WEGGIS: Horlaui: Kantonsgericht weist Beschwerde ab

Das dauerhafte Betretungs- und Nutzungsverbot sowie den Rückbau der Häuser in der Horlaui hat ein Grundeigentümer nicht einfach so hinnehmen wollen. Er bestand auf der gerichtlichen Überprüfung des Gemeinderatsentscheids. Das Kantonsgericht Luzern hat dessen Beschwerde nun abgewiesen.

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Abriss eines Hauses in der Horlaui in Weggis. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Abriss eines Hauses in der Horlaui in Weggis. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

06.11.2014: Die ersten Häuser in der Horlaui werden abgerissen. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
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Während der letzten beiden Monate wurden die gefährlichsten Stellen an der Horlaui abgetragen und gesichert. (Bild: Gemeinde Weggis)
Der Fels wird abgetragen. Bis Mitte November sind die Arbeiten abgeschlossen. (Bild: Gemeinde Weggis)
Einblick in die Geologie oberhalb der Laugneri. (Bild: Gemeinde Weggis)
Hämmern der Presslufthammer oberhalb der Horlaui in Weggis. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Die rot eingezeichneten Punkte zeigen, wo Arbeiten gemacht werden müssen. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Ingenieur Alois Käslin erklärt die Baustelle. Die Firma Gasser baut oberhalb der Horlaui instabile Felsformationen ab. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Dieser lose Felsbrocke mussen abgetragen werden. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Mit schwerem Gerät wird der Fels abgetragen. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Die Spezialisten sind hoch über dem Vierwaldstättersee am Werk. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
4. Juli 2014: Beste Aussicht auf den Vierwaldstättersee, doch diese Häuser müssen weg. (Bild: Keystone / Urs Flueeler)
Ab dem 1. August sind die Häuser nicht mehr bewohnbar. (Bild: Keystone / Urs Flueeler)
Die Felsen oberhalb des Gebiets Horlaui drohen in absehbarer Zeit auf die Häuser zu donnern. (Bild: Keystone / Urs Flueeler)
Bild: Keystone / Urs Flueeler
Bild: Keystone / Urs Flueeler
Bild: Keystone / Urs Flueeler
Bild: Keystone / Urs Flueeler
Bild: Keystone / Urs Flueeler
An mehreren Felspaketen – hier im Bild die Formation H 16 – direkt oberhalb der Wohnhäuser im Gebiet Horlaui besteht dringender Handlungsbedarf. (Bild: pd)
H 16 seitlich: Die potentiell kurzfristig bis plötzlich auftretenden Sturzenergien würden Wohnhäuser zerstören – mit möglicher Todesfolge für Bewohnerinnen und Bewohner. (Bild: pd)
Das Gebiet Horlaui zwischen Hinder Rüti und Riedsortegg, im Osten der Gemeinde Weggis Richtung Vitznau. (Bild: pd)
Die Stabilitätsreserven mehrerer Felsobjekte – hier die Formation H 8 – werden als äusserst gering bezeichnet. (Bild: pd)
Die Horlaui im Frühjahr 2014: Einblick vom See her auf das Gefahrengebiet. (Bild: pd)

06.11.2014: Die ersten Häuser in der Horlaui werden abgerissen. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Das Kantonsgericht Luzern musste sich mit einer Beschwerde befassen, in der ein Grundeigentümer in der Horlaui sich nicht aus seinem Haus vertreiben lassen sollte. Er verlangte eine Neubeurteilung der Sache. Mit Urteil vom 18. November hat das Kantonsgericht die Beschwerde des Grundeigentümers nun abgewiesen.

Zum Hintergrund der Beschwerde: Im Sommer dieses Jahres ergab sich aufgrund aktueller Erkenntnisse sowie aus der Gefahrenbeurteilung für fünf Wohnhäuser in der Horlaui ein dringender Handlungsbedarf. Unter Polizeinotrecht musste für die fünf Häuser in der Horlaui ein dauerhaftes Betretungs- und Nutzungsverbot erlassen und der Abbruch der Häuser verfügt werden.

Rechtlich vertretbar und verhältnismässig

Das Kantonsgericht entschied nun, dass das öffentliche Interesse der Sicherheit und das Rechtsgut von Leib und Leben die Aussiedlung der Bewohner im gefährdeten Gebiet rechtfertigten. Der schwere Eingriff in das Eigentumsrecht habe sich rechtlich als vertretbar und verhältnismässig erwiesen, wie die Gemeinde am Mittwoch mitteilt. Gegen das Urteil des Kantonsgerichtes kann innert 30 Tagen beim Bundesgericht in Lausanne Beschwerde eingereicht werden.

Stand der Rückbauarbeiten im Gebiet Horlaui

Die ersten Felssicherungsarbeiten in den Felsbändern oberhalb der Wohnhäuser sind abgeschlossen. In der Zwischenzeit konnte das Haus Chalet Horlaui bereits abgebrochen werden. Für die Rückbauarbeiten im steilen Gelände habe eigens ein grosser Hochbaukran aufgestellt werden müssen, damit der geordnete Abbruch der betroffenen fünf Häuser kontrolliert in Angriff genommen werden konnte. Zurzeit werden die rechtskräftigen Abbruchverfügungen für die weiteren Gebäude umgesetzt.

pd/nop