WEGGIS: Überfall auf Villenbesitzer – Mittäter verurteilt

Das Kriminalgericht hat einen 30-jährigen Mann zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Er hatte mit drei Komplizen in Weggis einen Villenbesitzer zu Hause gefesselt, geschlagen und eingesperrt.

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Die Täter brachen in der Nacht auf den 1. August 2010 in eine Villa in Weggis ein (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Die Täter brachen in der Nacht auf den 1. August 2010 in eine Villa in Weggis ein (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Der Staatsanwalt hatte eine dreieinhalbjährige, der Verteidiger eine teilbedingte dreijährige Freiheitsstrafe gefordert. Auch die Richter entschieden sich für eine teilbedingte Strafe: Die Hälfte der Strafe wird dem Täter erlassen, wenn er sich während der Probezeit von zwei Jahren nichts zu schulden lassen kommt.

Unbestritten waren die Delikte, die der Täter begangen hat. Es handelt sich um qualifizierten Raub, räuberischer Erpressung, mehrfache Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch. Der Beschuldigte und seine Mittäter seien brutal vorgegangen, schreibt das Gericht.

Die vier Männer hatten in der Nacht auf den 1. August 2010 einen Mann in dessen Villa in Weggis überfallen. Das Opfer wurde geschlagen, gefesselt, mit einer Pistole bedroht und zur Unterzeichnung eines Schuldvertrages gezwungen.

Anlass des Überfalls waren Schulden, die ein Mittäter beim Verurteilten hatte. Um an Geld zu kommen, sollte dem Villenbesitzer Angst eingejagt werden. Der Verurteilte organisierte zu diesem Zweck zwei Männer. Umstritten blieb, inwiefern er im Vorfeld der Tat gewusst hatte, dass der Villenbesitzer überfallen würde.

Zum Tathergang waren die Aussagen der Täter widersprüchlich. Der Beschuldigte versuchte, seine Beteiligung an den Gewalttätigkeiten als gering darzustellen. Für das Gericht steht aber fest, dass auch er einen wesentlichen Tatbeitrag beim Überfall leistete.

Der Beschuldigte habe eigennützig gehandelt, schreibt das Gericht. Er scheine zwar nicht die treibende Kraft der Gewalttätigkeiten gewesen zu sein, und es sei ihm Glauben zu schenken, dass er von dem Ausmass der Brutalität überrascht gewesen sei, er könne aber auch nicht als naives Opfer der Mittäter angesehen werden.

Das Urteil ist rechtskräftig. Der Verurteilte hat den unbedingt ausgesprochenen Teil der Freiheitsstrafe bereits abgesessen. (sda/rem)