WEGGIS: Gwundrige erobern neues «Hertenstein»

Bei der Eröffnung des Campus-Hotels Hertenstein haben 500 Leute die neuen Räume besichtigt. Bei vielen Besuchern kamen alte Erinnerungen hoch.

Rahel Schnüriger
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Marlise Boxler und Fredi Heidelberger testen das Sofa im rot-grünen Doppelzimmer. (Bild Nadia Schärli)

Marlise Boxler und Fredi Heidelberger testen das Sofa im rot-grünen Doppelzimmer. (Bild Nadia Schärli)

Das Campus-Hotel Hertenstein in Weggis präsentierte sich am Samstag in seinem besten Kleid, nämlich unter strahlendem Sonnenschein. Schliesslich war die Natur das wichtigste Thema beim Umbau des Traditionshotels. «Die Idee war, dass die Landschaft im Mittelpunkt steht», sagt Urs Langenegger, General Manager der Hospitality Visions Lake Lucerne AG, die das Hotel betreibt. Die Fenster sind deshalb gross und vielzählig, bei entsprechendem Wetter können sie weit geöffnet werden und so das Gefühl vermitteln, «dass man eigentlich im Freien ist». Der traumhafte Blick auf den Vierwaldstättersee ist allgegenwärtig: von den Plätzen im Hörsaal aus, vom Bett in einem der Zimmer, vom Tisch im Restaurant – alles ist auf den See ausgerichtet.

Die Weggiser und andere Interessierte warfen einen Blick in die neuen Räume. Weil die Betreiber einen grossen Andrang erwarteten, hatten sie eine Online-Anmeldung für den Tag der offenen Tür eingerichtet. Nach 500 Anmeldungen mussten sie diese aus Platzgründen stoppen.

Am Hochzeitstag nach Hertenstein

In der Warteschlange vor dem «Hertenstein» standen auch Monika und Werner Zeder aus Luzern. Vor 42 Jahren haben die beiden hier geheiratet und reisten fortan jedes Jahr am 22. Mai, ihrem Hochzeitstag, wieder mit dem Schiff zum Hotel Hertenstein. «Die guten Erinnerungen haben uns jeweils gelockt», sagt Monika Zeder. «Wir sind so froh, dass es jetzt wieder offen ist.»

Wiener Sängerknaben proben auf einem Balkon des neuen Anex-Baus. (Bild: Nadia Schärli)
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Direktor Lars Güggi auf dem Bootssteg vor dem Hotelkomplex. (Bild: Pius Amrein  / Neue LZ)
Blick in eines der neuen Hotelzimmer. (Bild: Nadia Schärli)
Bild: Nadia Schärli
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Bild: Nadia Schärli
Ein Seminarraum mit Blick auf den See. (Bild: Nadia Schärli)
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Bild: Nadia Schärli

Wiener Sängerknaben proben auf einem Balkon des neuen Anex-Baus. (Bild: Nadia Schärli)

Auch Elsbeth Reichenbach schwelgte beim Rundgang durch das Hotel in alten Erinnerungen. «Wir kamen früher oft hierher zum Schwimmen», sagt die 79-jährige Weggiserin. Jetzt habe sie die Gelegenheit packen wollen, das umgebaute Hotel anzuschauen. Ihr Fazit: «Wunderschön» – auch wenn sie nicht sicher ist, ob ihr die Badewanne neben dem Bett gefällt. Auch von den übrigen Besuchern sind lobende Worte zu hören. «Würden wir nicht in Weggis wohnen, würden wir hier Ferien machen», sagt Fredi Heidelberger. Ihm gefällt vor allem das Farbkonzept: Mit jeweils zwei starken Konträrfarben, die eine Etage dominieren, ist dieses sehr mutig ausgefallen. So kommt ein Stock beispielsweise ganz in Rot und Grün daher. Die Zimmer wurden vom Innenarchitekten Luc Richard, dem Schwiegersohn von Peter Pühringer, gestaltet. Der österreichische Investor Pühringer hat 80 Millionen Franken in den Umbau der Liegenschaft gesteckt.

Wo früher das Hallenbad war, stehen heute ein Hörsaal mit 180 Plätzen sowie diverse Seminarräume. «Für den Monat August sind wir bereits gut ausgelastet», zieht Urs Langenegger eine erste Bilanz. Vor allem Unternehmen aus der Umgebung zeigten Interesse am Angebot.

Bevölkerung ist willkommen

Die einzigartige Lage beim neuen Campus-Hotel Hertenstein soll für jedermann zugänglich sein. So lädt das Selbstbedienungscafé Vienna direkt am See zum Verweilen, auch für jene mit etwas kleinerem Portemonnaie. Eleganter ist das Restaurant Hertenstein, das ebenfalls für alle zugänglich ist. Hoteldirektor Lars Güggi sagt dazu: «Es ist uns sehr wichtig, dass wir einen guten Kontakt zum Dorf haben.» Die Bevölkerung habe schon mehrfach Interesse bekundet, und diesem wolle man auch gerecht werden.