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Weshalb weggeschmissene Dosen für Kühe eine tödliche Gefahr sind

Entlang der Hauptstrassen kommt es immer wieder vor, dass Motorfahrzeuglenker ihren Abfall entsorgen. Glasscherben und Aluminiumteile von Getränkedosen können so im Kuhmagen landen und für massives Leiden sorgen.
Thomas Heer
Littering entlang der Strassen kann gravierende Auswirkungen auf Nutztiere haben – insbesondere Kühe. (Bild: Caro Seeberg/Keystone)

Littering entlang der Strassen kann gravierende Auswirkungen auf Nutztiere haben – insbesondere Kühe. (Bild: Caro Seeberg/Keystone)

Wer in diesen Wochen über Land fährt, sieht sie wahrscheinlich. Kaum zu übersehen, sind sie direkt am Strassenrand installiert – Plakate der besonderen Art. So lautet denn etwa eine der Botschaften: «Abfall tötet Tiere», oder es steht geschrieben: «Abfall macht mich krank. Dankeschön für saubere Felder». Mit dieser Aussage richtet sich die abgebildete Kuh an die vorbeiziehenden Verkehrsteilnehmer.

Dass es sich bei diesen Hinweisen nicht um irgendwelche Hirngespinste überängstlicher Bauern handelt, zeigte der Fall aus dem Kanton Aargau, der vor rund drei Jahren publik wurde. Demnach starb eine Kuh, die sich aufgrund von Glassplittern tödliche Verletzungen zuzog. Eine achtlos ins Wiesland geworfene Wodkaflasche wurde beim Pressen der Siloballen in zig winzige Teile zerkleinert. Diese Fremdkörper gelangten so ins Futter und führten schliesslich zum Tod des Wiederkäuers. Das Tier musste aufgrund der irreversiblen Verletzungen vom Veterinär eingeschläfert werden.

Bauern sind zu unnötigem Arbeiten verdammt

«Das ist hanebüchen. Ich verstehe das einfach nicht», enerviert sich Stefan Heller, Geschäftsführer des Luzerner Bäuerinnen und Bauernverbandes. Heller empört sich mit gutem Grund über all jene Leute, die ihren Abfall achtlos aus dem Fahrzeug schmeissen und damit in vielen Fällen auch das Weideland der Bauern kontaminieren. Heller weiss von Landwirten, die Säcke tragend über die Wiesen streifen und so den herumliegenden Müll einsammeln. Zu diesem unnötigen Beschäftigungsprogramm der Landwirte sagt Heller:

«Die Plakate nützen wenig. Wir haben aber ein Litteringgesetz, wonach Abfallsünder gebüsst werden können.»

Das stimmt. Aber die Polizei muss die Täter in flagranti ertappen. Ansonsten ist es kaum möglich, das illegale Abfallentsorgen zu ahnden.

Stefan Heller weist darauf hin, dass besonders weggeworfene Getränkedosen für den Viehbestand der Bauern eine grosse Gefahr darstellen. Die modernen Mähmaschinen zerkleinern die Aluminiumbehälter in kleine Einzelteile. Diese gelangen mit dem Futter dann in die Tiermägen und können dort zu erheblichen Verletzungen führen. Mitunter bedeutet das sogar den Tod des betroffenen Tieres.

Dies bestätigt auch Thomas Jäggi, der im Geschäftsbereich Viehwirtschaft beim Schweizer Bauernverband arbeitet. Er sagt: «Der Pansen der Kühe funktioniert wie ein Gärbottich. Die Muskeln ziehen sich fortlaufend zusammen und entspannen sich dann wieder. Befinden sich im Futter dann aber Aluminiumteile, kann dies zu gravierenden gesundheitlichen Schäden führen.»

Das Heimtückische an den Aluminium-Teilen liegt darin begründet, dass diese auch von den sogenannten Käfigmagneten nicht neutralisiert werden können. Käfigmagnete sind Behälter in der Grösse von wenigen Kubikzentimetern. Diese Behälter werden von den Kühen verschluckt aber nicht mehr ausgeschieden. Die Käfigmagnete schützen die Tiere dann ihr Leben lang vor beispielsweise Nägeln, die sie versehentlich via Nahrung aufgenommen haben. Im Magnetkästchen werden die Fremdkörper neutralisiert. Dieser Mechanismus aber funktioniert bei Aluminium natürlich nicht. Deshalb stellen gerade unachtsam weggeworfene Aludosen eine besonders grosse Gefahr für die Kühe dar.

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