WEGGIS: Pavillon für Asylsuchende ist bewohnt

Seit Mitte Juni ist der Wohnpavillon für asylsuchende Menschen, der im Gebiet Weiher von der Korporation Weggis aufgestellt wurde, von vier Frauen und vier Kindern aus Eritrea bewohnt. Auf Einladung der Caritas Luzern besichtigten Vertreter des Kantons, der Korporation und der Gemeinde den Wohnpavillon.

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Ankunft des Pavillons im Morgengrauen (Bild: pd)

Ankunft des Pavillons im Morgengrauen (Bild: pd)

Wie aus einer Medienmitteilung der Gemeinde Weggis hervorgeht, organisierte der Gemeinderat vor über einem Jahr einen «Runden Tisch» mit Vertretern der politischen Ortsparteien, der Kirchen, des Tourismus, des Gewerbes und der Landwirtschaft, der Korporation sowie Vertretern von Kanton und der Caritas Luzern. Diskutiert wurde die Asylthematik in Bezug auf Weggis. Dabei sei die Idee entstanden, auf einem Grundstück, das die Caritas von der Korporationsgemeinde Weggis mietet, eine Unterkunft für asylsuchende Menschen zu erstellen.

An der Korporationsgemeindeversammlung vom 27. April 2012 schliesslich stimmten die Korporationsbürger dem Antrag des Korporationsrates grossmehrheitlich zu, dies im Gebiet Weiher zu realisieren.

Dazu Thomas Lottenbach, Präsident des Korporationsrates: «Da auf unserem Land im Weiher einige Baubereiche frei waren, stand aus baulicher Sicht diesem Vorhaben nichts im Wege. Für die Korporationsgemeinde entstanden bis auf die Erschliessungskosten, die sowieso anfielen, wenn hier etwas gebaut würde, keine weiteren Kosten. Und der Mietzins für das beanspruchte Land entspricht dem Baurechtszins dieses Gewerbelandes.»

Asylsuchende Menschen aus Eritrea

Nun haben die Verantwortlichen von Caritas Luzern vergangene Woche  Kantons-, Gemeinde- und Korporationsvertreter zu einer gemeinsamen Besichtigung des Wohnpavillons im Weiher eingeladen.

Caritas Luzern übernimmt gemäss regierungsrätlichem Leistungsauftrag die Unterbringung und Betreuung von asylsuchenden Menschen im Kanton Luzern. GEmäss Angaben der Gemeinde wohnen derzeit vier Frauen und vier Kinder im Pavillon. Das Gebäude beinhaltet fünf Doppelzimmer, eine Küche, Sanitärräume, ein Wohn- und ein Esszimmer.

Transport durch vier Kantone

Der Pavillon hatte gemäss Mitteilung anfangs als Offiziersunterkunft auf einem Waffenplatz gedient, dann einer Familie als Wohnung, während das Bauernhaus renoviert wurde. Der Bauer aus Ebersecken schenkte den Pavillon nach dem Umbau der Caritas.

Im April wurde der Pavillon in Ebersecken gevierteilt und die Teile mit Spezialtransportfahrzeugen verladen in einer Nachtaktion nach Weggis überführt. Frühmorgens wurden die Teilstücke in Weggis mit einem Spezialkran abgeladen und im gleichen Arbeitsgang auf die erstellten Fundamente versetzt und zusammengebaut. Bereits am Nachmittag konnte mit der Dacheindeckung begonnen werden.

Einen Tag später wurde fertig eingedeckt und es konnte bereits mit dem Innenausbau begonnen werden. Unter anderem mussten sämtliche Sanitär- und Elektroinstallationen neu erstellt, sowie einige Schreinerarbeiten an den Fenstern und Decken, sowie teilweise neue Bodenbeläge mussten ausgeführt werden.

pd/kst




 
 

Vertreter von Kanton, Caritas, Gemeinde und Korporation vor dem Wohnpavillon. (Bild: pd)

Vertreter von Kanton, Caritas, Gemeinde und Korporation vor dem Wohnpavillon. (Bild: pd)