WEGGIS: Es droht die Gefahr eines grossen Felssturzes

Im Rahmen der Überwachungen am Rigihang wurden in den letzten Tagen starke Verschiebungen von zwei Felspaketen festgestellt. Sprengungen sind notwendig.

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Blick auf Weggis vom See aus. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Blick auf Weggis vom See aus. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Der Gesamtumfang der absturzgefährdeten Felspartien im Windlochboden oberhalb des Gebietes Linden beträgt zirka 170 Kubikmeter, wie die Gemeinde Weggis mitteilt. Die Stelle befinde sich im unteren Bereich des Chilewaldes, etwa 170 m oberhalb der Tannenbergstrasse (siehe Karte unten).

Aufs Zehnfache beschleunigt
Von Februar 2007 bis Mitte Februar 2009 war dieses Felspaket mit rund 1 mm/Monat in Bewegung. Seit Ende Februar 2009 ist jedoch eine deutliche Beschleunigung auf Werte von 0.2-0.3 mm/Tag feststellbar, also auf rund das 10-fache des bisherigen Wertes. Diesen Winter herrschte eine ausgeprägte Frostwechselperiode mit wiederholten Gefrier- und Auftauzyklen, wodurch die Mergelsockel offenbar stark geschwächt wurde. Alle vorhandenen Indizien sprechen dafür, dass sich hier ein Felssturz anbahnt, wie es weiter heisst. Durch abstürzende Blöcke sei in jedem Fall die Tannenbergstrasse gefährdet.

Im Bereich des Chilewaldes - roter Kreis - droht ein Felssturz. (Bild: map.search.ch)

Bauernhöfe im Gefahrengebiet
Die weiter unten im Gebiet Linden gelegenen Landwirtschafts- und Wohngebäude befinden sich gemäss Gefahrenkarte Sturzprozesse im roten und blauen Gefahrengebiet. Sie liegen zwar knapp ausserhalb des Sturzraumes von Blockschlägen aus den tieferen Lagen des Chilewaldes. Bei den Unschärfen, die eine Prognose der Sturzweiten beinhaltet, kann aber nicht ganz ausgeschlossen werden, dass die Gebäude dennoch von den abstürzenden Blöcken erreicht würden.

Erste Sprengung vor Ostern
Nach entsprechenden Abklärungen und Empfehlungen der Fachleute hat der Gemeinderat entschieden, dass das obere, fast 50 Kubikmeter grosse Felsstück umgehend eliminiert wird. Die Sprengung durch die Firma Gasser Felstechnik wird ab kommendem Montag vorbereitet und noch vor Ostern ausgeführt, der unterliegende Teil (zirka 120 m3) wird nach Ostern gesprengt. Danach muss die Situation neu beurteilt.

Derzeit kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich hinter dem Felspaket, das nun weggesprengt wird, noch weitere instabile Felsbereiche befinden. Es werden sämtliche Vorkehrungen getroffen, um die Sicherheit der Anwohner zu gewährleisten, wie es weiter heisst. Die betroffenen Anwohner müssen während der Sprengungen ihre Häuser verlassen, und auf der Rigi-, Zingeli- und vor allem Tannenbergstrasse wird ein Verkehrsdienst eingerichtet. Gemeinde, Feuerwehr, Verkehrdienst und Werkdienst arbeiten mit den Fachleuten und Geologen einen detaillierten Terminplan aus und werden die Bevölkerung informieren.

scd