenswil.

Blick auf Adligenswil.

Bild: Boris Bürgisser (Adligenswil, 28. Juni 2020)

Das Budget 2021 der Gemeinde Adligenswil weist ein Defizit von 387'500 Franken aus. Dem Ertrag von rund 39,59 Millionen Franken steht ein Aufwand von rund 39,98 Millionen Franken gegenüber. Ein wesentlicher Faktor, der zum Aufwandüberschuss führt, sind gemäss einer Mitteilung des Gemeinderats die Auswirkungen von Covid-19 bei den Steuern (Minderertrag von 200'000 Franken) und bei der wirtschaftlichen Sozialhilfe (Mehraufwand von 45'000).

245'000 Franken Mehrkosten wegen Anpassung der Heimtaxe

Weitere 250'000 Franken Mehrkosten ergeben sich durch die regierungsrätliche Anpassung der Besoldung der Lehrpersonen. Dazu kommen gemäss dem Adligenswiler Gemeinderat Mehrkosten von 245'000 Franken durch die regierungsrätliche Anpassung der Heimtaxe bei der Berechnung der Ergänzungsleistungen. Luzernerinnen und Luzerner, die in einem Alters- oder Pflegeheim leben, konnten bei der Berechnung der Ergänzungsleistungen (EL) bislang höchstens 141 Franken pro Tag als Heimtaxe anrechnen lassen. Rückwirkend per 1. Januar 2020 sind es neu 179 Franken. Die Ergänzungsleistungen werden von allen Gemeinden zusammen solidarisch pro Kopf finanziert.

Steuern werden nicht erhöht

Trotz Mehraufwand wird der Steuersatz in Adligenswil im kommenden Jahr nicht erhöht. «Er bleibt unverändert bei 2,0 Einheiten», sagt Finanzvorsteher Peter Stutz:

«Wegen Covid19 haben viele Leute weniger Geld zur Verfügung, wir wollen sie nicht zusätzlich belasten.»

Für die Investitionsausgaben sind rund 2,77 Millionen Franken veranschlagt. Investitionen fallen insbesondere in den Aufgabenbereichen Verkehr, Umwelt und Raumordnung sowie Finanzen und Immobilien an. Ein wesentlicher Teil der Investitionen fällt für den Unterhalt der Infrastruktur und der Immobilien an.

Per Ende 2019 verfügte die Gemeinde Adligenswil über ein Eigenkapital von rund 37,8 Millionen Franken (inklusive Spezialfinanzierungen und Fonds). «Somit kann der im Budget 2021 ausgewiesene Verlust gut über das Eigenkapital aufgefangen werden», schreibt der Gemeinderat. Per Ende 2019 betrug das Nettovermögen pro Einwohner 251 Franken. «Es ist somit absolut im grünen Bereich», so der Gemeinderat. Der Kapitaldienstanteil (Aufwand für Zinsen und Abschreibungen) bewege sich mit 5,9 Prozent ebenfalls im Rahmen des kantonalen Grenzwertes von 15 Prozent.

Zusatzkredit für Zentrum Riedbach belastet Gemeinde stark

Allerdings werde der Beitrag der Gemeinde für die zusätzliche Finanzierung der Pflegezentrum Riedbach AG die Jahresrechnung 2020 «stark belasten und sich negativ auf die Finanzkennzahlen auswirken», hält der Gemeinderat fest. Der Spielraum für künftige Investitionen werde aufgrund dieses Liquiditätsabflusses eingeschränkt. Um die Schulden und Altlasten des Pflegezentrums Riedbach definitiv abzutragen, hatte der Gemeinderat Mitte September einen Zusatzkredit von 8,9 Millionen Franken beantragt. Darüber wird die Adligenswiler Bevölkerung am 29. November abstimmen.

Die Botschaft des Gemeinderats zum Budget 2021 ist auf der Website der Gemeinde einsehbar. Zusätzlich wird den Stimmberechtigten von Adligenswil erstmals eine Kurzbotschaft mit den wichtigsten Informationen zur Abstimmung zugestellt.

Die detaillierte Botschaft kann ab dem 6. November 2020 unter www.adligenswil.ch heruntergeladen werden. Die Orientierungsversammlung findet am Dienstag, 10. November 2020, 19.00 Uhr, im Zentrum Teufmatt, statt.

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