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Wegen Trockenheit: Die Luzerner
haben enorm viel Wasser verbraucht

Ob Rasen wässern oder Pool füllen – in der Region Luzern stieg der Wasserverbrauch ab Mitte Jahr merklich an – allerdings nicht überall gleich stark. Es gibt sogar Quartiere, die weniger Wasser benötigten als 2017.
Roman Hodel
In Kriens floss diesen Sommer nur noch wenig oder gar kein Wasser aus den Brunnen. (Bild: Philipp Schmidli (26. Juli 2018))

In Kriens floss diesen Sommer nur noch wenig oder gar kein Wasser aus den Brunnen. (Bild: Philipp Schmidli (26. Juli 2018))

Trocken war's, und heiss. Der Sommer und der Herbst des zu Ende gehenden Jahres geizten in meteorologischer Hinsicht nicht mit Superlativen. Das wirkte sich da und dort auf die Wasserversorgung aus. In Kriens beispielsweise musste die Gemeinde bei einigen Brunnen das Wasser ganz abdrehen. Eine Massnahme, mit welcher der Gemeinderat die Einwohner auch gleich dafür sensibilisieren wollte, nicht unnötig Waser zu verbrauchen.

Nur: Haben sie sich daran gehalten? Nun, die Zahlen zeigen ein anderes Bild: So betrug der Wasserverbrauch in Kriens im vergangenen Juli 187'815 Kubikmeter. Zum Vergleich: Im Juli 2017 waren es bloss 163'376 Kubikmeter gewesen. Auch im vergangenen August verbrauchten die Krienser mit 177'084 Kubikmeter deutlich mehr Wasser als im selben Monat des Vorjahres mit 161'146 Kubikmeter (siehe Grafik).

Wäre Verbrauch ohne Sensibilisierung noch höher?

Martin Haas, Leiter Wasserversorgung bei der Gemeinde Kriens, geht davon aus, dass der Verbrauch dieses Jahr noch höher ausgefallen wäre, hätte man die Bevölkerung nicht dafür sensibilisiert. Er sagt: «Diverse Leute haben sich das sicher zu Herzen genommen und den Pool nicht mehr nachgefüllt oder im Garten weniger gegossen.» Er habe auch gehört, dass Geschäfte auf das Waschen ihrer Autos verzichtet hätten. Erst ab Ende September galt bei den Brunnen wieder der Normalbetrieb.

Interessant ist, dass der Wasserverbrauch in Kriens im September trotz Trockenheit mit 163'002 Kubikmetern um einiges tiefer ausfiel als im September 2017 mit 167'198 Kubikmeter. Haas hat dafür eine Erklärung: «Die Tage werden kürzer, entsprechend trocknen die Böden weniger rasch aus – zudem endet die Pool-Saison.» Im Gegenzug schert der Oktober 2018 massiv aus: Mit 191'404 Kubikmetern ist es der Monat mit dem höchsten Wasserverbrauch, ein Jahr zuvor waren es 160'175 gewesen. «Der Oktober war mild und trocken – viele Hausbesitzer nutzten dies zur Reinigung ihrer Vorplätze und Tiefgaragen», sagt Haas. Überhaupt dürfe man nicht vergessen, dass Kriens über ländliche Ortsteile wie das Obernau und über viele Einfamilienhaus-Quartiere verfüge. Dort sei der Wasserverbrauch generell höher als in Mehrfamilienhaus-Quartieren.

In Einfamilienhaus-Quartieren wird mehr verbraucht

Diese Tatsache bestätigt ein Blick auf andere Gemeinden in der Region. Beispiel Meggen. Dort stieg der Wasserverbrauch im vergangenen Juli um fast 33 Prozent im Vergleich zum gleichen Monat im Vorjahr. Auch der August schlug mit einem Plus von 22 Prozent zu Buche.

«Nebst den vielen Einfamilienhäusern mit recht grossem Umschwung und oftmals einem Pool gibt es in Meggen noch die Parkzone»,

erklärt Gemeindeammann HansPeter Hürlimann (FDP). «Alle diese Grünlagen brauchen bei Trockenheit Wasser und sie werden deshalb unabhängig der Ferienzeit unterhalten, und zwar bei Abwesenheit der Besitzer durch Gärtner oder durch Nachbarhilfe.»

Ganz anders die Stadt Luzern, wo der Grossteil der Bevölkerung in Mehrfamilienhäusern lebt. Hier stieg der Wasserverbrauch im Juli nur um sechs Prozent (von 685'000 auf 724'000 Kubikmeter), im August um acht Prozent. Ähnlich verhält es sich in Emmen, wo die Mehrzahl der Bewohner ebenfalls in Mehrfamilienhäusern daheim ist. Hier registrierte die Wasserversorgung im vergangenen Juli einen Verbrauch von 279'877 Kubikmeter. Im gleichen Monat des Vorjahres waren es 251'253 Kubikmeter. Das macht ein Plus von elf Prozent. Im August betrug der Anstieg zwölf Prozent.

Der deutliche Unterschied zwischen Ein- und Mehrfamilienhaus-Quartieren zeigt sich selbst innerhalb einer Gemeinde. Beispiel Horw: Im Gebiet Oberrüti, wo zum grossen Teil Einfamilienhäuser stehen, stieg im vergangenen Juli der Wasserverbrauch gegenüber dem gleichen Monat im Vorjahr um satte 59 Prozent an, im August um 37 Prozent. Anders der Ortsteil Biregg, welcher fast nur aus Mehrfamilienhäusern besteht. Dort sank der Verbrauch im Juli 2019 im Vergleich zum Vorjahres-Juli sogar um fünf Prozent, im August gar um acht Prozent.

«Die Zunahme in Quartieren mit vielen Einfamilienhäusern ist keine Überraschung – wer viel Umschwung hat, musste im vergangenen trockenen und heissen Sommer entsprechend viel wässern», sagt Roman Heer, Brunnenmeister der Gemeinde Horw. Trotz erhöhtem Verbrauch sei das Wasser zu keiner Zeit knapp geworden. «Wir bereiten Seewasser auf.»

Sommerferien wirken sich positiv aus

Im Gegensatz zu Horw muss Adligenswil sämtliches Wasser zukaufen. «Die Menge müssen wir schon weit im Voraus via Optionsverträge mit Luzern und Ebikon bestellen», sagt Josef Appert, Brunnenmeister der Genossenschaft Wasserversorgung Adligenswil. «Selbst in diesem trockenen und heissen Sommer hatten wir aber genügend Wasser vorbestellt – es gab keinen einzigen Engpass.» Wegen der hohen Einfamilienhaus-Dichte stieg der Wasserverbrauch zwar ebenfalls an – im Juli um 15 Prozent, im August um 18 Prozent. Appert sagt: «Es war jedoch keine massive Zunahme, weil auch viele Leute während der Sommerferien verreisen.»

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