Wegen Corona-Virus: Mehrere Luzerner Schulen verzichten auf das Händeschütteln

Am Montag beginnt für die Luzerner Schüler der Unterricht nach den Fasnachtsferien. Verschiedene Gemeinden treffen Anpassungen wegen des Corona-Virus. Eine Schulschliessung kommt Stand jetzt aber nicht in Frage.

Julian Spörri
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Als Vorsichtsmassnahme haben einige Luzerner Schulen beschlossen, das Händeschütteln in der nächsten Zeit zu unterlassen.

Als Vorsichtsmassnahme haben einige Luzerner Schulen beschlossen, das Händeschütteln in der nächsten Zeit zu unterlassen. 

Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone

«Startet am Montag der Schulunterricht trotz ersten Corona-Fällen in der Schweiz?» Diese Frage sorgte bei Eltern in den letzten Tagen für Klärungsbedarf. Stellvertretend sagt Pirmin Hodel, Rektor der Schulen Willisau und Präsident des Verbands der Luzerner Schulleiter: «Ich erhielt mehrere Anfragen von besorgten Eltern, die wissen wollten, ob sie ihr Kind am Montag in die Schule schicken sollen.» Die Antwort ist klar: «Stand jetzt gibt es keinen Grund, das Kind daheim zu lassen, wenn es gesund ist.»

Die Auswertung der bisherigen Corona-Fälle deutet darauf hin, dass Kinder kaum gefährdet sind. Die Letalität – also der Anteil erkrankter Person, die sterben – steigt vielmehr mit dem Alter. Mehrere Schulen im Kanton Luzern nehmen aber mit dem Schulbeginn dennoch Anpassungen vor. In Ebikon, Willisau und Horw etwa wird vorerst auf das Händeschütteln verzichtet. In Willisau wird dazu am Sonntag ein Elternbrief auf der Homepage publiziert. Schulleiter Pirmin Hodel sagt:

«Das Händeschütteln kann man befristet gut unterlassen, auch mittelgrosse und grosse Firmen verzichten darauf.»

Es sei aber wichtig, dass man den Kindern diese Umstellung schonend vermittle und keine Ängste schüre. Bei Oberstufenschülern dagegen bestehe auch die Möglichkeit, das Corona-Virus in den Unterricht einzubeziehen und beispielsweise Fragen nach wirtschaftlichen Folgen zu stellen.

In Horw hat ein Kriseninterventionsteam nebst dem Verzicht auf das Händeschütteln weitere präventive Massnahmen getroffen. Ab Montag werden Unterrichtsmethoden mit Körperkontakt vermieden. Bei Kindern mit Grippesymptomen werden die Eltern umgehend aufgefordert, das Kind von der Schule abzuholen. Zudem desinfiziert das Reinigungspersonal in höherer Regelmässigkeit Türfallen und Toiletten. Rektor Daniel Bachmann sagt: «Die Gesundheit der Schüler und Lehrpersonen hat für uns oberste Priorität. Wir wollen nicht, dass sich jemand in der Schule ansteckt und man sagen muss, dass dies hätte vermieden werden können.»

Über die Massnahmen wurden die Eltern am Donnerstag per E-Mail informiert. Die frühzeitige Information sei wichtig: «Lehrer, Eltern und das Kriseninterventionsteam müssen wissen, woran sie sind», sagt Bachmann.

«Es sollen keine falschen Informationen oder Gerüchte aufkommen.»

In der Zwischenzeit hätten sich rund 15 Eltern bei ihm gemeldet und sich positiv über die aktive Information geäussert. Das Krisenteam prüfe regelmässig die Kommunikation durch den Kanton und den Bund. So könne man auch weiterhin schnell reagieren.

Viele Schulleiter richten Fragen an die Dienststelle 

Bei der Dienststelle für Volksschulbildung des Kantons Luzern hat das Corona-Virus in den vergangenen Tagen für viele Anfragen gesorgt. «Schulleiter fragten, ob sie in Anbetracht des Schulbeginns am Montag Vorkehrungen treffen müssen», sagt Katrin Birchler, stellvertretende Leiterin. Die Dienststelle halte sich bei ihren Empfehlungen an den kantonsärztlichen Dienst und das Bundesamt für Gesundheit (BAG):

«Gemäss den Gesundheitsbehörden sind derzeit keine Massnahmen wie Schulschliessungen nötig.»

«Für die Volksschulen im Kanton Luzern besteht somit kein Handlungsbedarf. Die Gesundheitsbehörden beobachten die Lage und informieren, wenn sich Massnahmen abzeichnen sollten.»

Dass Schulen die Reinigung verstärken oder auf das Händeschütteln verzichten, obliege dem Ermessen der einzelnen Gemeinden, sagt Birchler. Selbiges gelte für die Information der Eltern mittels Briefen. Nur grosse Massnahmen wie die Schliessung einer Schule müssten vom kantonsärztlichen Dienst angeordnet werden – dies könnte der Fall sein, wenn ein Schüler oder eine Lehrperson positiv auf das Corona-Virus getestet wird.

Es sei wichtig, dass Lehrpersonen die Schüler am Montag auf die Hygienemassnahmen aufmerksam machen würden, so Birchler. Dies haben verschiedene Gemeinden vor, wie den Ausführungen auf ihren Webseiten zu entnehmen ist. Birchler ergänzt, dass es gerade mit kleineren Kindern auch Sinn machen kann, gemeinsam das Händewaschen zu üben. Das BAG rät, die Hände regelmässig und gründlich zu waschen, bei Niesen und Husten Taschentücher zu benutzen oder in die Armbeuge zu niesen. Zudem soll bei Grippesymptomen der Arzt angerufen werden. Die Schulen halten Eltern dazu an, sensibel auf Grippesymptome zu achten und Kinder in solchen Fällen nicht zur Schule zu schicken.

Nur eine Eltern-Anfrage bei der grössten Schule

Die Universität Luzern schreibt auf ihrer Webseite, dass die nachgewiesenen Fälle des Corona-Virus unmittelbar keine Auswirkung auf ihren Betrieb hätten. Man halte sich an die Vorgaben der Behörden.

Dies macht auch die grösste Schule des Kantons. Gemäss Hans Hirschi, Rektor der Kantonsschule Alpenquai, werden die Schüler über die Massnahmen, die das BAG propagiert, informiert. Bis jetzt sei erst eine einzige Nachfrage von Eltern eingetroffen. «Es scheint, dass sich die Mitglieder der Schulgemeinschaft über die Medien gut auf dem Laufenden halten.»

Hinweis: Die Dienststelle für Volksschulbildung informiert Eltern auf ihrer Homepage unter www.volksschulbildung.lu.ch.

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