Weggis wehrt sich

Der Widerstand in Weggis gegen das geplante Asylzentrum ist gross. Regierungsrat Guido Graf musste sich am Donnerstagabend einige Kritik anhören.

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In diesem Haus in Weggis an der Rigistrasse 146 sollen Asylbewerber einquartiert werden. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

In diesem Haus in Weggis an der Rigistrasse 146 sollen Asylbewerber einquartiert werden. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Regierungsrat Guido Graf schien es nicht ganz wohl zu sein am Donnerstag in Weggis. Mehrere Sicherheitsleute waren postiert in der Mehrzweckhalle Sigristhofstatt, wo er mit Caritas und Gemeinde über das geplante Asylzentrum im Gruppenhaus Mark&Bein informierte.Die Stimmung war geladen. Über 400 Personen der 4300-Einwohner-Gemeinde drängten sich in der Halle.

Pfiffe aus dem Saal

«In einer ersten Phase sollen zunächst vor allem Frauen, Familien und Kinder einquartiert werden, die jetzt schon in einer Asylunterkunft leben», sagte Guido Graf. In Weggis werde verstärkt Polizei anwesend sein, und auch heute schon sei die Polizei täglich präsent – ein Pfeifkonzert aus dem Saal folgte. Das Gebäude sei als Asylunterkunft geeignet – wiederum wurde lautstark protestiert.

Im Haus sollen Leute aus 20 Nationen untergebracht werden. Auch einen Busdienst ins Dorf soll es geben. Der Widerstand war aber gross: «Der Besitzer dieser Unterkunft verdient sich eine goldene Nase und nimmt eine ganze Region in Geiselhaft», sagte ein Votant. Die SVP kündigte an, bis vor Bundesgericht zu gehen gegen ein Asylzentrum.

JSVP kritisiret Auflagefrist in Fischbach

Neben den 60 Asylbewerbern, die in Weggis untergebracht werden sollen, will der Kanton frühestens ab Juni maximal 35 Asylbewerber im Bürgerheim Mettmenegg in Fischbach einquartieren. Der Kanton will das Gebäude für 875'000 Franken umbauen. Das Baugesuch liegt bis am 9. Januar auf. Die JSVP kritisierte gestern in einer Mitteilung die Auflagefrist über die Festtage, und dass der Kanton sowohl Bauherr wie auch Bewilligungsinstanz sei. Weitere 100 Asylbewerber sollen in einer Zivilschutzanlage, wohl in der Stadt Luzern, untergebracht werden.

Luzia Mattmann

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