Wegen Streit mit dem Bund: Neuer Velo -und Fussweg in Kriens liegt auf Eis

Eine Uneinigkeit zwischen der Stadt Kriens und dem Bundesamt für Strassen hat Auswirkungen auf ein anderes Projekt: die geplante Verbindung auf der Eichwilstrasse zwischen Kupferhammer und Freigleis.

Stefan Dähler
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Mit einem Gesamtverkehrskonzept will die Stadt Kriens ihre Verkehrsprobleme anpacken. Doch bei der Umsetzung hapert es teilweise. Ein grösseres Projekt aus dem Konzept, das noch nicht gestartet werden konnte, ist die neue Fuss- und Veloverbindung zwischen der Luzernerstrasse und der Arsenalstrasse mit dem dort verlaufenden Freigleis (siehe Grafik). Das wird aus der Stellungnahme des Stadtrats zu einer Interpellation von Peter Stofer (Grüne) ersichtlich.

Der Weg soll knapp 1 Million Franken kosten und auf dem alten Güterbahntrassee entlang der Eichwilstrasse verlaufen. Der Grund gehört zum grössten Teil dem Bundesamt für Strassen (Astra). Dieses sei derzeit jedoch nicht bereit, die notwendigen Vereinbarungen zu unterzeichnen, teilt der Stadtrat mit. «Das Astra begründet dies damit, dass die Stadt Kriens ihrerseits eine Vereinbarung zur Überdachung des Bypass-Portals nicht unterzeichnet hat», sagt Bauvorsteher Matthias Senn (FDP). Dabei handelt es sich um die geplante 240-Meter-Grosshofbrücke:

Die Grosshofbrücke, ein Teil des geplanten Bypass-Tunnelportals in Kriens.

Die Grosshofbrücke, ein Teil des geplanten Bypass-Tunnelportals in Kriens.

Visualisierung: PD

Es bestünden diesbezüglich noch Uneinigkeiten, was die Übernahme von Folgekosten beim Betrieb und Unterhalt von Grünflächen angeht. Dass deswegen nun der neue Weg blockiert wird, stösst bei Senn auf Unverständnis. «Der Bypass ist ein Grossprojekt, das frühestens ab 2024 während zwölf Jahren realisiert wird, das andere nur eine kleine Fuss- und Veloverbindung. Es handelt sich um zwei völlig unterschiedliche Projekte, die man nicht vergleichen kann.» Wie es nun weitergeht, ist offen. Man werde sicher demnächst auf das Astra zugehen und versuchen, eine Lösung zu finden. Senn:

«Das Projekt wäre bereit. Es kann
ja nicht sein, dass wir nun jahrelang warten müssen.»

Aus Sicht des Astra ist die Darstellung der Stadt Kriens nicht korrekt, wie die Kommunikationsbeauftragte Esther Widmer auf Anfrage schreibt: «Es gibt eine unmittelbare Abhängigkeit zwischen der Regelung zur neuen Grosshofbrücke und der Velo- und Fussverbindung entlang der Eichwilstrasse.» So sei vom Dach der geplanten Autobahn-Abdeckung eine Fuss- und Velobrücke als Verbindung in Richtung Eichwilstrasse geplant. Widmer betont: «Das Astra ist bereit, bezüglich der neuen Verbindung mit der Stadt zu kooperieren.»

Auch bei Tempo 30 gibt es Verzögerungen

Ebenfalls Verzögerungen gibt es bei der Testplanung für eine mögliche Einführung von Tempo 30 im Krienser Zentrum. Der Grund dafür sind gemäss Krienser Stadtrat fehlende Ressourcen bei der kantonalen Dienststelle Verkehr und Infrastruktur. Es handelt sich um ein gemeinsames Projekt der Stadt Kriens und des Kantons, die beide je 300'000 Franken beisteuern wollen. «Von unserer Seite wäre alles bereit», sagt Matthias Senn. «Wir hoffen, dass wir doch noch dieses Jahr mit der Testplanung beginnen können.» Der nächste Schritt wäre die Ausschreibung und danach die Zusammenstellung des Planungsteams.

Beim Kanton heisst es auf Anfrage, dass es wegen der zusätzlichen Abklärungen zur Spange Nord zu Ressourcen-Engpässen bei anderen Projekten gekommen sei. «Das ist inzwischen für dieses Vorhaben aber kein Thema mehr», sagt Beat Hofstetter, Abteilungsleiter Planung Strassen. Vorgesehen war, die Testplanung im Juni zu starten. Wegen des Coronavirus wird sich der Start jedoch verzögern. Im kantonalen Bauprogramm ist ein Projekt im Zentrum von Kriens mit Massnahmen für den ÖV und den Veloverkehr im Topf B enthalten. Die Umsetzung wird der Kantonsrat mit dem nächsten Bauprogramm 2023-2026 festlegen.

Ebenfalls Verzögerung gibt es bei kleineren Projekten, wie der Krienser Stadtrat schreibt. Für das geplante Einbahnregime auf der Arsenalstrasse bis zum Strassenverkehrsamt habe man bei der für die Planung federführenden Stadt Luzern ein Gutachten zu den Auswirkungen verlangt. Bei der geplanten Verlegung der Bushaltestelle Ringstrasse/Steinibach von Horwer auf Krienser Boden gehe es um die Finanzierung: Die Stadt Kriens wolle nicht alles alleine bezahlen.