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Wegen Trockenheit: Aus den Krienser Brunnen fliesst nun weniger Wasser

Die Schweiz befindet sich in der längsten Trockenphase seit 97 Jahren. Kriens reagiert darauf mit einem reduzierten Wasserverbrauch der öffentlichen Brunnen – unter anderem auch um Geld zu sparen.
Luca Merlo
Der Dorfbrunnen beim Bellpark in Kriens. (Bild: Philipp Schmidli, 26. Juli 2018)

Der Dorfbrunnen beim Bellpark in Kriens. (Bild: Philipp Schmidli, 26. Juli 2018)

In den Annalen der «Schweizerischen Meteorologischen Zentral-Anstalt» aus dem Jahr 1921 steht geschrieben: «Der Juli war trocken und sehr warm. Die Niederschlagsmengen sind bedeutend kleiner als die Durchschnittlichen.» Ein sehr ähnlicher Bericht über denselben Monat wird wohl einst im Jahresbericht 2018 zu lesen sein. Denn seit 97 Jahren war es in der Schweiz nicht mehr so trocken wie heuer.

Die Gemeinde Kriens reagiert nun auf die Ausnahmesituation und reduziert die Wassermenge der Dorfbrunnen. Einige Brunnen wurden komplett abgestellt. Die Erträge der gemeindeeigenen Wasserquellen seien im Vergleich zu einem normalen Jahr bereits um die Hälfte gesunken, teilt der Gemeinderat mit. «Es ist nicht so, dass wir knapp an Trinkwasser wären», erklärt Bauvorsteher Matthias Senn (FDP) auf Anfrage, «aber mit dieser Massnahme möchten wir die Bevölkerung ein bisschen sensibilisieren für diese Thematik.»

Kriens ist in Sachen Wasser nicht unabhängig

Wie viele Kubikmeter Wasser mit der Wasserdrosselung gespart werden, kann Senn nicht genau sagen. Neben der Sensibilisierung bewegte die Gemeinde gemäss Senn aber noch ein weiterer Grund zu diesem Entscheid: «Im Gegensatz zu anderen Gemeinden haben wir in Kriens nicht eine komplett selbständige Versorgung.» Ungefähr 60 Prozent des Trinkwassers bezieht Kriens über Energie Wasser Luzern (EWL) von der Stadt Luzern. «Wenn man diese Wassermenge erhöhen muss, wird’s für uns natürlich teurer. Deshalb spielten auch finanzielle Überlegungen eine Rolle», so Senn.

Die Trinkwasserversorgung und der Vertrag mit EWL sind in Kriens denn auch ein politisches Thema. 2021 läuft der Liefervertrag mit der EWL aus, bis dann muss die Gemeinde eine Anschlusslösung gefunden haben. Ein Planungskredit zur Fusion der Wasserversorgung Kriens mit der EWL wurde vom Einwohnerrat jedoch abgelehnt.

Nachfüllen von Schwimmbädern unterlassen

Auch in anderen Luzerner Gemeinden beschäftigt man sich mit der Trockenheit. So etwa in Hitzkirch, wo der Gemeinderat gestern über die zu ergreifenden Massnahmen diskutierte. Weil die Dorfschaft Sulz bereits vor drei Jahren mit einer Wasserknappheit zu kämpfen hatte, ist die Problematik dort nicht unbekannt. Dank einer neuen Verbindungsleitung kann das Wasser heute jedoch besser zwischen den Dörfern verteilt werden. Deshalb habe man laut Gemeindepräsident David Affentranger (CVP) «momentan keinen Engpass, aber das kann sich in den kommenden Tagen noch ändern».

Bereits aktiv geworden ist man in Beromünster. Aufgrund reduzierter Quellerträge muss die Gemeinde vermehrt Wasser aus dem Sempachersee beziehen. Diese Kapazität ist aber limitiert. In einer Mitteilung fordert der Gemeinderat die Bevölkerung unter anderem auf, das Nachfüllen von Schwimmbädern zu unterlassen.

Mittelalterliches System in Luzern

Anders präsentiert sich die Situation in der Stadt Luzern. Hier ist das Zuflusssystem für die Brunnen getrennt von der übrigen Trinkwasserversorgung. «Beim Kollaps eines Systems hätten wir so im Notfall noch das Wasser aus den Brunnen, die ebenfalls Trinkwasser führen», erklärt Florian Aschbacher, Leiter Betrieb und Strassenunterhalt. Die Reservoire dieses Brunnensystems – sogenannte Brunnenstuben – werden wöchentlich kontrolliert. «Momentan haben wir hier sogar noch einen Überlauf», so Aschbacher. Interessant: Die meisten dieser Stuben werden seit dem Mittelalter mit Quellwasser aus Kriens versorgt.

Wasserentnahme wird nur aus wenigen Gewässern bewilligt

Für die Wasserentnahme aus Bächen, Flüssen und Seen zur Bewässerung von Landwirtschaftsflächen ist generell eine Bewilligung des Kantons notwendig. Diese werden zurzeit nur in Ausnahmefällen erteilt. «Bewilligungen werden nur für Spezialkulturen wie beispielsweise Beeren, Gemüse oder Obst erteilt. Für grossflächige Bewässerungen, beispielsweise für ein Maisfeld oder eine Wiese kann keine Bewilligung erteilt werden», erklärt Werner Göggel, Abteilungsleiter Gewässer und Böden bei der Dienststelle Umwelt und Energie des Kantons Luzern.

Aktuell kann Wasser nur noch aus dem Vierwaldstätter-, Sempacher-, Baldegger- und Hallwilersee sowie aus der Reuss und dem Aabach im Seetal entnommen werden. Es gebe derzeit eine Zunahme der Anfragen zur Wasserentnahme, bestätigt Göggel.

Wenn keine Bewilligung des Kantons erteilt wird, können Landwirte bei der lokalen Wasserversorgung anfragen, ob sie Wasser erhalten. Es stelle sich generell die Frage, welche Kulturen zukünftig überhaupt noch angebaut werden könnten, so Göggel. «Es wird noch wichtiger, sich im Voraus Gedanken zu machen, wie genügend Wasser für die geplanten Kulturen aufgebracht werden kann – auch bei Trockenheit.» (spe)

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