WEGGIS: Russland bekräftigt Interesse an Villa in Weggis

Russland ist weiter an der Villa des Komponisten Sergej Rachmaninoff in Weggis interessiert. Wert des Hauses: 17 Millionen Franken.

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Die in den 1930er-Jahren im Bauhausstil erstellte Villa
Senar mit Seeanstoss. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Die in den 1930er-Jahren im Bauhausstil erstellte Villa Senar mit Seeanstoss. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Der russische Kulturminister Wladimir Medinski hat am Mittwoch der Zeitung "Iswestija" gesagt, man sei bereit, das Anwesen für 17 Millionen Franken zu erwerben. Der Kauf solle über einen russischen Mäzenen abgewickelt werden, erklärte Medinski gemäss einer Meldung der französischen Nachrichtenagentur AFP. Das russische Regierungsmitglied enthüllte den Namen des Gönners aber nicht.

Für einen Handel ist es aber offenbar noch zu früh. Markus Kaufmann, Anwalt der Rachmaninoff-Stiftung, sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, es gebe noch keine Lösung. Die Einigkeit unter den Erben fehle. Es könne nichts Neues zum Thema gesagt werden.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte das Kulturministerium am 2. Oktober 2013 angewiesen, den Kauf der Villa Sénar in Herthenstein bei Weggis und des Nachlasses von Rachmaninoff zu prüfen. Die russische Botschaft in Bern teilte im November 2013 mit, die Russische Föderation möchte, dass die Rachmaninoff-Villa als ganzheitliche Gedenkstätte erhalten bleibe.

Der Komponist, Dirigent und Pianist Sergej Rachmaninoff (1873-1943) liess die direkt am Vierwaldstättersee gelegene Villa im Bauhaus-Stil errichten. Er lebte dort von 1929 bis 1939 im Exil, ehe er in die USA umzog.

Die Villa sowie das Archiv gingen an eine Erbengemeinschaft über, nachdem Rachmaninoffs Enkel Alexandre im November 2012 gestorben war. Der Erbengemeinschaft gehören vier Kinder des Enkels sowie die von Alexandre Rachmaninoff geschaffene Rachmaninoff-Stiftung an. Es sei der Wille des Erblassers, dass die Villa kulturellen Zwecken zugeführt werde, sagte Stiftungsanwalt Kaufmann.

Russland bemüht sich seit Jahren um russische Kulturgüter im Ausland. Rachmaninoff war als Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika gestorben. Kulturminister Medinski hatte 2013 erklärt, dass Rachmaninoff aber ein zutiefst russischer Mensch gewesen sei. (sda)