Wegen Corona-Virus: Die Dorfkapelle Dierikon muss schliessen, bevor sie öffnen konnte

Ungünstiger könnte das Timing für den neuen Gastrobetrieb «Omnia Dierikon» kaum sein. An diesem Wochenende hätte die Eröffnung stattfinden sollen. Nun lässt das Corona-Virus den Traum der Besitzerin platzen.

Simon Mathis
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Beim Spatenstich im Dezember 2018 war die Besitzerin Ursula Trucco voller Vorfreude. Heute stehen härtere Zeiten bevor.

Beim Spatenstich im Dezember 2018 war die Besitzerin Ursula Trucco voller Vorfreude. Heute stehen härtere Zeiten bevor.

Bild: Manuela Jans-Koch (Dierikon, 22. Dezember 2018)

In Dierikon hätte an diesem Wochenende die feierliche Eröffnung der Dorfkapelle stattfinden sollen. Mehrere Jahre lang hat die Gymnasiallehrerin und Besitzerin Ursula Trucco auf diesen Moment hingearbeitet: Sie wollte das restaurierte und erweiterte ehemalige Gotteshaus wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. An der Eröffnungsfeier waren kulinarische Kostproben und Gratis-Schnupperlektionen im Bereich Bewegung und Entspannung geplant. Auch ein Dokumentarfilm des Umbaus wäre gezeigt worden. Aufgrund der Massnahmen gegen das Corona-Virus fiel die Eröffnung nun aber ins Wasser – sehr zum Leidwesen Truccos:

«Mein Betrieb wurde geschlossen, bevor er eröffnet wurde.»

Trucco bringe für die Massnahmen vollstes Verständnis auf, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch sei sie sich bewusst, dass ihr Betrieb einer von vielen sei. Die jetzige Situation käme dennoch einem «persönlichen Supergau» gleich. Trucco fürchtet um die Früchte ihrer mehrjährigen Planung und Arbeit. Anfang 2018 erstand sie die Kapelle von der Gemeinde Dierikon, im Dezember desselben Jahres erfolgte der Spatenstich. Die Aufwendungen für den Umbau waren laut Trucco beträchtlich. Die finanzielle Situation sei deshalb «ausserordentlich belastend und bitter».

Take-Away als Übergangslösung

Die besorgte, doch nicht verzagte Besitzerin sagt: «Ich dachte immer an den Moment, an dem wir eröffnen und der Bevölkerung ‹Omnia› stolz präsentieren können.» Daraus werde nun vorerst nichts. Obwohl sie Events, Fitness- und Gesundheitslektionen ersatzlos streichen musste, gibt Trucco nicht so leicht auf. Denn in Sachen Verpflegung bleibt ihrem Betrieb ein kleines Fenster offen. Zurzeit tüftelt Trucco eifrig an einem «abwechslungsreichen Take-Away-Konzept».

Jeweils zwischen 11 bis 15 soll man bei Omnia Dierikon essen bestellen und direkt vor Ort beziehen können. Da die Abnahme des Betriebes aufgrund der ausserordentlichen Bedingungen nicht erfolgen kann, ist noch unklar, wann das Angebot beginnt.

Hoffnung auf Solidarität

«Diese Einnahmen werden nie die Personal- und Betriebskosten decken», sagt Ursula Trucco «Sie wären aber immerhin ein Anfang, nämlich Werbung und Beschäftigung für uns – ein kleiner Lichtblick.» Deshalb hofft Trucco schon jetzt auf das Wohlwollen aus der Bevölkerung und von Mitarbeitenden aus den umliegenden Betrieben: «Wer über Mittag bei uns vorbei kommt und Take-Away Verpflegung abholt, unterstützt uns damit enorm. Ich würde mich sehr freuen, wenn viele Leute von unserem Angebot Gebrauch machen und uns helfen, diese unglaubliche Zeit zu überwinden. Auch älteren Menschen, die momentan in ihren vier Wänden gefangen seien, würde der Betrieb gerne feines Essen zukommen lassen», fährt Trucco fort.

Am Herd stehen Küchenchef Andreas Prinzler und Souschef Magnus Lüber bereit – sie hoffen laut Trucco, ihr Können bald unter Beweis stellen zu dürfen.

Aktuelle Einblicke in die fast fertig restaurierte Dorfkapelle, die nun geschlossen bleiben muss:

11 Bilder

Hinweis: Weitere Informationen über das Angebot von «Omnia Dierikon» sind online zu finden unter: www.omnia-dierikon.ch