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Weggis will in Rigi-Aktien investieren – und ist damit nicht alleine

Für rund 1,4 Millionen Franken will die Gemeinde Weggis Aktien der Rigi Bahnen AG erwerben. Sie ist nicht die einzige Gemeinde, die sich am Transportunternehmen beteiligt. Davon profitiert auch die Bevölkerung.
Niels Jost
Die Luftseilbahn Weggis-Rigi Kaltbad soll erneuert werden. Dies will die Gemeinde Weggis mit dem Aktienkauf für 1,4 Millionen Franken unterstützen. (Bild: Pius Amrein, 8. Januar 2019)

Die Luftseilbahn Weggis-Rigi Kaltbad soll erneuert werden. Dies will die Gemeinde Weggis mit dem Aktienkauf für 1,4 Millionen Franken unterstützen. (Bild: Pius Amrein, 8. Januar 2019)

Wem gehört die Rigi? Diese Frage hat seit der Lancierung der Petition «Nein! zu Rigi-Disney-World» in den vergangenen Monaten für Diskussionen gesorgt. Fakt ist: Die «Königin der Berge» hat keinen eigentlichen Besitzer. Allerdings ist es die Rigi Bahnen AG, welche über die grössten Transportsysteme verfügt, die auf den Berg fahren. Mit ihren Bahnen erschliesst sie auch einen Teil der Bevölkerung von Weggis, Vitznau und Arth – und leistet somit einen wichtigen Dienst für die Gemeinden.

Aktienkauf, um neue Seilbahn mitzufinanzieren

Das ist diesen viel wert, wie sich am Beispiel von Weggis zeigt. Die Gemeinde plant, ein «grösseres Aktienpaket» der Rigi Bahnen AG für rund 1,4 Millionen zu erwerben, wie es in der Botschaft zum Budget 2019 heisst. Bereits heute hält die Gemeinde 10 000 Aktien, die aktuell einen Wert von 105 000 Franken haben.

Die Absicht für den neuerlichen Aktienkauf steht schon länger im Raum. Hintergrund ist die im September 2019 auslaufende Konzession der Luftseilbahn Weggis-Rigi Kaltbad. Geht es nach der Rigi Bahnen AG, soll diese durch eine kapazitätsstärkere Gondelbahn ersetzt werden.

Für die Gemeinde Weggis ist der weiterführende Bahnbetrieb von grosser Bedeutung, da er, wie erwähnt, den Ortsteil Kaltbad erschliesst. Deshalb habe man schon im Frühjahr 2015 mit der Rigi Bahnen AG eine Absichtserklärung für den Kauf unterschrieben, wie Gemeindepräsident Roger Dähler (parteilos) auf Anfrage ausführt. «Sobald ein bewilligungsfähiges Baugesuch vorliegt, wird der Gemeinderat eine Abstimmungsvorlage für den Aktienerwerb vorbereiten.»

Bevölkerung erhält noch höhere Rabatte

Wann der Entscheid gefällt wird, ist derzeit noch unklar. Der Ball liegt bei den Rigi Bahnen. Die Baubewilligung soll frühestens im Jahr 2020 vorliegen, hiess es noch vergangenen Monat seitens des Unternehmens.

Mit einem Aktienerwerb anerkenne die Gemeinde Weggis die Bedeutung der Rigi Bahnen AG, insbesondere der Luftseilbahn nach Kaltbad. Das dortige Bauprojekt soll deshalb mit dem Aktienerwerb unterstützt werden. Im Gegenzug würden die Einwohner von zusätzlichen Ermässigungen auf Einzelfahrkarten und auf die Jahres- und Saisonkarten profitieren. Die Details sind in einer Absichtserklärung geregelt, so Roger Dähler. Schon heute erhalten die Weggiser 50 Prozent auf Einzelbillette und 25 Prozent auf die Abos.

Wert der Rigi-Aktien hat sich innert 5 Jahren verdreifacht

Weggis ist nicht die einzige Gemeinde, die Grossaktionärin des Transportunternehmens ist, respektive werden will. Arth verfügt über 54 000 Aktien, Vitznau derer 50 000. Zum Vergleich: Insgesamt gibt es 3,6 Millionen Aktien der Rigi Bahnen AG, wovon die Firma selber rund 244 400 hält (Stand 31. Dezember 2017). Diese haben einen Nennwert von 5 Franken, das Aktienkapital der Firma beträgt damit 18 Millionen Franken. Gehandelt wird die Aktie derzeit für 10.50 Franken.

Für die Gemeinden ist die Anlage lukrativ: Der Wert hat sich in den letzten fünf Jahren fast verdreifacht. Doch wie in Weggis führen auch Arth und Vitznau andere Beweggründe für ihre Beteiligung auf. So verzichten sie auf eine eigentliche Dividendenausschüttung. Hingegen erhält die Bevölkerung wie erwähnt Rabatte auf Billette und Abos. «Das Angebot wird rege genutzt und die Idee grundsätzlich sehr geschätzt», sagt Stefan Tobler, GLP-Gemeinderat Ressort Finanzen von Vitznau. «Es besteht in der Bevölkerung eine überwiegend positive und tief verwurzelte Haltung zum ‹Hausberg›. Für viele Vitznauer gehört die Rigibahn und deren Nutzung als Erschliessung zum Alltag, mindestens in der Freizeitgestaltung.»

Vitznau hat einen Grossteil ihrer Aktien erst kürzlich, im vergangenen Mai, erworben. Die Gemeindeversammlung stand klar hinter dem Vorhaben. Ein weiterer Kauf ist laut Stefan Tobler aber nicht geplant. Dies, obwohl bekanntlich auch bei der Zahnradbahn Vitznau-Rigi Kulm grosse Investitionen anstehen. Der Ersatz des Rollmaterials und der Waggons könne auch ohne einen weiteren Aktienerwerb der Gemeinde Vitznau finanziert werden, ist sich Tobler sicher.

Rigi Bahnen: «Beteiligung ist Zeichen der Wertschätzung»

Laut Marcel Waldis, Vizedirektor der Rigi Bahnen AG, halten noch weitere Gemeinden Aktien des Unternehmens, dies allerdings im geringen Umfang. Welche das sind, darf er nicht sagen. Lauerz, Brunnen und Gersau haben keine Aktien, wie sie auf Anfrage sagen. Waldis betont: «Wir schätzen das Engagement der Gemeinden, welche Aktien halten, sehr und sehen die Beteiligung als Zeichen der Wertschätzung.»

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