Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

WEGGIS: «Wir müssen sogar Leute nach Hause schicken»

Das erste Jahr der Senioren-Akademie war ein Erfolg. Er soll sich fortsetzen – trotz der Absage eines alt Bundesrats.
Die Senioren-Akademie in Weggis soll fortgesetzt werden. (Symbolbild LZ)

Die Senioren-Akademie in Weggis soll fortgesetzt werden. (Symbolbild LZ)

«The 100-Year Life», das 100-jährige Leben. So heisst das Buch von Andrew Scott, Ökonomieprofessor an der Oxford University, in welchem er die Auswirkungen der demografischen ­Revolution umschreibt. «Was gestern als Lebensabend galt, ist heute der frühe Lebensnachmittag. Es lohnt sich also, neu anzufangen und nicht aufzuhören.» Diesen Grundsatz verinnerlichte auch Karl Hoppler, der Präsident des Seniorenrats der Seegemeinden Vitznau, Weggis und Greppen. Vor einem Jahr gründete er die Senioren-Akademie, um den über 60-Jährigen in der Region einerseits Wissen zu vermitteln und ihnen andererseits einen Treffpunkt anzubieten. «Früher traf man sich am Stammtisch oder im Casino bei Musik von Hazy Osterwald zum Tanz, heute sehen sich die Leute kaum noch. Sie verschwinden in der Garage und verlassen das Haus im Auto.»

Nach Ablauf des ersten Studienjahrs stellt Hoppler fest: «Die Erwartungen sind weit übertroffen worden.» Er begrüsste an den zehn Veranstaltungen mit jeweils zwei Vorträgen rund 2500 Besucher, darunter auch Investor Peter Pühringer mit Ehefrau. «Ich zähle Menschen zwischen 65 und 75 Jahren zur aktiven Bevölkerungsgruppe. Ich selber bin 73 und spiele noch an internationalen Tennisturnieren», erzählt der Gründer des Softwareanbieters Bison.

Heute beginnt das neue Studienjahr

Es überrascht nicht, dass Hoppler das Angebot fortsetzt und kaum verändert. Zwölf Veranstaltungen mit zwanzig Referenten sind im Studienjahr 2017/18 geplant, der Themenbereich gestaltet sich wiederum vielfältig. Ob Opernsänger Alfred Muff, «SRF Sternstunde»-Redaktor Yves Bossart, Ständerat Damian Müller oder Stefan Otz, der CEO der Rigi Bahnen AG – möglichst viele Interessen sollen bedient werden. Auch einheimische Persönlichkeiten treten auf. Noch erhielt Hoppler bei keiner der Anfragen eine Absage – mit einer Ausnahme: alt Bundesrat Kaspar Villiger. «Er tritt nur noch selten auf.»

Los geht es im Campus Hotel Hertenstein in Weggis heute um 17.30 Uhr. Mit dieser einheitlichen Startzeit differenziert sich die Senioren-Akademie von der in Luzern domizilierten Senioren-Universität, die den Grossteil der Anlässe früher am Tag ansetzt. Ausschlaggebend für den Erfolg der Senioren-Akademie seien im Weiteren der Gratiszutritt und die von Firmen oder Privaten gesponserten Apéros für rund 3000 Franken im Anschluss. «Manchmal müssen wir um 22 Uhr sogar Leute nach Hause schicken», sagt Hoppler und lacht.

Auch auf dieses Studienjahr hin hat er rund 2000 Senioren im Einzugsgebiet angeschrieben. Finanziell werde die Senioren-Akademie durch die Seegemeinden unterstützt, sie übernehmen einen Teil der Honorare, der Druckkosten und der Ausgaben für den Versand. Letztes Jahr seien zudem rund 9000 Franken als freiwillige Beiträge von Vortragsteilnehmern zusammengekommen.

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Weitere Informationen unter www.senioren-seegemeinden.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.