WEGGIS: Überfall auf Manager: 270 000 Franken erbeutet

Im Falle eines Überfalles auf eine Villa in Weggis hat das Kriminalgericht Luzern einen weiteren der vier Täter verurteilt. Dieser soll aber nicht nur bei diesem Raubzug mitgeholfen haben, sondern auch noch mehrere Betrugsdelikte begangen haben.

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Der abgesperrte Tatort (Archivbild Geri Holdener / Bote der Urschweiz)

Der abgesperrte Tatort (Archivbild Geri Holdener / Bote der Urschweiz)

Das Kriminalgericht kam zum Schluss, dass der 33-Jährige Betrug, Urkundenfälschung, Raub, räuberischer Erpressung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und weiterer Delikte begangen habe. Es verhängte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten.

Der Verteidiger legte gegen das Urteil Berufung ein. Dieses ist somit noch nicht rechtskräftig. Der Verteidiger hatte für eine Strafe von zwei Jahren plädiert und für den Raubüberfall, aber auch einige weitere Punkte, einen Freispruch verlangt.

Zwei Mittäter des Überfalls waren laut Angaben des Gerichts 2013 rechtskräftig zu Haftstrafen verurteilt worden. Ein vierter Mann ist noch immer auf der Flucht.

Schuldenspirale

Die vier Männer überfielen gemäss Anklage die Villa in der Nacht auf den 1. August 2010. Das Opfer war ein Bekannter des Beschuldigten, nämlich der Lebenspartner seiner Schwiegermutter.

Weil der Beschuldigte bei einem Mittäter Schulden hatte, sollte dem Villenbesitzer Angst eingejagt werden, damit er Geld zahle. Das Opfer wurde geschlagen, gefesselt, mit einer Pistole bedroht und zur Unterzeichnung eines Schuldvertrages über 2 Millionen Franken gezwungen. Zudem erbeuteten die Täter Geld und Wertsachen in der Höhe von knapp 270'000 Franken.

Zum Tathergang waren die Aussagen der Täter widersprüchlich. Der Beschuldigte habe sich auf den Standpunkt, er sei selber Opfer gewesen, heisst es in dem Urteil des Kriminalgerichts.

"Zündende Idee"

Das Gericht kam aber zum Schluss, dass der Beschuldigte einen wesentlichen Tatbeitrag geleistet habe. Er habe die "zündende Idee" gehabt und sein persönliches Verhältnis zum Opfer in die Tat eingebracht.

Das Gericht qualifizierte den Beschuldigten deshalb als Mittäter. Ihm seien sämtliche Handlungen seiner Mittäter anzurechnen, soweit er nicht bereits durch eigenes Handeln die Tatbestandsmerkmale erfüllt habe.

Der Beschuldigte steckte in permanenten finanziellen Schwierigkeiten und besorgte sich auf unsauberem Weg Geld, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten und Schulden abzuzahlen. Auch der Villenbesitzer hatte ihm 2009 200'000 Franken zukommen lassen, um diese in eine angebliche Vorzugsanlage zu stecken. Diese existierte indes nicht.

Auch bei anderen Bekannten besorgte sich der Beschuldigte Geld für angebliche besondere Investitionen in Fonds, Aktien oder "Bonusangebote". Um von seinem Arbeitgeber Provisionen zu erhalten, fingierte er zudem Versicherungsabschlüsse, auch solche, die auf fiktive Personen lauteten. (sda)

Blut überall: Blick ins Badezimmer der Villa in der Tatnacht. (Archivbild Geri Holdener / Bote der Urschweiz)

Blut überall: Blick ins Badezimmer der Villa in der Tatnacht. (Archivbild Geri Holdener / Bote der Urschweiz)